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Kyrillisches Alphabet

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Hinweise zur Schreibweise kyrillischer Namen in der Wikipedia finden sich in den Kyrillisch-Namenskonventionen.


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Birkenrinden<b/>alphabet aus Nowgorod

Das kyrillische Alphabet, auch Asbuka (aзбука) genannt, ist eine Buchstabenschrift, die für zahlreiche, vor allem slawische Sprachen in Europa und Asien verwendet wird. Sie ist nach Kyrill von Saloniki benannt, der jedoch nicht die (heute trotzdem so genannte) kyrillische, sondern die ihr vorausgehende glagolitische Schrift entworfen hat.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehung

Bild:Azbuka.png
eckige Glagoliza (blau) – runde Glagoliza (grün) – Kyrilliza (rot)

Obwohl anerkannt ist, dass Kyrill und Method als Urheber der glagolitischen Schrift, einer Art Vorgänger des kyrillischen Alphabets gelten können, ist die Urheberschaft des kyrillischen Alphabets immer noch Gegenstand akademischer Diskussion. Die Zuschrift an Clemens (Kliment) von Ohrid, einen Schüler Kyrills von Saloniki, ist zwar weit verbreitet, jedoch legendär und nicht zu beweisen. Eine entsprechend gedeutete Nachricht in der Legenda Ochridica bedeutet tatsächlich wohl nur, dass er die glagolitische Schrift reformiert hat.[1] Andere Theorien vermuten den Ursprung in der Schule von Preslaw in Nordostbulgarien. Fest steht, dass das kyrillische Alphabet im 9. oder 10. Jahrhundert in Bulgarien entstand. Eine Urheberschaft von Kyrill und Method kann wohl ausgeschlossen werden.

Die meisten Buchstaben wurden aus dem griechischen Alphabet (in seiner byzantinischen Schriftform) übernommen oder abgeleitet. Für Laute, die im Griechischen nicht vorkamen, wurden Zeichen aus der glagolitischen Schrift (Glagoliza) zugrunde gelegt, die um 862 vom Slawenlehrer Konstantin, der später den Namen Kyrill annahm, entwickelt worden war. Nach ihm wurde die kyrillische Schrift benannt, obwohl sie sich sehr von der glagolitischen Schrift unterscheidet.

Funktionale Bedeutung hatte die kyrillische Schrift für den bulgarischen König, um in einfacher Weise slawische Sprachen abzubilden und Bibelübersetzungen anzufertigen, um die christliche Missionierung seines Vielvölkerstaates und umliegender Territorien voranzutreiben, zu dem größere Gebiete in der heutigen Ukraine, in Serbien, Kroatien, Rumänien, Moldawien und Russland gehörten. Dadurch verstand sich Bulgarien als neuer Zweig des orthodoxen Christentums in der Rivalität zu Byzanz und übte großen politischen Einfluss bis Ende des 14. Jahrhunderts aus.

Vergleichstabelle zur Entwicklung der Buchstabenformen

Die folgende Tabelle zeigt die kyrillischen Buchstaben in der heute üblichen bürgerlichen Schrift mit den Zeichen aller Sprachen:

