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Leeres Wort
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Das leere Wort ist im Fachbereich Formale Sprachen der Theoretischen Informatik dasjenige Wort, das aus keinem einzigen Zeichen besteht.
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Definition
Das leere Wort über dem Alphabet Σ ist eine Folge von Elementen aus Σ der Länge 0.
Schreibweise
Das leere Wort wird meist mit dem griechischen Buchstaben ε (Epsilon) dargestellt, in englischsprachiger Fachliteratur findet sich dafür aber auch der griechische Buchstabe λ (Lambda).
Merkmale
- |ε| = 0. Die Länge des leeren Wortes ist stets 0. Diese Eigenschaft folgt direkt aus der Definition („... eine Folge [...] der Länge 0.“).
- wε = εw = w. Das leere Wort bildet bei der Konkatenation von Wörtern das neutrale Element, sprich, die Verknüpfung eines beliebigen Wortes w mit ε ergibt stets wieder w.
- ε ∉ Σ. Das leere Wort ε ist niemals Element eines Alphabets Σ. Das würde der Definition widersprechen, die ε gerade als das Fehlen jeglicher Symbole aus Σ definiert.
- ε ∈ Σ*. Das leere Wort ε ist Element jeder Kleeneschen Hülle über ein beliebiges Alphabet Σ. Die Kleenesche Hülle Σ* ist definiert als die Menge aller Wörter endlicher Länge, welche sich aus den Symbolen des Alphabets Σ zusammensetzen.
Beispiele
- Sei Σ1 := {a, b} ein Alphabet. Dann sind beliebige Kombinationen der beiden Buchstaben – beispielsweise a, b, ab, aabbbaba – Wörter über Σ. Das Wort, das aus keinem einzigen Symbol besteht, ist das leere Wort und wird, um es sichtbar zu machen, durch ε dargestellt.
- Wollte man alle Wörter über dem Alphabet Σ2 := {a} aufzählen, so liegt es nahe, wie folgt zu beginnen: Σ* = {ε, a, aa, aaa, aaaa, ...}
- w1 := aaa und w2 := bb seien zwei Wörter über dem Alphabet Σ1 aus Beispiel 1.Dann gilt für die Verkettung w1w2 der beiden Wörter: w1w2 = aaabb = εw1w2 = w1εw2 = w1w2ε.
Spezielle Merkmale bei speziellen Anwendungen
- [ε] = L. Betrachtet man die Äquivalenzklassen einer formalen Sprache L bezüglich der Nerode-Relation ~, so bildet ε stets eine Äquivalenzklasse, die exakt L entspricht. Demnach beträgt der Index von L bezüglich ~ stets mindestens 1, in Zeichen ind(L) ≥ 1. Daraus wiederum lässt sich folgern, dass ein Deterministischer endlicher Automat, der L akzeptiert, aus mindestens einem Zustand bestehen muss.
- ε-Übergänge in Nichtdeterministischen endlichen Automaten sind Argumentpaare (q, a) der Übergangsfunktion δ mit q ∈ Σ, a = ε. Ein solcher Übergang δ(q1, ε) = q2 bedeutet, dass der Automat seinen Zustand von q1 nach q2 ändern kann, ohne dass ein Zeichen eingegeben wird. ε-Übergänge sind damit die Grundlage des Nichtdeterminismus. Sie werden im Graphen als Kanten kenntlich gemacht, die mit einem ε beschriftet sind.
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