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Labour Party

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt die britische Labour Party. Für die gleichnamigen Parteien siehe Labour Party (Irland), Arbeitspartei (Israel), Labour Party (Neuseeland) und Jamaica Labour Party.
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Basisdaten
Gründungsdatum: 27. Februar 1900
Gründungsort: London
Vorsitzender: Tony Blair
Hausanschrift: 16 Old Queen Street
London, SW1H 9HP
Website: www.labour.org.uk
E-Mail-Adresse: info@new.labour.org.uk

Die Labour Party [ˈlɛibə paːti][1] (auch nur Labour) (deutsch „Arbeitspartei“) ist neben der Conservative Party und den Liberal Democrats eine der drei großen Parteien Großbritanniens. Sie stellt auch den momentanen Premierminister Tony Blair.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Partei wurde 1900 als Labour Representation Committee (LRC) gegründet und setzte sich zu diesem Zeitpunkt aus Gewerkschaften und sozialistisch orientierten Parteien wie der „Independent Labour Party“ (1893 gegründet) sowie der Fabian Society zusammen. Sie entstammt damit dem später so benannten Tradeunionismus. Individuelle Mitglieder wurden erst im Anschluss an die Parteireform nach dem Ersten Weltkrieg aufgenommen.

Nach den Unterhauswahlen 1906 wurde das LRC in Labour Party umbenannt. Zu diesem Zeitpunkt dominierten in England vor allem die Conservatives sowie die Liberals. Die Liberale Partei stand dem LRC bzw. der Labour Party jedoch näher als die Conservatives, so dass sich eine Zusammenarbeit anbot. Diese drückte sich u. a. in Absprachen zur Vermeidung von Wahlkämpfen zwischen Labour/Liberal-Kandidaten (Wahl-Entente) aus.

Wie die SPD in Deutschland, so spaltete sich auch die Labour Party in England 1914 während des Ersten Weltkriegs an der Kriegsfrage. Der pazifistische Flügel um Ramsay MacDonald konkurrierte mit dem patriotischen Flügel Arthur Hendersons. Dennoch kam es nicht zum Bruch, was dem föderativen Aufbau der Labour Party zugerechnet werden kann.

Infolge des Bedeutungsverlustes der Gewerkschaften, insbesondere durch gescheiterte Streikversuche („Triple Alliance1921), gelang es der Führung der Labour Party um Henderson, den Einfluss der Gewerkschaften allmählich einzudämmen. Die Partei wurde für breitere Volksschichten wählbar und nahm auch den abgespaltenen linken Flügel der liberalen Partei auf. Spätestens mit der Wahl von 1924, nach der die Labour Party für kurze Zeit in Koalition mit den Liberals erstmals die Regierung stellen konnte, kann die Labour Party als etabliert angesehen werden.

Tony Blairs New Labour

Seit Anfang der 1990er Jahre ändert die Partei unter dem Vorsitzenden Tony Blair ihre Ausrichtung.

Statt für Klassenkampf bis hin zum Fernziel Sozialismus oder Verstaatlichung von Schlüsselindustrien, der Umverteilung von Reich zu Arm und der Gewerkschaftsnähe steht New Labour heute für Privatisierungen und einen liberalen, kapitalismusfreundlichen Kurs, der dem der konservativen Margaret Thatcher ähnelt.

Daher sagen inzwischen manche Sozialdemokraten, dass die britische Labour Party inzwischen nicht mehr als sozialdemokratische Partei, sondern als Mitte-Rechts-Partei angesehen werden muss. Das drückte sich z.B. international sichtbar in der Position der britischen Regierung in der Frage der Unterstützung des Irak-Krieges aus, mit der sie im Gegensatz zu den Positionen der (konservativen) französischen und (sozialdemokratischen) deutschen Regierung und der eigenen Bevölkerung stand. Ähnliche Wandlungen ihrer sozialdemokratischer Parteien haben Gerhard Schröder („Neue Mitte“, „Agenda 2010“) und der Spanier José Luis Rodríguez Zapatero (nuevo camino („neuer Weg“) gegen vehementen Widerstand aus den eigenen Reihen vollzogen, was von Rücktritten (z.B. Robin Cooks), Austritten und Demonstrationen begleitet und von Kritikern als Sozialabbau und Verrat an der Sozialdemokratie bezeichnet wird.

Andere Historiker und Politologen halten die Reformen für die einzig mögliche Antwort auf die sich ihrer Auffassung nach wandelnden wirtschaftlichen und politischen Bedingungen, z.B. aufgrund der Globalisierung und des des zunehmenden Wettbewerbsdrucks. Diese New Labour-freundliche Interpretation sieht dadurch die Wandlungsfähigkeit der europäischen Sozialdemokratie bewiesen.

Auf europäischer Ebene ist die Partei innerhalb der Sozialdemokratischen Partei Europas organisiert.

Weblinks

Literatur

  • Henry Pelling: The Origins of the Labour Party. 2nd Edition. Oxford 1965
  • Alastair Reid/Henry Pelling: A short History of the Labour Party. 12th Edition. Basingstoke 2005 ISBN 1403993130
  • Hilary Wainwright: Labour: a Tale of two parties. London 1987 ISBN 0701207787

Einzelnachweise

  1. Lexikon der Geschichte, Orbis verlag, 2001, ISBN 3-572-01285-6
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