Kyrillisch Ursprung Zum Vergleich:
lat. Buchst.
mod. kyr. transl. altkyr. glag. griech.
Bild:Cyrillic letter A.png a Bild:Early Cyrillic letter Azu.png Bild:Alpha uc lc.svg A a
ja Bild:Early Cyrillic letter Ya.png
Bild:Cyrillic letter Be.png b Bild:Early Cyrillic letter Buky.png Bild:Beta uc lc.svg B b
Bild:Cyrillic letter Ve.png v Bild:Early Cyrillic letter Viedi.png
Bild:Cyrillic letter Ghe.png g, h Bild:Early Cyrillic letter Glagoli.png Bild:Gamma uc lc.svg C c
G g
Bild:Cyrillic letter Ghe with upturn.png g
Bild:Cyrillic letter Gje.png ģ
Bild:Cyrillic letter De.png d Bild:Early Cyrillic letter Dobro.png Bild:Delta uc lc.svg D d
Bild:Cyrillic letter Ie.png e Bild:Early Cyrillic letter Yesti.png Bild:Epsilon uc lc.svg E e
Bild:Cyrillic letter E.png ė
Bild:Cyrillic letter Ukrainian Ie.png je Bild:Early Cyrillic letter Ye.png
Bild:Cyrillic letter Zhe.png ž Bild:Early Cyrillic letter Zhiviete.png živěti
Bild:Cyrillic letter Ze.png z Bild:Early Cyrillic letter Zemlia.png Bild:Zeta uc lc.svg Z z
Bild:Cyrillic letter I.png i Bild:Early Cyrillic letter Izhe.png Bild:Eta uc lc.svg H h
Bild:Cyrillic letter Short I.png j
(Bild:Cyrillic letter Fita.png) Bild:Early Cyrillic letter Fita.png Bild:Theta uc lc.svg
Bild:Cyrillic letter Byelorussian-Ukrainian I.png ï Bild:Early Cyrillic letter I.png Bild:Iota uc lc.svg I i
Bild:Cyrillic letter Yi.png ji
Bild:Cyrillic letter Je.png j J j
Bild:Cyrillic letter Tshe.png ć Bild:Early Cyrillic letter Dierv.png ģ
đ đ
Bild:Cyrillic letter Ka.png k Bild:Early Cyrillic letter Kako.png Bild:Kappa uc lc.svg K k
Bild:Cyrillic letter Kje.png
Bild:Cyrillic letter El.png l Bild:Early Cyrillic letter Liudiye.png Bild:Lambda uc lc.svg L l
Bild:Cyrillic letter Lje.png lj
Bild:Cyrillic letter Em.png m Bild:Early Cyrillic letter Myslite.png Bild:Mu uc lc.svg M m
Bild:Cyrillic letter En.png n Bild:Early Cyrillic letter Nashi.png Bild:Nu uc lc.svg N n
Bild:Cyrillic letter Nje.png nj
x, ks Bild:Early Cyrillic letter Ksi.png Bild:Xi uc lc.svg (X x)
Bild:Cyrillic letter O.png o Bild:Early Cyrillic letter Onu.png Bild:Omicron uc lc.svg O o
Bild:Cyrillic letter Pe.png p Bild:Early Cyrillic letter Pokoi.png Bild:Pi uc lc.svg P p
Bild:Cyrillic letter Er.png r Bild:Early Cyrillic letter Ritsi.png Bild:Rho uc lc.svg R r
Bild:Cyrillic letter Es.png s Bild:Early Cyrillic letter Slovo.png Bild:Sigma uc lc.svg S s
Bild:Cyrillic letter Dze.png ʒ Bild:Early Cyrillic letter Dzelo.png
Bild:Cyrillic letter Te.png t Bild:Early Cyrillic letter Tvrido.png Bild:Tau uc lc.svg T t
Bild:Cyrillic letter U.png u Bild:Early Cyrillic letter Uku.png Ου ου
Bild:Upsilon uc lc.svg
U u
V v
W w
Y y
Bild:Cyrillic letter Short U.png ŭ
(Bild:Cyrillic letter Izhitsa.png) ÿ Bild:Early Cyrillic letter Izhitsa.png
Bild:Cyrillic letter Ef.png f Bild:Early Cyrillic letter Fritu.png Bild:Phi uc lc.svg
Bild:Cyrillic letter Ha.png ch Bild:Early Cyrillic letter Khieru.png Bild:Chi uc lc.svg (X x)
ō Bild:Early Cyrillic letter Otu.png Bild:Omega uc lc.svg
Bild:Cyrillic letter Tse.png c Bild:Early Cyrillic letter Tsi.png ci
Bild:Cyrillic letter Dzhe.png
Bild:Cyrillic letter Che.png č Bild:Early Cyrillic letter Chrivi.png črьvь
Bild:Cyrillic letter Sha.png š Bild:Early Cyrillic letter Sha.png ša
Bild:Cyrillic letter Shcha.png šč, št Bild:Early Cyrillic letter Shta.png šta Bild:Psi uc lc.svg
ps Bild:Early Cyrillic letter Psi.png
Bild:Cyrillic letter Hard Sign.png ”, ă, ъ Bild:Early Cyrillic letter Yeru.png jerъ
Bild:Cyrillic letter Yeru.png y Bild:Early Cyrillic letter Yery.png jery
Bild:Cyrillic letter Soft Sign.png ’, ь Bild:Early Cyrillic letter Yeri.png jerь
(Bild:Cyrillic letter Yat.png) ě Bild:Early Cyrillic letter Yati.png jatь
Bild:Cyrillic letter Yu.png ju Bild:Early Cyrillic letter Yu.png Bild:Greek lc omicron.pngBild:Greek lc iota.png
Bild:Cyrillic letter Ya.png ja, ę Bild:Early Cyrillic letter Yusu Maliy.png ęsъ
(Bild:Cyrillic letter Big Yus.png) ă, ǫ Bild:Early Cyrillic letter Yusu Bolshiy.png
Bild:Early Cyrillic letter Yusu Maliy Yotirovaniy.png
Bild:Early Cyrillic letter Yusu Bolshiy Yotirovaniy.png

Wie aus der Tabelle ersichtlich, entwickelte sich die kyrillische Schrift als zunächst für die Herstellung von Kirchenbüchern bestimmte Schrift hauptsächlich aus der griechischen Unzialschrift, aus der sich auch die meisten heutigen Großbuchstaben entwickelt haben (vgl. Griechisches Alphabet).

Weitere Entwicklung

Die ursprünglich einheitliche Schrift hat in den verschiedenen Sprachen, die das Kyrillische nutzen, teilweise unterschiedliche Entwicklungen genommen. Die der Ausgangsform am nächsten kommende Variante findet sich im Kirchenslawischen wieder. Mehrere Buchstaben (z. B. ѣ, ѫ, ѧ, ѳ, ѡ) der alten kyrillischen Schrift werden heute nicht mehr verwendet. Das heutige Buchstabeninventar der einzelnen Sprachen wird in den Artikeln zu den jeweiligen Sprachen behandelt.

Um 1700 wurde die kyrillische Schrift im Russischen Reich im Zuge der Reformen Peters des Großen vereinfacht und optisch an die lateinische Schrift angepasst. Diese latinisierten Buchstabenformen, die zur Unterscheidung von der kirchenslawischen Schrift als Bürgerliche Schrift bezeichnet wurden, wurden zur Grundlage der normativen Orthographie des Russischen. In der Folge fanden sie unter russischem Einfluss auch in den außerhalb des Russischen Reiches gelegenen Regionen Verbreitung, in denen die kyrillische Schrift verwendet wurde.

Im 19. Jahrhundert erhielten auch das Bulgarische und das Serbische eine normierte kyrillische Orthographie. Während die bulgarische Kyrilliza sich in der Form der Buchstaben weitgehend an die russische anlehnte und in der Orthographie zunächst zum großen Teil etymologischen Kriterien folgte, wurde die serbische Kyrilliza durch Vuk Karadžić radikal reformiert, um eine konsequent phonologische Schreibweise des Serbischen zu ermöglichen. Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auch die kyrillische Orthographie des Ukrainischen und des Weißrussischen einheitlich normiert, wobei die Alphabete dieser Sprachen jeweils viele Gemeinsamkeiten, aber auch einige Abweichungen von dem des Russischen aufweisen. Während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde schließlich in Jugoslawien ein eigenes, vorwiegend dem Vorbild des Serbischen folgendes kyrillisches Alphabet für das Mazedonische normiert.

