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Iliosakralgelenk
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Das Iliosakralgelenk bzw Sakroiliakalgelenk oder Kreuzdarmbeingelenk (lat. Articulatio iliosacralis) ist das Gelenk zwischen dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem Darmbein (Os ilium).
Inhaltsverzeichnis |
Anatomie
Die beiden aneinanderstoßenden Gelenkflächen werden jeweils Facies auricularis genannt. Um diese Gelenkflächen stellt Faserknorpel (auch als Ligamenta sacroiliaca interossea bezeichnet) die weitere Verbindung her.
Das Iliosakralgelenk stellt die gelenkige Verbindung zwischen dem Os ilium und dem Kreuzbein der Wirbelsäule Os sacrum Rumpf her. Es handelt sich dabei um ein straffes, wenig bewegliches Gelenk (Amphiarthrosis) mit einer engen Gelenkhöhle. Aufgrund des (reibungsfrei gedachten) Gelenkspaltes können die Gelenkflächen des Iliosakralgelenks ausschließlich Normaldruckkräfte übertragen. Die Bänder (Ligamentum sacrotuberale, sacrospinale, iliosacrale ventrale und iliosacrale dorsale) müssen alle weiteren Kräfte soweit kompensieren, dass die resultierende Kraft stets durch das momentane Bewegungszentrum des Gelenkes verläuft (statische Gleichgewichtsbedingung echter Diarthrosen).
Kritik
In der orthopädischen Fachwelt stößt man immer noch auf Differenzen über die tatsächliche Existenz und Natur des Iliosakralgelenks, und dementsprechend auch über Diagnostik und Therapie. Von altgedienten Orthopäden schulmedizinischer Ausrichtung kann man teilweise hören, auf Kongressen werde noch diskutiert, "ob es sich dabei überhaupt um ein Gelenk handelt". Das Streitobjekt wird teilweise in seiner Ausdehnung ("nur ein schmaler Spalt, Millimeter, falls überhaupt") und in Anlehnung daran in seiner Bedeutung als marginal angesehen. Von Therapeuten mit einer Ausbildung nach dem Heilpraktikergesetz kann man umgekehrt den Vorwurf an die schulmedizinischen Orthopäden hören, sie ignorierten insbesondere Blockierungen des Iliosakralgelenks mit der Folge von Beckenfehlstellungen und therapierten z.B. bei einem einseitigen Beckenhochstand lieber eine vermeintliche Diagnose "unterschiedlich lange Beine", als eine Blockade des ISG zu beseitigen. Die Folge sei natürlich, daß die Beckenfehlstellung teilweise über Jahrzehnte erhalten bleibe und mit der Zeit Folgeerscheinungen am darüberliegenden Haltungsapparat zeige (Wirbelblockierungen usw.). Die therapiert man dann evtl. noch symptomatisch mit „harter“ Chiropraktik, die begründet (auch von den Chiropraktikern selbst akzeptiert) in dem Ruf steht, den Haltungsapparat mit der Zeit zu schädigen und immer instabiler zu machen. Von orthopädischer Seite wiederum gilt das ISG teilweise als „Lieblingskind“ der Heilpraktiker und Physiotherapeuten.
Luxation des Iliosakralgelenks
Symptome
Verrenkungen des Kreuzdarmbeingelenks können bei Stürzen, ruckartigen Bewegungen sowie Verdrehungen des Beckens auftreten. Auffällig ist dabei eine Asymmetrie der Kreuzhöcker.
Im Fachlichen nennt man dies auch ISG-Blockade. Schmerzen im unteren Rückenbereich sind sehr häufig darin begründet, da sich in diesem Gelenk die großen Kräfte treffen, ohne dass eine muskuläre Stützung erfolgt. Das ISG ist ein straffes Gelenk ohne muskuläre Führung.
Hier treten, insbesondere bei vorgebeugten Haltungen extreme Scherkräfte auf. Daher kommt es häufig zu Verrenkungen, die sehr schmerzhaft sind.
Typisch ist ein Schmerz direkt am Übergang von der Wirbelsäule auf das Becken, ca. 3-5 cm links und rechts von der Mittellinie entfernt und oberhalb des Kreuzbeins. Schlanke Menschen haben an dieser Stelle ein Grübchen. Wenn der Schmerz direkt in der Mittellinie ist, handelt es sich meist um ein Lumbago (Hexenschuss).
Therapie
Chirotherapie
Durch spezielle Techniken kann der Fachmann Blockaden lösen. Physiotherapeuten, Orthopäden, Osteopathen haben häufig eine entsprechende Ausbildung. Der Erfolg der Therapie ist jedoch abhängig von der Erfahrung des jeweiligen Therapeuten und der angewandten Technik.
Dorn-Methode
oder Dorn-Therapie. Während die Chirotherapie häufig mit Kraftaufwand über die von einem blockierten Gelenk selbst gesetzten Grenzen hinaus arbeitet und die Blockierung dadurch meist überwindet, setzt diese Methode geringe physische Krafteinwirkung und darauf abgestimmte aktive leichte Bewegungen des Patienten ein, um denselben Effekt zu erreichen. Die Dorn-Methode setzt Feinfühligkeit in der Manipulation des Haltungsapparats auf der Basis guter anatomischer Kenntnisse und eine entsprechende Ausbildung voraus. Praktizierende Behandler sind meist Heilpraktiker (HPG).
Infiltration
Die Infiltration ist eine Therapiemethode der Schulmedizin. Man spritzt eine Mischung aus einem Lokalanästhetikum (Bucain, Lidocain, Xylocain) und einem Kortikoid (Triamcinolon, Prednisolon) in die Gelenkhöhle. In der Neuraltherapie werden ausschließlich Procain oder Lidocain angewendet.
Es wird damit zum einen der Schmerz bekämpft. Das Kortikoid nimmt die Entzündung aus dem Gelenk. In der Akutphase eine sinnvolle Variante, wenn man beispielsweise nicht mehr laufen kann. Diese Methode birgt aber auch gewisse Risiken (Infektion und Chronifizierung) und sollte nicht zu oft angewendet werden.
Siehe auch
Hexenschuss - Psoriasis-Arthritis
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