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Leichenwagen
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Ein Leichenwagen (auch: Bestattungswagen) dient als Transportmittel für Särge mit Verstorbenen. Er ist heutzutage meist in Form eines motorisierten Gefährts anzutreffen, das bei Bestattungen je nach Wunsch schlicht oder geschmückt ist.
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Geschichte
Wie noch aus dem englischen Wort für Leichenwagen (= hearse, von französisch herse = Egge) hervorgeht, stammt der Gebrauch des Leichenwagens von einem bäuerlichen Ackergerät, der Egge ab. Früher bestand die Egge aus einem dreieckigen Rahmen aus Eisen, an dem Spitzen angebracht waren. Im 13. Jahrhundert nachgewiesen, wahrscheinlich aber noch früher, wurde die Egge mit den Spitzen nach oben zu einem Kerzenhalter, auf deren Zinken die Kerzen gesteckt wurden. So gelangte sie bei Begräbnissen in die Kirchen.
Zunächst wurde mit wachsender Größe des Ackergeräts nur der Sarg während der Totenmesse darauf gesetzt. Doch schon bald wurde die Egge mit Tüchern drapiert, mit Kränzen geschmückt. Angehörige und Freunde hefteten letzte Grüße, Trauergedichte und Nachrufe auf die freien Zinken. Durch Verstrebungen konnte man alsbald auch die Egge zum Begräbnisort tragen. Als die Eggen noch größer wurden, befestigte man schließlich Räder daran.
Bei Bestattungen mit militärischen Zeremonien war der Transport des Sargs auf einer Lafette üblich, dem Fahrwerk eines Geschützes.
Holzwagen
Zunächst war als Nachfolge der Egge der Leichenwagen eine Art hölzerner Karren mit einem Holzrahmen, an dessen Ecken Kegelzapfen angebracht waren. Um den darauf liegenden Sarg konnte man nun vermehrt Dekorationen setzen, auf die Eckpfeiler wurden oft Lichter gesetzt. Der Aufbau ging bei den Leichenwagen bedeutender Persönlichkeiten dann in ein pagodenförmiges Gebilde über. Fahnen, Kerzen, heraldische Zeichen und Blumenschmuck wurden aufgetürmt und prunkvolle Leichenwagen zeugten bei Beerdigungskorsos vom Reichtum ihrer verstorbenen Insassen.
Kutschen und Automobile
Später wurden von Pferden gezogene Leichenwagen in Form von Kutschen verwendet. Die modernen Bestattungskraftwagen (BKW) dienen auch dem Sargtransport und dem Transport Verstorbener über mehrere Hundert Kilometer, da die Auslandsüberführungen in Nachbarländer mit von Deutschland abweichenden Bestattungsvorschriften zunehmen. Dennoch sind sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz meistens in schwarzer oder silber-grauer Farbe gehalten und die hinteren Fenster sind blindverglast. Der Fahrerraum ist vom eigentlichen Sargraum abgegrenzt.
Weblinks
- http://www.leichenwagen.de - Die deutsche Leichenwagen Fan-Seite
- http://www.bestattungswagen-literaturarchiv.de - Seite des umfangreichsten deutschen Leichenwagen-Archives