Für das Rumänische, eine romanische Sprache, die in einem Land überwiegend orthodoxen Glaubens gesprochen wird und seit dem 16. Jahrhundert kyrillisch geschrieben worden war, wurde hingegen 1865 das kyrillische Alphabet zugunsten des lateinischen abgeschafft.

Durch die russische Rechtschreibreform von 1918 wurde die kyrillische Schreibweise des Russischen erneut reformiert, wobei einige infolge der Lautentwicklung nicht mehr notwendige Schriftzeichen abgeschafft wurden. Eine ähnliche Reform erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg für das Bulgarische. Die Schreibweise der übrigen kyrillisch geschriebenen slawischen Sprachen hat sich hingegen seit ihrer ersten modernen Normierung, die bereits zum großen Teil phonologischen Kriterien folgte, nicht mehr wesentlich verändert.

Bereits zur Zeit des Zarenreiches wurde das kyrillische Alphabet zur erstmaligen Verschriftlichung einiger kleinerer Sprachen in den zu diesem gehörenden Gebieten Osteuropas und Sibiriens genutzt. Zu sowjetischer Zeit wurde in den 1920er und beginnenden 1930er Jahren zunächst das lateinische Alphabet als Mittel zur Verschriftlichung von Sprachen propagiert, die bisher schriftlos waren oder zuvor das von offizieller Seite als rückständig angesehene arabische oder das mongolische Alphabet verwendet hatten. Ende der 1930er Jahre wurde dann jedoch die Orthographie aller dieser Sprachen auf das kyrillische Alphabet umgestellt. Von der allgemeinen Einführung der Kyrilliza für die Sprachen der Sowjetunion ausgenommen blieben lediglich das Armenische und das Georgische, die ihre eigenen traditionellen Schriften beibehielten, sowie die Sprachen der baltischen Republiken und von Minderheitengruppen mittel- oder westeuropäischer Herkunft, die weiterhin in lateinischer Schrift geschrieben wurden. Nach dem Vorbild der Sowjetunion führte auch die Mongolische Volksrepublik die kyrillische Schrift ein. Zur Schreibung der nichtslawischen Sprachen der Sowjetunion wurde das kyrillische Alphabet in der für das Russische üblichen Form in den meisten Fällen um weitere, meist neugeschaffene Buchstaben erweitert, um alle Laute der jeweiligen Sprache wiedergeben zu können.

Heutige Verbreitung

Heute werden Russisch, Ukrainisch, Weißrussisch, Bulgarisch, Serbisch, Mazedonisch und das moderne Kirchenslawisch sowie zahlreiche weitere Sprachen in Osteuropa, Sibirien, dem nördlichen Kaukasus und Zentralasien (unter anderem Kasachisch, Kirgisisch, Mongolisch und Tadschikisch) mit kyrillischen Zeichen geschrieben.

Die Alphabete der einzelnen Sprachen sind im Wesentlichen gleich und unterscheiden sich nur durch einige wenige Zeichen. Manche Sprachen verwenden Sonderzeichen (ähnlich den Umlauten in der lateinischen Schrift). Allerdings werden in der kyrillischen Schrift im Gegensatz zur Lateinschrift nur selten beigefügte Akzente, Punkte, Cedillen oder ähnliches verwendet, sondern eher ganz neue Buchstabenformen eingeführt. Die kirchenslawische Schrift enthält eine ganze Reihe von Zeichen, die in den modernen Schriften nicht mehr üblich sind.

Kursive und aufrechte Formen

Eine Besonderheit des kyrillischen Alphabets besteht darin, dass sich die kursiven Formen der Kleinbuchstaben teilweise stark von den aufrechten Formen unterscheiden, etwa vergleichbar dem Unterschied zwischen kursivem und aufrechtem a oder dem unterschiedlichen Erscheinungsbild der Majuskeln und Minuskeln des lateinischen Alphabets (wohingegen die kyrillischen Minuskeln meist wie kleinere Versionen der entsprechenden Majuskeln aussehen).

Die folgende Tabelle gibt die Unterschiede zwischen kursiver und nicht-kursiver kyrillischer Druckschrift wieder. Zeichen, die erfahrungsgemäß einem an lateinische Schrift gewöhnten Leser Probleme bereiten können, sind hervorgehoben. Verwirrung ergibt sich typischerweise, weil der kursive Kleinbuchstabe völlig anders aussieht als der nichtkursive (z. B. г), und/oder weil der kursive Kleinbuchstabe dasselbe oder fast dasselbe Schriftbild aufweist wie ein lateinischer Kleinbuchstabe mit völlig anderem Lautwert (z. B. u, m, n, w).

а б в г д е ё ж з и й к л м н о п р с т у ф х ц ч ш щ ъ ы ь э ю я
а б в г д е ё ж з и й к л м н о п р с т у ф х ц ч ш щ ъ ы ь э ю я
Alternativabbildung, falls oben keine signifikanten Unterschiede erkennbar sind.

Im Bulgarischen und Serbischen werden diese alternativen Formen oft auch für die aufrechte Schrift verwendet – was regelmäßig zur Ratlosigkeit von Touristen führt, da in Deutschland gedruckte Lexika fast immer nur die Standard-Druckschrift verwenden.

