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Langewiesen

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Wappen Deutschlandkarte
Bild:Wappen Langewiesen.PNG
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Ilm-Kreis
Koordinaten: Koordinaten: 50° 40′ N, 10° 58′ O50° 40′ N, 10° 58′ O
Höhe: 454 m ü. NN
Fläche: 27,51 km²
Einwohner: 3661 (29. Juni 2006)
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98704
Vorwahl: 03677
Kfz-Kennzeichen: IK
Gemeindeschlüssel: 16 0 70 032
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ratsstraße 2
98704 Langewiesen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Horst Brandt (SPD)
Bild:Rathaus Langewiesen.JPG
Rathaus der Stadt Langewiesen
Bild:Schwanenbrunnen Langewisen.JPG
Schwanenbrunnen auf dem Markt
Bild:Gewerbegebiet Langewiesen2.JPG
In den letzten Jahren entwickelte sich die Wirtschaft positiv
Bild:Bf Langewiesen.jpg
Der Langewiesener Bahnhof (seit 1998 stillgelegt)
Bild:Langewiesen.jpg
Blick auf Langewiesen vom Knieberg

Langewiesen ist eine Stadt im Ilm-Kreis in Thüringen. Sie liegt im Tal der Ilm am Nordostrand des Thüringer Waldes etwa zwei Kilometer östlich von Ilmenau, der größten Stadt im Kreis. Langewiesen liegt an der Bundesstraße 88 zwischen Ilmenau im Westen und Gehren im Osten. Seit 1994 gehört auch das südwestlich gelegene Dorf Oehrenstock zur Stadt.

Langewiesen ist einer der ältesten Orte der Umgebung und erhielt im Jahr 1855 gemeinsam mit Gehren und Großbreitenbach das Stadtrecht. War der Ort über die Jahrhunderte relativ klein geblieben, setzte ab 1880 die Industrialisierung verstärkt ein und Langewiesen entwickelte sich zu einer kleinen Industriestadt mit zahlreichen Manufakturen und kleinen Fabriken (vor allem in der Holz-, Glas- und Porzellanindustrie). Seit der politischen Wende im Jahr 1990 erlebte Langewiesen einen Aufschwung mit geringfügigem Bevölkerungswachstum und der Anlage großzügiger neuer Gewerbeflächen. Die Stadt profitiert hierbei vor allem von der Nähe zu Ilmenau und dessen Technischer Universität (der Campus liegt direkt an der Stadtgrenze).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Langewiesen liegt im Tal der Ilm am Nordrand des Thüringer Waldes. Das Gebiet nördlich des Ortes zählt zum Paulinzellaer Buntsandstein-Hügelland. Im südlichen Gebirge dominiert Porphyr das geologische Bild. Die Stadt liegt in West-Ost-Richtung langgestreckt im Tal in etwa 450 Metern Höhe.

Die Hügel nördlich reichen bis knapp über 500 Meter Höhe und im Süden ist der 808 Meter hohe Hundsrück nahe dem Dreiherrenstein der höchstem Punkt der Stadtgemarkung. Weitere nennenswerte Berge sind der Pferdeberg (805 Meter) und der Kienberg (774 Meter) beim Ortsteil Oehrenstock im Südwesten. Direkt am Stadtrand liegen der Tragberg (534 Meter), der Rote Stein, der Kirchberg, der Knieberg (508 Meter) und der Große Tragberg (588 Meter). Am Oberweg im Westen der Stadt liegt der Burgstein, ein großer Porphyr-Felsen.

Neben der Ilm sind die Schorte, die die westliche Grenze zum Ilmenauer Stadtgebiet bildet, und die Schobse, die die östliche Grenze zum Gehrener Stadtgebiet bildet, die wichtigsten Wasserläufe. Die Lohme durchfließt die östliche Stadtgemarkung, die Oehre den Ortsteil Oehrenstock und der Rittersbach mündet im Stadtzentrum in die Ilm. Dort befindet sich auch ein Mühlgraben. Östlich von Langewiesen liegen die Herrenteiche als größte Wasserfläche der Stadt. Im Nordwesten befinden sich die kleineren Burkersteiche.

Die Langewiesener Gemarkung ist zu großen Teilen bewaldet. Während im Süden Fichtenhochwald dominiert, gibt es im Norden auch Mischwald und mit Kiefern durchsetzten Fichtenwald.

Direkt angrenzende Gemeinden sind Gehren, Ilmenau, Neustadt am Rennsteig, Stützerbach und Wolfsberg.

Geschichte

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Stadtrechts-Urkunde aus dem Jahr 1855

