Lancia

Aus Kefk

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bild:Lancia D23 Spyder 1953.jpg
Lancia D23 Spyder, 1953

Lancia /ɭaɴtʃa/ (das „i“ wird nicht gesprochen) ist ein 1906 in Turin als Lancia & C. Fabbrica Automobili von Vincenzo Lancia und Claudio Fogolin gegründetes Automobil-Unternehmen, das seit 1969 zum Fiat-Konzern gehört. Einerseits ist die Marke bekannt für viele wegweisende Innovationen im Automobilsektor (u.a. durch die erste selbsttragende Karosserie), andererseits kann dieser Hersteller auf eine lange Tradition im Rallye-Sport verweisen. Wie die meisten anderen italienischen Autofirmen baute Lancia bis 1972 auch Nutzfahrzeuge jeder Art und Größe. Im Jahre 1975 ging die LKW-Sparte von Lancia in der ebenfalls zu Fiat gehörenden IVECO auf.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Allgemeines

Am 29. November 1906 wurde das Unternehmen Lancia von Vincenzo Lancia und seinem Freund, dem ehemaligen Fiat-Versuchsfahrer Claudio Fogolin gegründet. Lancia gehört somit zu den ältesten Automobilherstellern.

Wie die meisten italienischen Fahrzeughersteller baute Lancia nicht nur PKW. Die Marke war auch auf dem Sektor der Nutzfahrzeuge eine anerkannte Größe und baute LKW und Busse jeder Art und Größe wie auch Obusse und Militärfahrzeuge. Heute stellt Lancia nur noch PKW her, die LKW-Sparte ging nach dem Auslaufen des letzten Modells 1972 ab dem Jahr 1975 in der ebenfalls zu Fiat gehörenden IVECO auf.

Fahrzeugbezeichnungen

Das erste Fahrzeug, der Typ 12 HP, später auch Alpha genannt, wurde 1908 vorgestellt, wobei dieser schon 1907 als Prototyp existierte. Bis 1919 wurden alle Fahrzeuge nach der Motorleistung benannt. Erst später kamen – auch rückwirkend – Modellbezeichnungen nach dem griechischen Alphabet hinzu. Von 1931 bis 1972 wurden die Fahrzeuge nach bekannten Straßen in Rom benannt: Appia, Aurelia, Fulvia, Flavia. Ab 1972 wurden dann teilweise wieder die alten Bezeichnungen nach dem griechischen Alphabet verwendet: Beta, Delta, Gamma, aber auch Trevi oder Stratos. Anfang der 1980er-Jahre war die Buchstaben-Phase wieder vorbei und es erschienen der Thema und Dedra. Der Delta blieb erhalten, nur wurde nicht der griechische Buchstabe verwendet, sondern „Delta“ wurde ausgeschrieben. Bei der zweiten Serie des Delta wurde dann wieder auf den griechischen Buchstaben zurückgegriffen. Der Nachfolger des Thema war der Lancia k, wobei das „k“ den griechischen Buchstaben Kappa darstellt. Als Nachfolger des Dedra erschien der Lybra. Die heutigen Fahrzeuge heißen Thesis, Musa, Ypsilon und Phedra. Auf dem Genfer Auto-Salon wurde 2005 der Prototyp Lancia Kandahar vorgestellt. Eine Studie für eine moderne Interpretation der Fulvia wird wahrscheinlich im Jahre 2008 auf den Markt kommen, ebenso wie eine neue Version des Delta.

Firmenlogo

Das Lancia-Logo wurde 1911 vom italienischen Industrie-Designer Graf Carlo Biscaretti di Ruffia (* 1879 in Turin, † 1959 in Pisa) entworfen. Es zeigt einen Schild mit Lanze und Flagge. Biscaretti schuf 1957 das nach ihm benannte Automobilmuseum Museo dell'automobile Carlo Biscaretti di Ruffia (it). Zur Genfer Automobilmesse 2007 wurde das Logo komplett überarbeitet. Das Logo ist unter dem Schild nur noch als Schriftzug auf blauem Grund ohne 4-Speichen-Volant und der Fahne mit Lanze zu sehen.