Darüberhinaus unterscheiden sich die im Serbischen und Mazedonischen bevorzugten Formen der kursiven Minuskeln außerdem zum Teil deutlich von den anderenorts üblichen (vgl. die Grafik von Janko Stamenović):

  • das б (б) ähnelt noch stärker als die Standardform einem kleinen griechischen Delta (δ),
  • das г (г) sieht aus wie ein i mit Makron (ī) und nicht wie ein an der Vertikalen gespiegeltes s oder punktloses Fragezeichen,
  • das д (д) ähnelt einem g oder einer tiefgestellten 9 statt einem runden d (mit gebogener Oberlänge) oder einer gespiegelten 6,
  • das п (п) sieht aus wie das kursive и (и) mit Makron (ӣ) oder ein lateinisches u mit Makron (ū) und nicht wie ein n, und
  • das т (т) ist analog der Standardvariante (ähnlich m) die verdoppelte Form davon, also etwa vergleichbar einem w mit Makron oder dem kursiven ш (ш) mit Makron.

In der Computertypographie sind diese Varianten bisher nur über speziell lokalisierte Schriften darstellbar; zukünftig sollen aber „Smart Fonts“ über Techniken wie OpenType, Graphite oder AAT abhängig von der Sprache (halb-)automatisch die korrekten Glyphvarianten auswählen können.

Wiedergabe mit lateinischen Buchstaben

Für die graphische Wiedergabe der kyrillischen Schrift mit lateinischen Buchstaben (Romanisierung) gibt es verschiedene Möglichkeiten der Umschrift:

Die Umkehrbarkeit ist dabei nur im ersten Fall vollständig gewährleistet, mit kleinen Einschränkungen meist auch im zweiten. Daneben gibt es die rein ausspracheabhängige Schreibung, z. B. per IPA, die aber nicht von der Ursprungsverschriftung, also hier den kyrillischen Buchstaben, abhängig ist. In einigen Fällen, z. B. dem Mongolischen oder bei Namen von Auswanderern, wird das kyrillische Schriftsystem parallel mit einem anderen verwendet, für das es oft wiederum eine Transliterationsvorschrift ins lateinische gibt, die zu anderen Ergebnissen führen kann. Ein theoretisch möglicher rein zielsprachabhängiger Ansatz ist nicht üblich, da wie im lateinischen Schriftsystem nicht in jeder Sprache den kyrillischen Buchstaben dieselben Laute zugeordnet sind (z. B. г → g/h).

Die in der Slawistik übliche wissenschaftliche Transliteration beruht auf dem tschechischen Alphabet. Die Normen der ISO und anderer Institute (v. a. GOST) bauen darauf auf, unterscheiden sich aber in Details davon. Die UN empfiehlt seit 1987 für geographische Bezeichnungen GOST 16876-71[2], die zumindest für das Russische keine Unterschiede zur wissenschaftlichen Transliteration und ISO/R 9 aufweist und nur drei zu ISO 9 (щ → šč/ŝ, я → ja/â, ю → ju/û).

Buchstaben mit einheitlicher Transliteration
Kyrillisch А
а
Б
б
В
в
Ѓ
ѓ
Д
д
Ђ
ђ
Е
е
Ё
ё
Ж
ж
З
з
Й
й
К
к
Л
л
М
м
Н
н
О
о
П
п
Р
р
С
с
Т
т
Ќ
ќ
Ћ
ћ
У
у
Ў
ў
Ф
ф
Ц
ц
Ч
ч
Ш
ш
Ь
ь
Ѣ
ѣ
Lateinisch A
a
B
b
V
v
Ǵ
ǵ
D
d
Đ
đ
E
e
Ë
ë
Ž
ž
Z
z
J
j
K
k
L
l
M
m
N
n
O
o
P
p
R
r
S
s
T
t

Ć
ć
U
u
Ǔ
ŭ
F
f
C
c
Č
č
Š
š
Ě
ě

Für die weitgehend phonetische Transkription gibt es in den europäischen Sprachen – auch und gerade der deutschen – eine lange Tradition, in deren Verlauf es auch zu Änderungen und Varianten kam (z. B. Namensendung -off/-ow/-ov/-ev oder in der DDR sh für ж). Neben der Verwendung von w anstelle von v für в weicht die vom Duden gepflegte (russisch-)deutsche Transkription vor allem bei den S-Lauten von der Transliteration ab (ш/ж → sch, з → s statt z, ц → z statt c). Im englischen Sprachraum dominieren zwei einander sehr ähnliche Standards, die zugunsten von Digraphen (meist mit h) weniger stark auf diakritische Zeichen wie Hatschek und Zirkumflex setzen (z. B. щshch statt šč oder ŝ): BGN/PCGN (Geographie) und ALA/LC (Bibliothekswesen). Durch die Verwendung in den internationalen Medien, bspw. im Profisportbereich, und deren unreflektierter Übernahme durch die lokale Presse finden sich die französische und vor allem englische Transkription auch in vielen anderen Ländern; ebenso tauchen wegen technischer Schwierigkeiten akzentbefreite Transliterationen auf. Es ist ein Qualitätsmerkmal von Verlagen und Redaktionen, den ausgewählten Transkriptions- oder Transliterationsstandard durchgängig einzuhalten.

In Jugoslawien galt für die lokalen Sprachen eine einheitliche Umwandlung von kyrillischen in lateinische Buchstaben und umgekehrt, die sich in den Nachfolgestaaten erhalten hat. Vor allem in Serbien werden beide Systeme weiterhin parallel verwendet. In den Staaten Aserbaidschan, Turkmenistan und Usbekistan wurden nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion in den 1990ern auf dem Türkischen basierende lateinische Alphabete (wieder-)eingeführt. In diesen Fällen wird in der Regel auch im Ausland die lokale Umschrift verwendet. In Weißrussland hat ein an das polnische angelehntes lateinisches Alphabet (Łacinka) historische Bedeutung, genießt heute aber keinen offiziellen Status und wird deswegen zur Transkription des Weißrussischen in fremdsprachigem Kontext nur selten verwendet.