Der Name Langwizza tauchte 932 das erste mal auf. Er bezeichnete ein thüringisches Gau, das sich vom Wald bis hinunter nach Kranichfeld erstreckte. Dessen Hauptort ist Langewiesen vermutlich gewesen. Zeugen für dieses Gau finden sich heute in den Bezeichnungen Längwitzer Tor, Längwitzer Vorstadt und Längwitzer Mauer in Arnstadt. Vom 25. Juli 1198 stammt die älteste bis jetzt bestätigte Urkunde über Langewiesen. König Ottokar zerstörte während eines Kriegszuges 1204 Langewiesen und einige Dörfer der Umgebung. 1421 wird durch die Grafen von Schwarzburg-Leutenberg ihr Anteil dem Grafen Heinrich XXIV. von Schwarzenberg verkauft. 1503 erhält das Dorf Langewiesen gewisse Statute und wird dadurch zum "Flecken" erhoben. Johann Sebastian Bach prüft 1706 die neue Orgel in der Liebfrauenkirche. 1855 wird das Stadtrecht verliehen. Stadtbrände vernichteten den Ort in den Jahren 1408, 1675, 1681 und 1700. Oscar Schlegelmilch gründet seine Porzellanfabrik (1892). Elektrisches Licht brennt erstmals am 9. Dezember 1924. Im Jahr 1994 wird der Ort Oehrenstock nach Langewiesen eingemeindet und wird Ortsteil.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994 jeweils zum 31. Dezember):

  • 1533 - 800
  • 1816 - 1.140
  • 1833 - 1.349
  • 1836 - 1.449
  • 1840 - 1.504
  • 1841 - 1.460
  • 1843 - 1.499
  • 1852 - 1.570
  • 1871 - 1.682
  • 1875 - 1.781
  • 1880 - 2.008
  • 1885 - 2.161
  • 1890 - 2.353
  • 1895 - 2.792
  • 1900 - 3.192
  • 1905 - 3.500
  • 1910 - 3.814
  • 1932 - 4.400
  • 1955 - 6.000
  • 1970 - 4.587
  • 1977 - 4.290
  • 1987 - 3.680
  • 1994 - 3.658
  • 1995 - 3.682
  • 1996 - 3.675
  • 1997 - 3.680
  • 1998 - 3.745
  • 1999 - 3.779
  • 2000 - 3.801
  • 2001 - 3.758
  • 2002 - 3.729
  • 2003 - 3.762
  • 2004 - 3.746
  • 2005 - 3.689
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Städtepartnerschaften

Langewiesen unterhält Partnerschaften zur hessischen Gemeinde Schöffengrund (seit 1992), zum westfranzösischen Chauray im Département Deux-Sèvres und zur kanadischen Stadt Cap Rouge am Sankt-Lorenz-Strom.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Langewiesen war über die Jahrhunderte hinweg ein Agrar- und Handwerkerdorf mit etwa 1000 Einwohnern. Im 19. Jahrhundert setzte die Industrialisierung ein, die dafür sorgte, dass aus dem Dorf eine Stadt erwuchs. Nach dem Bau der Ilmenau-Großbreitenbacher Eisenbahn 1881 setzte ein Wirtschaftsboom ein. Die für die Region typischen Porzellan- (z.B. Porzellanfabrik Schlegelmilch), Glas-, und Holzverarbeitungsfabriken entstanden und Langewiesen entwickelte sich in den folgenden 60 Jahren zu einem industriell geprägten Ort mit zeitweise über 5000 Einwohnern. Zu DDR-Zeiten stagnierte die Wirtschaft und nach der Wende brachen die alten Industrien weg. In den 1990er-Jahren wurden im Norden und Osten der Stadt großzügige Gewerbeflächen („In den Folgen I, II und III“) erschlossen, die seitdem vor allem von klein- und mittelständischen Unternehmen genutzt werden. Langewiesen profitiert hierbei von der Nähe zu Ilmenau und zur TU, deren Campus sich direkt an der Stadtgrenze zu Langewiesen befindet. Die beiden größten Unternehmen der heutigen Zeit sind die QSIL AG Quarzschmelze Ilmenau mit 100 Mitarbeitern und die I. Raesch Novo-Quarz GmbH mit etwa 65 Mitarbeitern, die beide auf dem Gebiet der Glasverarbeitung tätig sind. In der Landesraumplanung bildet Langewiesen gemeinsam mit Ilmenau einen „Raum mit Verdichtungstendenzen“.

Langewiesen liegt an der B88, die Ilmenau über Gehren und Königsee mit Rudolstadt und Saalfeld verbindet. Weitere Straßen führen nach Wümbach und in den Ortsteil Oehrenstock. Zwischen 1881 und 1998 hatte Langewiesen einen Bahnanschluss an der Linie Ilmenau-Gehren-Großbreitenbach. Östlich der Stadt verläuft die im Bau befindliche Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt. Ein Kilometer von Langewiesen östlich soll diese Trasse auf der 1681 Meter langen Ilmtalbrücke über das Ilmtal geführt werden.

Langewiesen liegt am Ilmtal-Radweg.

Persönlichkeiten

  • Wilhelm Höpflinger - Erfinder, Entwickler und Produzent von Kugellagern: Höpflinger wurde am 30. September 1853 in Langewiesen als uneheliches Kind von Joh. Elisabetha Völker und Joh. Georg Höpflinger geboren. 1881 heiratet er seine Frau Dorothea. 4 Kinder werden geboren, u. a. Barbara. Barbara heiratet Ernst Sachs, Begründer und Inhaber der Firma Fichtel & Sachs in Schweinfurt. Wilhelm Höpflinger ist ein bedeutender Erfinder auf dem Gebiet des Kugellagers. Er verstarb am 17. Januar 1928 in Schweinfurt.
  • Wilhelm Heinse - deutscher Dichter und Bibliothekar, geboren am 15. Februar 1746 in Langewiesen
  • Hans Rinn, ehem. Rennrodler, geboren in Langewiesen

Weblinks

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