Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Kunstkopf
Aus Kefk.
Mit dem Wort Kunstkopf verbindet man eine spezielle Tonaufnahmetechnik, die "Kopfhörer-Stereofonie" = Binaurale Tonaufnahme. Der Kunstkopf besteht aus einer Kopfnachbildung, in der an Stelle der Ohren je ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik am Eingang der Gehörgänge mit der Nachbildung der Ohrmuscheln angebracht ist. Durch die abschattende Wirkung des Kopfes und die (bis 1000 Hz für das Gehör auswertbaren) Phasendifferenzen zwischen den beiden Mikrofonpositionen können Aufnahmen gemacht werden, welche durch die so aufgenommen interauralen Signale, also die Kopfsignale, bei der Wiedergabe über Kopfhörer eine recht gute Lokalisation der Schallereignisse vermitteln. Die rechts-links-Lokalisation geschieht sicher, oben-unten- und vorne-hinten-Unterscheidungen sind dagegen schwieriger. Die direkte Vorne-Lokalisation scheint immer in einem bestimmten Winkel nach in die Höhe verschoben.
Der erste Stereo-Kunstkopf mit Nachbildung des menschlichen Gehörganges wurde bereits 1933 gebaut.
Kunstkopfaufnahmen mit diffusfeldentzerrtem Kunstkopf sind ausschließlich zur Wiedergabe über Kopfhörer geeignet. Bei einer Lautsprecherwiedergabe wirken sie verfärbt, eng und unnatürlich. Interaurale Signale (Ohrsignale) können eben keine Interchannel-Signale (Stereo-Lautsprechersignale) sein. Dieses sind zwei zu unterschiedliche Welten.
Der Versuch Kunstkopfaufnahmen mit diffusfeldentzerrtem Kunstkopf auch für Lautsprecherwiedergabe kompatibel zu erklären, ist wegen klanglicher Schwächen nicht angenommen worden.
Neben Kunstköpfen sind auch Kugelflächenmikrofon, Kopfbügelmikrophon oder Jecklin-Scheibe geeignet, um binaurale Aufnahmen zu erstellen.
Beim Kopfbügelmikrofon Sennheiser MKE-2002 waren die Mikrophone in zwei externen Bügeln untergebracht, die in die Ohren einer Person oder bei einem mitgelieferten künstlichen Kopf in nachgebildete Ohrmuscheln gehängt werden konnten. [1]
Das erste im deutschen Radio ausgestrahlte Hörspiel in Kunstkopf-Stereofonie war zur Funkausstellung 1973 in Berlin die RIAS/BR/WDR-Produktion "Demolition" ("The demolished man") nach dem Roman von Alfred Bester.
Tonträger in Kunstkopf-Stereofonie
Auf der LP/CD "Tales of Mystery and Imagination" von "Alan Parsons Project" wurde im Titel "The Fall of the House of Usher" das Gewitter in Kunstkopf-Technik aufgenommen.
- Edgar Froese: "Aqua", LP 1974
- Can: "Flow Motion", LP 1976
- Godley & Creme: "Consequences", 3-LP 1977
- Lou Reed: "The Bells", LP 1979
- delta-acoustic-Sampler: "kunstkopf-dimensionen", LP 10-130-1
- Code III: "Planet of Man", delta-acoustic LP 25-125-1
- Seedog: "We hope to see you", delta-acoustic LP 25-126-1
- Kopfsongs: "Folklore", delta-acoustic LP 25-127-1
- Golem: "Golem", delta-acoustic LP 25-127-1
- alte Musik-Sampler: "Kostproben", delta-acoustic LP 25-129-1
Siehe auch
Weblinks
- Herstellerinformation Cortex Kunstkopf
- Herstellerinformation Soundman Originalkopfmikrofone
- Herstellerinformation HEAD Kunstkopf
- Kunstkopf als Stereomikrofon – kritisch betrachtet
- Herstellerinformation Brüel & Kjaer Binaurales Mikrofon
- Herstellerinformation Brüel & Kjaer Kunstkopf
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Kunstkopf, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