Beispiele für die Umschrift von Namen

Kyrillische Schreibweise Transliteration Transkription
deutsch englisch französisch
Александр Солженицын Aleksandr Solženicyn Alexander Solschenizyn
(Solshenizyn)
Aleksandr Solzhenitsyn Alexandre Soljenitsyne
Михаил Зощенко Michail (Mihail) Zoščenko (Zoŝenko) Michail Soschtschenko (Sostschenko) Mikhail Zoshchenko Mikhaïl Zochtchenko
Михаил Горбачёв Michail (Mihail) Gorbačëv Michail Gorbatschow Mikhail Gorbachev Mikhaïl Gorbatchev
Борис Николаевич Ельцин Boris Nikolaevič El’cin Boris Nikolajewitsch Jelzin Boris Nikolayevich Yeltsin Boris Nikolaïevitch Eltsine (Ieltsine)
Руслана Лижичко (ukrainisch) / Лыжичко (russisch) Ruslana Lyžyčko / Lyžičko Ruslana Lyschytschko (Lyshytschko) / Lyschitschko (Lyshitschko) Ruslana Lyzhychko / Lyzhichko Rouslana Lyjytchko / Lyjitchko

In Klammern steht ggf. unter Deutsch die DDR-Transkription und unter Transliteration die strengere ISO 9 von 1995.

Erscheinungsformen in einzelnen Sprachen

Bulgarisch

Buchstabe wissenschaftliche
Transliteration
Transkription IPA
üblich ISO deutsch englisch 1
А а A a A a a
Б б B b B b b
В в V v W w 2 V v 2 v
Г г G g G g g
Д д D d D d d
Е е E e E e ɛ
Ж ж Ž ž Sch sch (Sh sh) 3 Zh zh ʒ
З з Z z S s Z z z
И и I i I i i
Й й J j J j Y y j
К к K k K k (кс = x) 4 K k k
Л л L l L l l
М м M m M m m
Н н N n N n n
О о O o O o ɔ
П п P p P p p
Р р R r R r r
С с S s S s (ss) 4, 5 S s s
Т т T t T t t
У у U u U u u
Ф ф F f F f f
Х х Ch ch 6 H h Ch ch Kh kh; H h 1 h
Ц ц C c Z z Ts ts ts
Ч ч Č č Tsch tsch Ch ch
Ш ш Š š Sch sch Sh sh ʃ
Щ щ Št št Ŝ ŝ Scht scht Sht sht ʃt
Ъ ъ Ă ă 7 A a 8 A a ə, ʌ 9
Ь ь ' (weich) ( - ) (J j) 10 (Y) (y) ʲ (palatal)
Ю ю Ju ju Û û Ju ju Yu yu ju
Я я Ja ja  â Ja ja Ya ya ja

Hinweise:
1. In Bulgarien wird in offiziellen Dokumenten eine Umschrift verwendet, die bis auf eine Ausnahme mit der englischen Transkription identisch ist: Der kyrillische Buchstabe х wird in Ausweisdokumenten usw. nicht mit kh, sondern mit h wiedergegeben. Zu den Quellen siehe Weblinks. Früher wurde französisch transkribiert. Auf besonderen Antrag konnten Eigennamen weiter wie gewohnt transkribiert werden, weichen dann also von der heute gültigen offiziellen Transkription ab, beispielsweise in ya vs. ia.
2. In Bulgarien wird regelmäßig mit в → v latinisiert, da dies für die meisten Sprachen mit lateinischem Alphabet eindeutiger ist. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde silbenauslautendes , vor allem in den Endungen -ов und -ев, oft als -ff transkribiert; diese Transkription ist heute nicht mehr üblich.
3. Der Duden nennt sch als herkömmliche Transkription, da ein „stimmhafter Sch-Laut“ (wie in „Journal“) im Deutschen nicht eindeutig und verständlich mit Buchstaben ausgedrückt werden könne. Die als zweite Variante im Duden genannte und in der DDR übliche Transkription sh (als Unterscheidung zum stimmlosen sch) wird von einigen als Notbehelf angesehen, da sie nur von Menschen mit Kyrillisch-Kenntnissen verstanden und richtig ausgesprochen würde; andere argumentieren jedoch, eine Unterscheidung sei durchaus sinnvoll und solle auch in der Transkription wiedergegeben werden.
4. Falls die kyrillische Buchstabenverbindung кс aus einem griechischen oder lateinischen x hervorgegangen ist, wird oftmals bei der „Rücktranskription“ wieder ein x benutzt. Bei Namen wie Alexandra, die auch in lateinisch-schriftlichen Regionen als Aleksandra existieren, kann jedoch keine allgemein empfehlenswerte Transkription erfolgen.
5. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache gewöhnlich ss.
6. Gelegentlich wird auch H bzw. h verwendet.
7. Gelegentlich wird auch  (Â) bzw. â (â) verwendet. Man beachte, dass dieser Buchstabe im Bulgarischen ein normaler Vokalbuchstabe ist, nicht ein Härtezeichen wie im Russischen.
8. Früher war auch die Transkription mit u gebräuchlich.
9. Dieser Vokal wird wie alle anderen komplementär zu einem Gegenstück verwendet, in diesem Fall zu [a] und in betonten Silben klar gesprochen: hour (engl.) [aʊ'ər], ъгъл (Winkel) ['əgʌl] oder in nicht betonten Silben abgedunkelt cut (engl.) [cʌt], България [bʌlg'arija]
10. Das Weichheitszeichen ь tritt (fast) ausschließlich im Zusammenhang mit о als ьо auf; diese Kombination wird am besten mit jo transkribiert, anstatt einen Apostroph benutzen. Die Kombinationen ьи und ье sind extrem selten und können nur bei der kyrillischen Umschrift ausländischer Namen auftreten, z.B. in „Вальехо“ oder „Педроньерас“ (Pedroñeras; Ort in Spanien). Eine (Rück-)Transkription von ьи und ье sollte i. d. R. nicht nötig sein, da man einfach die ursprüngliche lateinische Schreibweise des entsprechenden Namens verwenden sollte.

