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Landschaftsmythologie

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Seit etwa 1990 entwickelt Kurt Derungs die moderne Landschaftsmythologie. Er begreift sie als ein kulturgeschichtliches Wissensgebiet, das vor allem vom Sichtbaren und Nachvollziehbaren ausgeht. Sie schafft eine breite Basis für das Verständnis einer Landschaft, indem sie isolierte Fachgebiete wie Archäologie, Ethnologie oder Mythologie systemisch vernetzt. Neben dieser kombinatorischen Technik trägt vor allem das verlängerte Geschichtsbewusstsein Wesentliches bei, denn das herkömmliche Geschichtsbild erfährt fundamentale Korrekturen und Erweiterungen.

Die Synergien, die aus der Kombination der Wissensgebiete entstehen, sind fruchtbar und überzeugend. In diesem Sinn ist die Landschaftsmythologie nicht nur fachbezogen, sondern besitzt auch einen erkennbaren Rahmen der Interpretation. Sie ist weder esoterisch noch positivistisch, sondern eine fundierte Alternative dazu.

Allgemein besitzt die Landschaftsmythologie drei verknüpfte kulturgeschichtliche Interpretationsfelder, nämlich Totemismus, Schamanismus und Matriarchale Mythologie (Mythologie der Konsensgesellschaft und Ahninkultur). In diesem Sinnbezirk lassen sich bereits viele Phänomene der Mensch-Natur-Beziehung verständlich erklären.

Die Landschaftsmythologie ist ein interdisziplinäres, systemisches Fachgebiet, das erkenntnis- und praxisorientiert ist. Sie fördert ein vernetztes Denken sowie eine meinungsbildende Selbstreflexion. Sie ist ohne ideologische oder religiöse Anbindung. Verwandte Bezeichnungen für dieses neue Gebiet sind Landschaftsethnologie oder Anthropologie der Landschaft (Anthropology of Landscape).

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