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Léopold Sédar Senghor
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Léopold Sédar Senghor (* 9. Oktober 1906 in Joal bei Dakar/Senegal; † 20. Dezember 2001 in Paris), war ein afrikanischer Dichter, Politiker und von 1960 bis 1980 Präsident von Senegal.
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Leben
Im Jahre 1928 ging er zur Ausbildung nach Paris und war schließlich als Gymnasiallehrer für klassische Philologie tätig. Er wurde französischer Staatsbürger. Als Autor von Gedichten und Aufrufen begründete er mit anderen schwarzafrikanischen Intellektuellen die Strömung der Negritude. 1933 gründete er die Vereinigung westafrikanischer Studenten. Er war 1934 Abgeordneter in der französischen Nationalversammlung, geriet 1942 in deutsche Kriegsgefangenschaft. Nach der Befreiung arbeitete er zunächst wieder als Lehrer, wurde aber noch 1945 als Abgeordneter des Senegal erneut in die Nationalversammlung gewählt. Er war Staatssekretär der französischen Regierung. Ab 1951 war er die wichtigste politische Person im Senegal, den er von 1960 bis 1980 als Präsident regierte. Von seinen Kritikern wurde ihm vorgeworfen, dass er sich kulturell und politisch zu sehr Europa kopierte und zu wenig eine eigenständige afrikanische Identität aufzubauen versuchte. Zudem habe er sich zu versöhnungsbereit den ehemaligen Kolonialmächten gegenüber gezeigt.
Am 31. Dezember 1980 trat Senghor zu Gunsten des Ministerpräsidenten Abdou Diouf vom Amt zurück, damals eine Besonderheit unter afrikanischen Staatsoberhäuptern.
1968 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. "Mit dieser Wahl war der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) alles andere als einverstanden, denn Senghor galt als 'dichtende Marionette' des Imperialismus. Tatsächlich hatte er zu Beginn des Jahres die senegalesische Studentenbewegung und die Proteste gegen Preiserhöhungen für Grundnahrungsmittel brutal niedergeschlagen - ausgerechnet mit Hilfe französischer Truppen. Senghors Schriften wiederum betrachteten die SDS-Aktivisten als 'lyrisierendes' Geschwätz, das 'die weißen Werte der Faschisten, die Mystik von Blut und Boden als schwarze Kultur der Neger verkauft'."
1984 wurde Senghor als erster Afrikaner Mitglied der Académie française .
1996 erhielt Senghor einen 'Lifetime Award' des Grand Prix littéraire de l'Afrique noire für seine Anthologie de la nouvelle poésie negre et malgache de langue française.
Der Internationale Flughafen von Dakar wurde nach Senghor Dakar-Yoff-Léopold Sédar Senghor International Airport benannt.
Werke (Auswahl)
- Bis an die Tore der Nacht, Waldbrunn 1985.
- Liberté I. Négritude et humanisme, Paris 1964, dt. Negritude und Humanismus. Düsseldorf, Diederichs 1967
- Liberté II. Nation et voie africaine du socialisme, Paris 1971.
- Liberté III. Négritude et civilisation de l'universel, Paris 1988.
- On African Socialism, New York 1964.
- Tam-Tam schwarz, Heidelberg 1955.
Sekundärliteratur
- János Riesz, Leopold Sedar Senghor. Der afrikanische Aufbruch im 20. Jahrhundert, Peter Hammer Verlag 2006, ISBN 3779500477
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Senghor, Léopold Sédar |
| KURZBESCHREIBUNG | Afrikanischer Dichter und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 20. Dezember 1906 |
| STERBEDATUM | 20. Dezember 2001 |
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