Kasachisch

Kasachische Kyrilliza Kasachische Lateinschrift Deutsche Transkription IPA
А a A a A a ɑ
Ә ә Ä ä Ä ä æ
Б б B b B b b
В в V v W w v
Г г G g G g g
Ғ ғ Ğ ğ Gh gh ɣ
Д д D d D d d
Е е E e E e / Je je 1 e, je
Ё ё * Yo yo Jo jo (O o) jo
Ж ж J j Sch sch ʒ
З з Z z S s z
И и Ï ï I i i:
Й й Y y I i / J j 2 j
К к K k K k k
Қ қ Q q Q q q
Л л L l L l l
М м M m M m m
Н н N n N n n
Ң ң Ñ ñ Ng ng ŋ
О о O o O o o
Ө ө Ö ö Ö ö ø
П п P p P p p
Р р R r R r r
С с S s S s (ss) 3 s
Т т T t T t t
У у W w U u u:, w
Ұ ұ U u U u u, ʊ
Ү ү Ü ü Ü ü y, ʏ
Ф ф F f F f f
Х х X x Ch ch x
Һ һ H h H h h
Ц ц * C c Z z ʦ
Ч ч * Ç ç Tsch tsch ʧ
Ш ш Ş ş Sch sch ʃ
Щ щ * Şç şç Schtsch schtsch ʃ:
Ъ ъ * - - -
Ы ы I ı Y y ɯ, ɤ
İ i İ i I i i, ɪ
Ь ь * - - -
Э э * E e E e 4 e
Ю ю Yu yu Ju ju ju
Я я Ya ya Ja ja

Die mit * gekennzeichneten Buchstaben kommen gewöhnlich nur in jüngeren Fremdwörtern russischer Herkunft vor.
1: Am Wortanfang und nach Vokal Je je, nach Konsonant e.
2: Am Wortende und vor folgendem Konsonanten I i, vor folgendem Vokal J j.
3: Zwischen Vokalen ss, sonst S s.
4: Nur am Wortanfang oder nach Vokal.

Kirchenslawisch

Auch moderne kirchenslawische Texte werden nach wie vor in der altkyrillischen Schrift gesetzt, die in der obigen Tabelle dargestellt ist. Eine etwaige Transkription oder Transliteration richtet sich in der Regel nach der Sprache des Landes, in der der Text erscheint.

Kirgisisch

Kirgisische Kyrilliza Deutsche Transkription IPA
А a A a a
Б б B b b
В в W w v
Г г G g g~ɣ
Д д D d d
Е е E e / Je je 1 e, je
Ё ё Jo jo jo
Ж ж Dsch dsch
З з S s z
И и I i i
Й й I i / J j 2 j
К к K k k~q
Л л L l l
М м M m m
Н н N n n
Ң ң Ng ng ŋ
О о O o o
Ө ө Ö ö ø
П п P p p
Р р R r r
С с S s (ss) 3 s
Т т T t t
У у U u u
Ү ү Ü ü y
Ф ф F f f
Х х Ch ch x
Ц ц Z z ʦ
Ч ч Tsch tsch ʧ
Ш ш Sch sch ʃ
Щ щ Schtsch schtsch ʃ
Ъ ъ - -
Ы ы Y y ɯ
Ь ь - -
Э э E e e
Ю ю Ju ju ju
Я я Ja ja ja

1: Am Wortanfang und nach Vokal Je je, nach Konsonant e.
2: Am Wortende und vor folgendem Konsonanten I i, vor folgendem Vokal J j.
3: Zwischen Vokalen ss, sonst S s.

Mari

Buchstabe Transliteration und
Transkription
IPA
А а A a a
Ä ä Ä ä æ
Б б B b b
В в V v v
Г г G g g
Д д D d d
Е е E e ɛ
Ё ё Jo jo
Ж ж Ž ž ʒ
З з Z z z
И и I i i
И и I i i
Й й J j j
К к K k k
Л л L l l
М м M m m
Н н N n n
Ҥ ҥ Nj nj ɲ
О о O o ɔ
Ö ö Ö ö ø
П п P p p
Р р R r r
С с S s s
Т т T t t
У у Ü ü y
Ф ф F f f
Х х H h x
Ц ц C c ts
Ч ч Č č
Ш ш Š š ʃ
Щ щ Šč šč ʃtʃʰ
Ъ ъ " " -
Ы ы Y y ə
Ӹ ӹ Ӱ ӱ ə
Ь ь ’ ’ -
Э э È è e
Ю ю Ju ju ju, juː
Я я Ja ja ja, jaː

Mazedonisch

Buchstabe Transliteration und
Transkription
IPA
А а A a a
Б б B b b
В в V v v
Г г G g g
Ѓ ѓ Gj gj, Đ đ 1 ɟ, dʑ
Д д D d d
Е е E e ɛ
Ж ж Ž ž ʒ
З з Z z z
Ѕ ѕ Dz dz, DZ/Dz dz 2 dz
И и I i i
Ј ј J j j
К к K k k
Ќ ќ Kj kj, Ć ć 1 c,
Л л L l l
Љ љ Lj lj, LJ/Lj lj 2 ʎ
М м M m m
Н н N n n
Њ њ Nj nj, NJ/Nj nj 2 ɲ
О о O o ɔ
П п P p p
Р р R r r
С с S s s
Т т T t t
У у U u u
Ф ф F f f
Х х H h x
Ц ц C c ts
Ч ч Č č
Џ џ Dž dž, DŽ/Dž dž 2
Ш ш Š š ʃ

Hinweise:
1. In den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens sind für Ѓ ѓ und Ќ ќ auch die am serbischen und kroatischen Lateinalphabet orientierten Transkriptionen Đ (&#272;) đ (&#273;) sowie Ć (&#262;) ć (&#263;) üblich.
2. In Unicode gibt es aus Kompatibilitätsgründen für die Digraphen eigene Codes, die aber nur in Ausnahmefällen verwendet werden sollten: DZ (&#497;) oder Dz (&#498;) dz (&#499;); LJ (&#455;) oder Lj (&#456;) lj (&#457;); NJ (&#458;) oder Nj (&#459;) nj (&#460;); DŽ (&#452;) oder Dž (&#453;) dž (&#454;).

Mongolisch

Kyrillisch Deutsche Transkription Wissenschaftliche Transliteration
А а A a A a
Б б B b B b
В в W w V v
Г г G g G g
Д д D d D d
Е е Je je E e
Ё ё Jo jo Jo jo
Ж ж Dsch dsch Ž ž
З з Z z Z z
И и I i I i
Й й I i J j
К к K k K k
Л л L l L l
М м M m M m
Н н N n N n
О о O o O o
Ө ө Ö ö Ö ö
П п P p P p
Р р R r R r
С с S s S s
Т т T t T t
У у U u U u
Ү ү Ü ü Ü ü
Ф ф F f F f
Х х Ch ch Ch ch
Ц ц Ts ts C c
Ч ч Tsch tsch Č č
Ш ш Sch sch Š š
Щ щ Schtsch schtsch Šč šč
Ъ ъ (fällt weg) - -
Ы ы Y y Y y
Ь ь J j ’ ’
Э э E e Ė ė
Ю ю Ju ju Ju ju
Я я Ja ja Ja ja

Russisch

Buchstabe Transliteration Transkription Aussprache12
wissenschaftlich ISO deutsch englisch IPA
А а A a A a a
Б б B b B b b
В в V v W w V v v
Г г G g G g (w)8 G g g
Д д D d D d d
Е е E e E e (Je je)1 E e (Ye ye)1 ʲɛ / jɛ13
Ё ё Ë ë Jo jo (O o)2 E e (auch Yo yo) ʲɔ / jɔ13
Ж ж Ž ž Sch sch (Sh sh)3 Zh zh ʒ
З з Z z S s Z z z
И и I i I i11 ʲi / i / ji14
Й й J j I i ( - )4 Y y j
К к K k K k5 K k k
Л л L l L l l
М м M m M m m
Н н N n N n n
О о O o O o ɔ
П п P p P p p
Р р R r R r r
С с S s S s (ss)5, 10 S s s
Т т T t T t t
У у U u U u u
Ф ф F f F f f
Х х Ch ch H h Ch ch Kh kh x
Ц ц C c Z z Ts ts ʦ
Ч ч Č č Tsch tsch Ch ch tʃʲ
Ш ш Š š Sch sch Sh sh ʃ
Щ щ Šč šč Ŝ ŝ Schtsch schtsch (Stsch stsch)9 Shch shch ʃʲː
Ъ ъ " ( - ) (hart) ( - )6
Ы ы Y y Y y ɨ
Ь ь ' (weich) ( - ) (J j)7 (Y) (y) ʲ
Э э Ė ė È è E e ɛ
Ю ю Ju Ju Û û Ju ju Yu yu ʲu / ju13
Я я Ja ja  â Ja ja Ya ya ʲa / ju13

Hinweise:
1. Nach russ. Vokalen, am Wortanfang und nach ь sowie ъ wird mit je bzw. Je (engl. ye bzw. Ye) transkribiert, sonst mit e. Beispiel: Ельцин -> Jelzin. Wenn im Russischen für Е е auch Ё ё geschrieben werden kann, wird Е е wie Ё ё wiedergegeben.
2. Nach russ. Vokalen, am Wortanfang, nach den meisten Konsonanten und nach ь sowie ъ wird mit jo bzw. Jo transkribiert; nur nach ж (sch/sh), ч (tsch), ш (sch), und щ (schtsch/stsch) jedoch mit o. Beispiel: Горбачёв -> Gorbatschow
3. Der Duden nennt sch als herkömmliche Transkription, da ein „stimmhafter Sch-Laut“ (wie in „Journal“) im Deutschen nicht eindeutig und verständlich mit Buchstaben ausgedrückt werden könne. Die als zweite Variante im Duden genannte und in der DDR übliche Transkription sh (als Unterscheidung zum stimmlosen sch) wird von einigen als Notbehelf angesehen, da sie nur von Menschen mit Kyrillisch-Kenntnissen verstanden und richtig ausgesprochen würde, andere argumentieren jedoch, eine Unterscheidung sei durchaus sinnvoll und solle auch in der Transkription wiedergegeben werden. In der Wikipedia wird jedoch aus Gründen der Einheitlichkeit die Schreibung mit sch verwendet.
4. Der Duden schreibt: „й wird nach и und nach ы nicht wiedergegeben“ und „й = i am Wortende sowie zwischen russischem Vokalbuchstaben und russischem Konsonantenbuchstaben“. Beispiele: Горький -> Gorki, Андрей -> Andrei, Чуйков -> Tschuikow.
5. Der Duden schreibt vor, dass „in allen Fällen“ кс als x transkribiert werden soll. In der Wikipedia wenden wir diese Regel nur dann an, wenn es um Wörter griechischen oder lateinischen Ursprungs geht (Алексей -> Alexei), in echt russischen Wörtern wie etwa dem Ortsnamen Выкса wird die Schreibung mit ks verwendet (also Wyksa).
6. Härtezeichen: Hebt die Palatalisierung des voranstehenden Konsonanten auf. Wird i. A. nicht transkribiert. Siehe aber 1.
7. Weichheitszeichen: Palatalisiert den vorangegangenen Konsonanten. Wird im Allgemeinen nicht transkribiert, da die Ausspracheunterschiede für Nicht-Sprachkundige kaum auffallen und ein Apostroph im Wort den Lesefluss nur erschwert. Beispiel: Gorki statt Gor'ki. Ausnahmen sind die Verbindungen ьи und ьо, die als ji bzw. jo transkribiert werden.
8. In der Genitivendung der Adjektive -ого/-его jedoch (im Einklang mit der Aussprache) w: -owo/-(j)ewo.
9. In der DDR war auch die Transkription stsch üblich.
10. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache gewöhnlich ss.
11. Siehe aber Ь ь und 7.
12. Bei Vokalen bezieht sich die Aussprachengabe auf die Aussprache in betonter, isolierter Stellung. Abweichende Aussprachen infolge von Vokalreduktion in unbetonten Silben oder durch den Einfluss benachbarter palatalisierter Konsonanten werden nicht angegeben.
13. Die zweite angegebene Aussprache gilt nur im Silbenanlaut, also am Wortanfang, nach Vokal, ъ oder ь.
14. Die Aussprache [i] gilt im Wortanlaut, [ji] nach Vokal, ъ oder ь.

Serbisch

Buchstabe serbische Lateinschrift IPA
А а A a a
Б б B b b
В в V v v
Г г G g g
Д д D d d
Ђ ђ Đ đ, Dj dj1
Е е E e ɛ
Ж ж Ž ž ʒ
З з Z z z
И и I i i
Ј ј J j j
К к K k k
Л л L l l
Љ љ Lj lj2 ʎ
М м M m m
Н н N n n
Њ њ Nj nj2 ɲ
О о O o ɔ
П п P p p
Р р R r r
С с S s s
Т т T t t
Ћ ћ Ć ć
У у U u u
Ф ф F f f
Х х H h x
Ц ц C c z
Ч ч Č č
Џ џ Dž dž2
Ш ш Š š ʃ

Hinweise:
1. Đ đ (für Ђ ђ) kann bei technischen Problemen auch durch Dj bzw. dj ersetzt werden.
2. Diese Digraphen werden auch in lateinischer Schreibweise als jeweils nur ein Buchstabe betrachtet.

Tadschikisch

Tadschikische
Kyrilliza
Deutsche
Transkription
IPA
А a A a a
Б б B b b
В в W w v
Г г G g g
Д д D d d
Е е E e / Je je 1 e, je
Ё ё Jo jo
Ж ж Sch sch ʒ
З з S s z
И и I i i
Й й I i / J j 2 j
К к K k k
Л л L l l
М м M m m
Н н N n n
О о O o ɒ
П п P p p
Р р R r r
С с S s (ss) 3 s
Т т T t t
У у U u u
Ф ф F f f
Х х Ch ch x
Ц ц 4 Z z ʦ
Ч ч Tsch tsch ʧ
Ш ш Sch sch ʃ
Щ щ 4 Schtsch schtsch ʃ
Ъ ъ - ʔ / - 5
Ы ы 4 Y y i
Ь ь 6 - -
Э э 7 E e e
Ю ю Ju ju ju
Я я Ja ja ja
Ғ ғ Gh gh ɣ
Ӣ ӣ Ij ij i 8
Қ қ Q q q
Ӯ ӯ U u o, ɵ
Ҳ ҳ H h h
Ҷ ҷ Dsch dsch

1: Am Wortanfang und nach Vokal Je je, nach Konsonant e.
2: Am Wortende und vor folgendem Konsonanten I i, vor folgendem Vokal J j.
3: Zwischen Vokalen ss, sonst S s.
4: Diese Buchstaben kamen nur in Lehnwörtern aus dem Russischen vor. Durch die Rechtschreibreform von 1998 wurden sie abgeschafft.
5: In Wörtern arabischer Herkunft nach Konsonant [ʔ], nach Vokal bewirkt es eine Dehnung des vorangehenden Vokals. In Wörtern russischer Herkunft nicht gesprochen.
6: Zu sowjetischer Zeit wurde zwischen Konsonant und einem folgenden Ё ё, Ю ю, Я я in einheimischen Wörtern immer ь geschrieben. Außerdem kam es in Lehnwörtern aus dem Russischen vor. Durch die Rechtschreibreform von 1998 wurde es ersatzlos abgeschafft.
7: Nur am Wortanfang und nach Vokalen, in anderen Stellungen wird Е е geschrieben.
8: Wird nur am Wortende für betontes auslautendes [i] verwendet, um es von unbetontem zu unterscheiden.

Tschetschenisch

Kyrillisch Wissenschaftliche
Transliteration
Deutsche
Transkription
IPA
А а A a A a a, aː
АЬ аь Ä ä Ä ä æ, æː
Б б B b B b b
В в W w W w 1 w, v
Г г G g G g g
ГӀ гӀ Ġ ġ Gh gh γ
Д д D d D d d
ДЖ дж Dž dž Dsch dsch ʤ
ДЗ дз Dz dz Ds ds ʣ
Е е E e E e / Je je 2 e, eː, iə, jæ, je, jeː, jiə
Ё ё Jo jo Jo jo / (o) 3 jo, joː, o
ЁЬ ёь Jö jö Jö jö jø, jøː
Ж ж Ž ž Sch sch (Sh sh)