Heutige Situation

Lancia hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, von einem einst unabhängigen, hochpreisigen und technisch orientierten Hersteller, der große Rallye-Erfolge erzielen konnte, zu einer Marke, die Unterschlupf unter dem Dach des Fiat-Konzerns gefunden hat. Neben Alfa Romeo und Fiat spielt Lancia den Part für die etwas besser ausgestatteten und optisch extravaganteren Modelle. Meist verfügen diese über Ausstattungsmerkmale, welche sonst nur in höheren Klassen und gegen Aufpreis angeboten werden. Hierzu zählen unter anderem der exklusive Bezugstoff Alcantara und das in vielen Modellen enthaltene Bose-Soundsystem. Neben einer individuellen Ausstattung der Modelle ist an den heutigen Lancias vor allem das Karosseriedesign prägnant: Es zitiert Elemente von Klassikern wie der Aurelia und dem Fulvia. Eine weitere Besonderheit der Marke ist die Konzentration auf das Segment der Klein- und Kompaktklasse, anders als bei Premiumherstellern wie Mercedes-Benz, BMW oder Audi, die dieses Segment erst in jüngster Zeit für sich entdeckt haben. Dies verweist darauf, dass heutige Lancias (technische) Pendants zu einzelnen Fiat-Modellen darstellen - wenn auch mit eigenständigem Außen- und Innendesign. Insofern versteht sich Lancia selbst als Volumenhersteller, dessen Modellpalette vom Kleinwagen, Vans bis hin zur eigenen Oberklasse reicht.

Lancia im Motorsport

Die Wagen der Firma Lancia wurden sehr oft im Rallyesport eingesetzt. Die Scuderia Lancia konnte mit Lancia D24 und ihrem Fahrer Juan Manuel Fangio 1953 einige Erfolge feiern. Die Scuderia Lancia war dann auch kurze Zeit mit dem Lancia D50 in der Formel 1 tätig. Als ihr Fahrer Alberto Ascari aber 1955 infolge eines schweren Crashs in Monza starb, verschenkte Lancia seine sechs Wagen an die Scuderia Ferrari, die 1956 mit dem Ferrari-Lancia D50 Weltmeister wurde. Seit 1970 gab es dann die offizielle Rallye-WM. Dort kam der Lancia Fulvia zum Einsatz, der 1972 den ersten Weltmeistertitel holte.

Berühmt wurde auch der Lancia Stratos, der 19741976 die Marken-WM gewann. Einer der bekanntesten Fahrer war Sandro Munari. Er fuhr 13 Siege ein und holte 1977 den Weltmeistertitel. Der Lancia Beta Monte-Carlo wurde in der Gruppe 5 unter 2000 ccm eingesetzt und wurde 1980 und 1981 Weltmeister. Daraufhin überarbeitete man das Modell und es entstand der Lancia Rally 037. Fahrer wie Walter Röhrl holten 19821985 etliche Siege in der Rallye-WM und 1983 konnte man den Marken WM Titel feiern. Nebenbei wurde für die Gruppe 6 der Lancia LC1 mit 450 PS (331 kW) und für die Gruppe C der Lancia LC2 mit 800 PS (588 kW) eingesetzt. Fahrer wie Ricardo Patrese fuhren hier mit dem Martini Racing Team einige Siege ein, Porsche konnte man zwar nur selten schlagen, dennoch stellten die Erfolge eine äußerst respektable Leistung dar.

