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Kybernetische Anthropologie

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Als kybernetische Anthropologie bezeichnet man den Versuch der terminologischen Kopplung von Anthropologie und Kybernetik mit einer technikinduzierten Theoriebildung.

Der Begriff geht zurück auf eine Schrift von Karl Steinbuch aus den 70er Jahren, in der er "das Eindringen mathematischer Werkzeuge in Wissensgebiete, in denen sie bisher nicht praktikabel erschienen" (Steinbuch, 1963) konstatiert. Die neue Disziplin trat mit dem Vorhaben an, durch eine dritte Kultur (C. P. Snow 1967) den Antagonismus zwischen Natur- und Geisteswissenschaften zu überwinden.

Die Kombinierbarkeit einer mathematisch-technischen Disziplin auf die Menschenwissenschaft ist umstritten; Rieger begründet folgendermaßen: "Die Applizierbarkeit der Kybernetik und ihrer Figuren ausgerechnet auf die Anthropologie [...] hat ihren epistemischen Ort weniger in der Technik als vielmehr in der Formation anthropologischer Konstrukte, in der Formation eines anthropologischen Wissens und in letzter Konsequenz in der Formierung des Menschen selbst" (Rieger, 2003).

Aktuelle Ansätze, wie sie Rieger vertritt, applizieren die kybernetische Anthropologie auf die Medienwissenschaft.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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