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Kritische Masse (Protestform)

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Critical mass (Kritische Masse) ist eine international verwendete Aktionsform, bei der sich mehrere unmotorisierte Verkehrsteilnehmer scheinbar zufällig und unorganisiert treffen, um mit gemeinsamen und unhierarchischen Protestfahrten durch Innenstädte mit ihrer bloßen Menge und konzentriertem Auftreten auf ihre Belange und Rechte gegenüber dem motorisierten Individualverkehr aufmerksam zu machen.

Inhaltsverzeichnis

Geburt von Critical Mass

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Die Geburt der "critical mass" ist in Wien zu suchen: Die Grün-Alternativen, organisiert durch Manfred Steidl als Mitglied des Wiener Landesvorstands, veranstalteten 1990 eine angemeldete Fahrraddemo gegen Ozon. Die Grünen als Partei und Organisation haben gleich nach dieser Ozondemo das Interesse an weiteren Fahrraddemos verloren. Diese Demo war jedoch Anstoß, dass in Wien von Juni 1990 bis in die frühen 2000er-Jahre unter dem Namen RaF - "Radfahren am Freitag" jeden Freitag eine Fahrraddemo gefahren wurde. Diese wöchentlichen Fahrten waren weder angemeldet, noch hatten sie einen Verantwortlichen (nur einen Urheber). Sie waren ein zufälliges Zusammentreffen von vielen Radfahrenden, die ohne vorbestimmtes Ziel und unter penibler Einhaltung der Verkehrsregeln eine gemeinsame Strecke gefahren sind. Es waren damit bereits alle Merkmale vorhanden, die der Definition einer critical mass entsprechen. Radfahren am Freitag war demnach eine Vorläuferaktion der späteren CM. Nur geheissen haben diese Fahrten damals anders. [1]

Die erste "critical mass" genannte Fahrraddemo startete im September 1992 in San Francisco. Seit diesem Start treffen sich Radfahrer weltweit, mehr oder weniger regelmäßig zu gemeinsamen Fahrten durch die Städte. Von Stadt zu Stadt gibt es verschiedene Umgangsweisen mit Verkehrsregeln und Autos sowie der Polizei. Eine critical mass hat keinen Verantwortlichen sowie keine zentrale Organisation (lediglich einen Urheber der Aktion). Critical Mass Aktionen entstehen, wenn irgendeine Person sich einen Ort und einen Zeitpunkt überlegt und zu einer gemeinsamen Fahrt via Internet, Plakate, Mundpropaganda oder einem ähnlichen Kanal aufruft, Ort und Zeitpunkt bekanntgibt. Wenn sich daraufhin genügend Menschen einfinden, um gemeinsam zu fahren, findet die CM statt.

Critical Mass Rides finden zu verschiedenen Anlässen wie Demonstrationen, Reclaim the Streets-Parties oder verschiedenen Aktionstagen, zu verschiedenen politischen wie sozialen Themen statt.

Zu einer der bisher größten critical mass Fahrten kam es Ende August 2004 in New York. Mehrere Tausend Teilnehmer protestierten mit ihrer Fahrradtour gegen den Parteitag der Republikaner und US Präsident George W. Bush. Im Verlauf dieser CM wurden fast 400 Personen festgenommen, hunderte Räder konfisziert und ganze Straßenzüge für Fahrräder gesperrt [2].

In Berlin startete die erste CM im September 1997, anfangs mit 10 bis 20 Fahrern. Nach einem halben Jahr waren es an 400 - 500 Menschen, die regelmäßig gemeinsam fuhren. Auch in Hamburg, Marburg, Stuttgart und vielen weiteren deutschen Städten gibt oder gab es regelmäßige Fahrten. In Österreich gibt es in Wien nach langjähriger Pause - als CM erstmals nachweisbar ab 30. April 1999 - seit März 2006 wieder jeden 3. Freitag im Monat eine CM. Auch in Berlin wird seit Dezember 2006 wieder regelmäßig gefahren - Treffpunkt ist jeden letzten Freitag im Monat um 16 Uhr am Heinrichplatz.

Seit 2004 gibt es auch in Budapest jährlich zweimal einen Critical-Mass-Fahrradumzug. Nachdem zu Beginn nur einige hundert Radler teilgenommen hatten, fuhren auf der Veranstaltung vom 22. April 2007 rund 50.000 Menschen durch die Budapester Innenstadt. Damit ist die ungarische Verantstaltung die weltgrößte dieser Art.

Literatur

Carlsson, Chris (Hrsg.): Critical Mass, Bicycling´s Defiant Celebration. Edinburgh / Oakland. Ak Press 2003 ISBN 1902593596

Siehe auch

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Critical Mass – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wikipedia
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