Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Laufzeitverzögerung
Aus Kefk.
Laufzeitverzögerung ist in der Elektroakustik und Tontechnik eine Bezeichnung für
- die Verzögerung der Schallabstrahlung von Lautsprechern gegenüber einer Primärschallquelle im Rahmen der Beschallungstechnik oder der Ambiophonie
- die Verzögerung von Schallsignalen zum Zweck der Laufzeitkorrektur
- die Verzögerung zum Zweck der künstlerischen Gestaltung (Manipulation) einer Schallaufnahme
Bei dezentraler Beschallung, also bei der Übertragung für einen großen Zuhörerkreis in Stereofonie- und in Surround-Sound-Technik kann Doppelhören oder Mehrfachhören und dadurch verminderte Silbenverständlichkeit bzw. verringerte Durchsichtigkeit (Akustik) auftreten, wenn die Laufzeitdifferenz zwischen den Schallereignissen der verteilten Lautsprecher und eventuell dem Originalschall am Ohr des Zuhörers 50 ms, entsprechend einem Laufwegunterschied von etwa 17 m, überschreitet oder wenn die Schallpegelunterschiede Δ L größer als 6 dB sind. Trifft beides zu, so muss zur Vermeidung der geschilderten Mängel eine Angleichung der unterschiedlichen Schall-Laufzeiten erfolgen. Um dabei weiterhin die Lokalisation der Originalschallquelle (Primärschallquelle) zu gewährleisten, muss auch noch dafür gesorgt werden, dass der Originalschall (Primärschall) um etliche Millisekunden früher beim Zuhörer eintrifft als der verzögerte Lautsprecherschall, wobei dieser dann sogar bis zu 10 dB über dem Pegel des Originalschall liegen kann, ohne dass der Lokalisationsvorgang beeinträchtigt wird. Hierzu siehe auch den Haas-Effekt.
Für die zeitliche Verzögerung von Signalen haben sich rein elektronisch arbeitende Verzögerungsgeräte, überwiegend in Digitaltechnik durchgesetzt. Soll z. B. ein Originalschallereignis durch Lautsprecher abgestrahlt werden, die verschiedenen Entfernungen von der Schallquelle (dem Klangkörper) angeordnet sind, so denkt man sich konzentrische Kreise um die Originalschallquelle und verzögert die Schallabstrahlung aller auf einer solchen Kreislinie liegenden Lautsprecher um die dem Radius entsprechende Laufzeit des Schalls. Die Zuhörer werden dann gleichphasig von allen vor ihnen in Richtung der Originalschallquelle liegenden Lautsprechern beschallt, währen die rückwärts und seitlich liegenden Lautsprecher auch wegen ihrer Richtcharakteristik praktisch nicht wahrgenommen werden.
Bei Schallaufnahmen mit mehreren Mikrofonen unterschiedlicher Entfernung von der Schallquelle lassen sich die Mikrofonsignale durch Laufzeitverzögerung "in Phase" bringen, so dass frequenzabhängige Teilauslöschungen beim Zusammenmischen oder am Abhörplatz vermieden werden. Das ist die bisweilen bei der Tonaufnahme angewendetete Technik der verzögerten Stützmikrofone.
Mit Laufzeitverzögerungen lässt sich der Eindruck von zusätzlicher Raumtiefe erzeugen. Weiterhin dienen Laufzeitverzögerungen zur künstlichen Nachbildung von frühen Schallreflexionen, bzw. zur Verhallung und tragen ebenfalls zum Raumeindruck bei.
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Laufzeitverz%C3%B6gerung, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
