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LEBIG
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Begründung:
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Begründung: Für mich ist kein Herausstellungsmerkmal erkennbar. --144 ○ 08:38, 19. Nov 2005 (CET)
Die Abkürzung LEBIG steht für LEBIG Leitstellen–Entwicklungs-, Betriebs- und Integrationsgesellschaft m.b.H.
Das System der LEBIG Rettungsleitstelle ist grundsätzlich auf eine Leitstelle mit mehreren Standorten aufgebaut. Alle Daten laufen zentral zusammen und sind von allen Standorten auch übergreifend bearbeitbar.
Sie organisiert seit 2003 die Rettungs- und Krankentransporte in Niederösterreich. Sie ist eine gemeinnützige Ges.m.b.H. und arbeitet nicht gewinnorientiert. Die Gesellschafter sind das Niederösterreichische Rote Kreuz, der Arbeiter-Samariter-Bund und der Christophorus Flugrettungsverein des ÖAMTC.
Durch sieben Betriebsstandorte, verteilt in ganz Niederösterreich, wird sowohl der Rettungsdienst als auch der Krankentransportdienst sowie einige weitere Aufgaben koordiniert. Angeschlossen sind fast alle Rettungsdienstorganisationen des Bundeslandes. Die Fahrzeuge und Mannschaften werden über ein digitales Pagernetz alarmiert bzw. beauftragt. Parallel dazu steht ein analoges Funknetz im 4m-Band sowie GSM zur Verfügung. Per INOTIF kann eine große Anzahl von Mitarbeitern am privaten Mobiltelefon erreicht werden. Das Leitsystem sollte bereits über das BOS-System abgewickelt werden. Dies ist aber noch nicht verfügbar, da es erst 2004 neuerlich ausgeschrieben wurde.
Mit einigen wenigen Ausnahmen werden alle Notrufe, die in Niederösterreich über die Rettungsnotrufnummer 144, die Rufnummer des Ärztenotdienstes 141 oder die Bergrettungsnotrufnummer 140 ankommen, an die zuständige LEBIG-Leitstelle geroutet.
Die LEBIG hat getrieben durch Entscheidungen auf Landesebene in sehr kurzer Zeit und ohne ausreichende Vorlaufzeit von vielen als überfallsartig empfunden ein neues zentralisiertes Leitstellen-System eingeführt, das in einsatztaktischer, logistischer und technischer Hinsicht einen großen Umbruch dargestellt hat. Ausbildungszeiten für Leitstellendisponenten wurden vervielfacht, ein strukturiertes Notrufabfrageprotokoll landesweit zwingend eingeführt, eine institutionelle Qualitätssicherung eingeführt, und etliches mehr. Die vom ÖRK festgeschriebene Doppeltbesetzung jeder Leitstelle wurde erstmals umgesetzt. Die Disponenten im Nachtdienst sind durchgehend in der Leitstelle und dürfen sich nicht mehr in Ruheräume zurückziehen.
Das System ist Wochen vor der Landtagswahl im Frühjahr 2005 in die Schlagzeilen geraten, als es bereits mehrere Monate im Echtbetrieb war. Etliche Beschwerdefälle wurden medial sehr hoch gespielt. Es wurden durch die Patientenanwaltschaft zahlreiche Beschwerden über zu langsame Ausrückzeiten oder falsche Alarmierungsangaben gesammelt und ausgewertet. Auch über stark gesteigerte Belastungen der Disponenten, überlange Dienste und fehlende echte Ruhepausen wurde berichtet. Die Probleme wurden bis auf höchste politische Ebene des Bundeslandes getragen, so dass es auch zu politischen Schuldzuweisungen kam. Der Endbericht der Patientenanwaltschaft findet sich hier Etliche Dienststellen klagen über gestiegene Beschwerdezahlen, andere berichten über stark gesunkene Zahlen der aktenkundigen Beschwerdefälle seit Einführung des Systems LEBIG.
Manche betroffenen Rettungsstellen geben eine hohe zusätzliche finanzielle Belastung durch die Übergabe des Leitstellendienstes an die Lebig an - pro Alarmierung wird ein Kostenbeitrag von der Dienststelle eingehoben. Früher konnten die Dienststellen die Leitstelle selbst betreiben, ob dies tatsächlich gleichwertig und kostengünstiger war ist mangels voriger Kostenwahrheit und Qualitätssicherung unklar. Aus Kostengründen gibt es auch bereits wieder den ersten Austritt aus dem System, was jedoch im Sinne einer raschen Versorgung der Bevölkerung bereits Nachteile mit sich zieht (Notfälle werden von der Lebig ja weiterhin an diese Dienststellen abgegeben - im Gegensatz zum "direkten" alarmieren dieser Fahrzeug von früher müssen jetzt die Einsätze an die Dienststellen telefonisch weitergegeben werden, aufschreiben, Informationen dazu sagen, usw. was somit je Einsatz eine Zeitverzögerung von 2-5 Minuten bedeutet. Ob der "politisch angehauchte" Austritt dieser Dienststellen und damit nicht mehr protokollierbarkeit dieser Einsätze somit für die Bevölkerung ein Vor- oder Nachteil ist, soll jeder für sich selbst beurteilen. Erfahrungsgemäss steigen nur Dienststellen aus dem Lebig-System wieder aus, welche Panik davor haben, dass interne Schwächen durch die transparente Dokumentation der Lebig auch nach aussen hin sichtbar gemacht werden.