Dann kam die Zeit des Lancia Delta. In verschiedenen Ausführungen (S4, bis 1986; 4WD bis 1987; integrale bis 1988; integrale 16V bis 1989) wurden etliche Titel eingefahren. Der Lancia Delta S4 holte den Weltmeistertitel 1986 in der Gruppe B. Die so genannten Gruppe-B-Monster hatten 400 bis 550 PS, konnten allerdings nur noch von einigen wenigen Top-Piloten am Grenzbereich bewegt werden. Der finnische Lancia-Werksfahrer Henri Toivonen und sein Kopilot verunglückten in einem Delta S4 bei der Korsika-Rallye 1986 tödlich. Die Gruppe B wurde infolge weiterer schwerer Unfälle dann auch von der FIA wieder aus dem Rallyesport verbannt. In der Gruppe A lief es dann wieder besser und der Lancia Delta hielt sich bis 1992 im Geschäft. 19871992 wurde die Marken-WM gewonnen. Weltmeister wurden Juha Kankkunen (1987 und 1991) und Massimo Biasion (1988 und 1989).

Man kann mit Recht behaupten, dass Lancia eine überaus bedeutende Rolle im Rallyesport spielte. Allein die Rallye Monte Carlo wurde seit 1973 elfmal mit einem Lancia gewonnen. In der Rallye-WM gab es seit 1970 neun Weltmeister mit einem Auto der Marke Lancia. Der Lancia Delta integrale gilt als das erfolgreichste Rallyeauto überhaupt. Er gewann sechsmal hintereinander die Marken-WM. Mit keinem anderen Fahrzeug konnte ein derartiger Erfolg bisher wiederholt werden.

Lancia-Modelle

Zu den besonders erfolgreichen Modellen zählt der Lancia Delta (Rallye GruppeA Weltmeister 19871992) und der Lancia Thema 8.32 (mit Ferrari-Motor). Der Lancia Lambda weist als Besonderheit die weltweit erste selbsttragende Karosserie auf. Ebenso erfolgreich in Europa, besonders Deutschland und Frankreich, ist der Ypsilon. Dieser wurde in seiner ersten Version als Y10 von Autobianchi (Tochter von FIAT) hergestellt und außerhalb Italiens mit dem Lancia-Logo und über die Lancia-Vertriebsstätten verkauft. Ab der zweiten Serie, die als Lancia Y bezeichnet wurde, kam hier nur noch der Name Lancia zum Tragen.

Personenwagen

Zeitleiste


Zeitleiste der Lancia- und Autobianchi-Modelle von 1945 bis heute
Typ Lancia, bis 1969 unabhängig 1969 von Fiat gekauft, seitdem Typennummernkreis von Fiat
Autobianchi, Gemeinschaftsunternehmen zwischen Bianchi, Fiat und Pirelli ab 1967 100 % Teil des Fiat-Konzerns 1982–1995 im Ausland als Lanica,
in Italien als Autobianchi vermarktet
40er 50er 60er 70er 80er 90er 2000
56789 0123456789 0123456789 0123456789 0123456789 0123456789 0123456789
Kleinstwagen Bianchina Giardinera
Kleinwagen A112 A112 Y10 (156) Y (840) Ypsilon (843)
Primula
Kompaktklasse A111 Delta I (831) Delta II (836) Delta III
Mittelklasse Prisma (831) Dedra (835) Lybra (839)
... Ardea Appia Fulvia Beta / Trevi (828)
Obere Mittelklasse Flavia 2000 Gamma (830) Thema (834 / Y9) Kappa (838) Thesis (841)
Coupé Stellina
Fulvia Coupé/Sport Beta Coupé/Spider/ Montecarlo (828)
Aurelia Flaminia Gamma Coupé/GT (830)
Sportwagen Stratos
Minivan Musa (350)
Van Zeta (220) Phedra (179)


Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Lancia, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

1908 bis 1945

ab 1945, nicht mehr aktuell

Bild:Lancia Fulvia Coupé 1975.jpg
Lancia Fulvia Coupé (1975)

Aktuelle Modellpalette

Bild:LanciaFulvia(2003).JPG
Lancia Fulvia (IAA 2003)

geplante Modelle

Historische Transporter

Historische Lastkraftwagen

Bild:Lancia0502.jpg
Lancia Esadelta C

Historische Busse

Historische Obusse

Historische Militärfahrzeuge

Literatur

Siehe auch

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Lancia – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Lancia, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge