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Krefeld
Aus Kefk.
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | ||
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt | ||
| Koordinaten: | Koordinaten: 51° 20′ N, 6° 34′ O51° 20′ N, 6° 34′ O | ||
| Höhe: | 39 m ü. NN | ||
| Fläche: | 137,68 km² | ||
| Einwohner: | 242.103 (30. Dez. 2006) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 1758 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahlen: | 47701–47839 (alt: 4150) | ||
| Vorwahl: | 02151 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | KR | ||
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 14 000 | ||
| Stadtgliederung: | 9 Stadtbezirke mit 19 Stadtteilen | ||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Von-der-Leyen-Platz 1 47798 Krefeld | ||
| Webpräsenz: | |||
| Oberbürgermeister: | Gregor Kathstede (CDU) | ||
| Krefeld in NRW | |||
| Bild:Krefeld-nrw.png | |||
Die Stadt Krefeld (bis 1929 auch Crefeld, Krieewelsch Krieewel), ist eine kreisfreie Stadt am linken Niederrhein, nordwestlich von Düsseldorf, südwestlich von Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der Seidenstoffproduktion des 18. und 19. Jahrhunderts wird sie auch als „Samt- und Seidenstadt“ bezeichnet. Krefeld ist mit 242.103 Einwohnern (Stand: Dezember 2006) eine Großstadt mittlerer Größe. Innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorf nimmt sie gegenwärtig der Einwohnerzahl nach den 6. Platz ein.
Die Stadt besteht in ihren heutigen Grenzen im Wesentlichen seit 1929, als der damalige Stadtkreis Krefeld (Crefeld) mit der Stadt Uerdingen und anderen Gemeinden zur Stadt Krefeld-Uerdingen vereinigt wurde. 1940 wurde diese in Krefeld umbenannt und 1975 nochmals geringfügig vergrößert. In der Landesplanung ist Krefeld als Oberzentrum eingestuft.
Geographie
Räumliche Lage
Krefeld liegt am westlichen Ufer des Rheins, an der „Krefeld-Kempener Platte“ zur mittleren Niederrheinebene. Das Stadtzentrum liegt etwa 7 km vom Rheinufer entfernt, doch reicht das Stadtgebiet seit der Eingemeindung Linns bis an den Fluss heran. Die Uferlänge auf Krefelder Gebiet beträgt 6,2 km. Die Breite des Flusses variiert zwischen 320 und 400 m. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 12 km und in West-Ost-Richtung 13,1 km. Die Höhenlage der Stadtmitte beträgt 39 m ü. NN. Die höchste natürliche Erhebung im gesamten Stadtgebiet ist der Hülser Berg und misst 63 m ü. NN, die höchste Erhebung überhaupt ist der Inrather Berg, eine alte Schuttdeponie aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs mit 87 m ü. NN. Eine weitere Erhebung, die seit 2004 auch von der Allgemeinheit begangen werden kann, ist der Kapuzinerberg (77 m), eine ehemalige Hausmülldeponie.
Klima
Geologie
Die Stadt Krefeld liegt im Niederrheinischen Tiefland. Die oberflächennahen Schichten bestehen überwiegend aus Kies- und Sandablagerungen des Eiszeitalters. Die bis zu 30 m mächtigen Schichten setzte der Rhein hier ab. Vor 240.000 Jahren wurden diese Schichten teilweise von den Rändern der Inlandeismassen zu Stauchmoränen aufgepresst. Der Hülser Berg ist ein Beispiel hierfür. Unter den Kies und Sandschichten befinden sich Meeressande die sich dort im Tertiär (2,4 bis 65 Mio. Jahre vor heute) ablagerten. Sie reichen bis in eine Tiefe von 250 m hinab. Darunter sind Meeresablagerungen (überwiegend aus Sandstein, Tonstein und Kalkstein bestehend) älterer Erdgeschichtlicher Phasen zu finden. Am nördlichen Stadtrand sind in größerer Tiefe auch kohleführende Schichten aus dem Karbon zu finden, die Verbindung zu den Kohlegebieten in Belgien und an der Ruhr haben.
Auf den höhergelegenen Flächen des Krefelder Stadtgebiets findet man überwiegend Parabraunerden und Braunerden. Diese stellen gute Ackerstandorte. Die im westlichen Stadtgebiet gelegene durch Bruchtektonik etwas herausgehobene Kempener Platte hat eine ca. 1 m dicke Deckschicht aus Löß. Diese ist während der letzten Eiszeit hier abgelagert worden. Die daraus entstandenen fruchtbaren Lehmböden werden als Getreide- und Rübenfelder geschätzt. In den Altarmrinnen des Rheins entstand Niedermoortorf, der auch an den Niepkuhlen abgebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat.
Zum Ende der letzten Eiszeit hat der Rhein, östlich der Terrassenkante Dießem - Inrath – Hüls sandige bis lehmige Sedimente abgelagert. Durch Grundwassereinfluss entstanden in den tiefergelegenen Bereichen Gleyeböden. Diese Flächen werden wie z. B. der Hülser und Latumer Bruch als Grünland und Wald genutzt. In der überflutungsgefährdeten Rheinaue entstanden aus angeschwemmtem Bodenmaterial fruchtbare Böden.
Stadtgebiet
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Die 19 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:
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Nachbarstädte
Die Stadt Krefeld grenzt im Norden an die Städte Neukirchen-Vluyn und Moers im Kreis Wesel, im Osten und Nordosten an die kreisfreie Stadt Duisburg, im Süden an die Stadt Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss sowie die Städte Willich, Tönisvorst und Kempen im Kreis Viersen.
| Kempen | Neukirchen-Vluyn, Moers | Duisburg |
| Kempen, Tönisvorst |
| Duisburg |
| Tönisvorst, Willich | Willich, Meerbusch | Meerbusch |
Demografie
In Krefeld lebten im Juni 2006 237.301 Menschen. Davon waren 114.975 männlich und 122.326 weiblich.
Die Einwohnerdichte beträgt 17,4 Einwohnern je ha. Die Arbeitslosenquote liegt bei 13,9 %. Der Ausländeranteil beläuft sich auf 13,6 %. Von den ca. 84 000 Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer sind etwa 30 % im verarbeitenden Gewerbe angestellt, nur 0,5 % in der Landwirtschaft. 17,5 % der Krefelder sind unter 18 Jahren, 62,5 % sind zwischen 18 und 65 Jahre alt und 20 % sind über 65 Jahre alt.
Geschichte
Von den Anfängen bis zum 17. Jahrhundert
Im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten die Römer am Rhein auf dem Gebiet des heutigen Krefelder Stadtteils Gellep das Kastell Gelduba. An verschiedenen anderen Plätzen im Krefelder Stadtgebiet fanden sich die Überreste römischer Landhäuser sowie einer Tempelanlage. Im Mittelalter wuchs eine Bauernsiedlung an einem Ort namens „Krinvelde“. Daß ein „Krähenfeld“ der Namensgeber ist, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Die Trutzburg Krakau lag östlich der Stadtmauern inmitten des heutigen Stadtgebietes. „Krah-Kau“ in der Krefelder Mundart bedeutet Krähenkäfig, so daß Krefeld ebenso ein Krähenfeld sein kann. Die „Hohe Straße“ zwischen Köln und Geldern war eine bedeutende Straße, die ihren Namen „Hochstraße“ bis heute behalten hat. Sie wurde so genannt, weil sie nicht unmittelbar am Rheinufer entlang führte, sondern oberhalb einer Geländekante verlief, wodurch sie vor Überschwemmungen sicher war. Erstmals wird Krefeld 1150 im Urbar des Kloster Werden erwähnt. Ebenfalls im 12. Jahrhundert begann Otto von Linn nach seiner Rückkehr vom 3. Kreuzzug die Burg Linn zu einer Festung auszubauen. 1361 erhielt das Dorf Krefeld das Recht, einen Jahr- und Wochenmarkt abzuhalten. Am 1. Oktober 1373 verlieh Kaiser Karl IV. „Crefeld“ die Stadtrechte. Dadurch war der Ort, der zur Grafschaft Moers gehörte, besser vor Übergriffen durch Räuberbanden geschützt. Insbesondere die Herren auf der nahegelegenen Burg Linn betrieben Raubrittertum. Die Burg gehörte damals zur Grafschaft Kleve. Heinrich von Strünkede war Amtmann der Mechthild von Kleve auf der Linner Burg und wurde zu Raubzügen gegen Krefeld ausgschickt. Um 1400 wurde zur besseren Verteidigung Krefelds die Burg Krakau etwa 800 Meter östlich der Stadt errichtet. Sie existierte bis ins 17. Jahrhundert, heute sind nur noch ein paar Mauerreste der Wehranlagen an der Bogenstraße übrig. Die älteste Krefelder Kirche, die Dionysiuskirche (heute Alte Kirche), wurde auf einem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Bau errichtet und erhielt 1472 einen neuen Turm. Schon wenige Generationen später breiteten sich die Ideen der Reformation in Europa aus, und 1560 wurde die Grafschaft Moers nach dem Grundsatz cuius regio, eius religio protestantisch. Allerdings gab es in den Wirren der folgenden Jahre weiterhin Katholiken in Krefeld, die katholische Pfarrei wurde erst durch die Neutralitätsvereinbarung von 1607 aufgehoben, und auch danach wurden Katholiken geduldet. 1584 wurde Krefeld im Truchsessischen Krieg völlig zerstört und blieb für zwei Jahrzehnte nahezu unbewohnt. 1594 verschenkte Gräfin Walburga, die Witwe des Grafen Adolf von Neuenahr-Moers, die Herrlichkeit Krefeld an Prinz Moritz von Oranien. Die Grafschaft Moers, und damit auch Krefeld, wurden daraufhin am 4. Juli 1598 von den Generalstaaten und Erzherzog Albrecht VII. von Österreich für neutral erklärt. Die Bedeutung dieser Neutralität für die politische und wirtschaftliche Entwicklung Krefelds kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie wurde in mehreren Folgeverträgen erneuert und bezog sich auf den Unabhängigkeitskampf der Niederlande, auf den Dreißigjährigen Krieg und auf die Folgezeit. Das neutrale Krefeld wurde nun zum Zufluchtsort für Wiedertäufer und Mennoniten, die in den benachbarten katholischen Regionen wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Es kamen mehr Andersgläubige, als die alteingesessenen Krefelder ertragen wollten. Nicht zuletzt waren diese frommen Menschen oft tüchtige Handwerker und Geschäftsläute und daher waren viele von ihnen schon bald recht wohlhabend. Dies schürte natürlich den Neid und verbreitete damit Unmut unter der sonst eher ärmlichen Krefelder Bevölkerung. 1646 beklagten sich die reformierten Pfarrer Krefelds öffentlich beim Grafen von Moers darüber, dass die Mennoniten in Krefeld Versammlungen abhielten. Aufgrund dieser für Nicht-Mennoniten undurchsichtigen Treffen wurden die Mennoniten der Aufrührerschaft und Verschwörung bezichtigt. Da ihr Glaube sie als überzeugte Pazifisten auszeichnet, waren sie oft üblen Beschimpfungen und Gängeleien ausgesetzt.
Von größter Bedeutung für Krefeld war die Niederlassung des 1656 aus Radevormwald ausgewiesenen Mennoniten Adolf von der Leyen. Seine Söhne begründeten die Seidenweberei in Krefeld. Von der Leyen war der Stammvater einer ganzen Dynastie von Seidenfabrikanten, unter ihnen die sogenannten Seidenbarone, die Krefeld zu großem Wohlstand verhalfen.
Der Strom von Glaubensflüchtlingen aller Konfessionen hielt stetig an - es waren mehr, als die Stadt fassen konnte. Die Stadt wurde erst bei der 1. Stadterweiterung von 1693 gezielt vergrößert. Schon bald kam es zu Ausschreitungen und Übergriffen auf die Andersgläubigen. 1683 wanderten daher die ersten 13 Familien auf einem Schiff mit dem Namen „Concord“ nach Amerika aus und gründeten in Pennsylvania die Ortschaft Germantown. Sie waren hauptsächlich Quäker und Mennoniten, welche die in Pennsylvanien vom Gouverneur William Penn zugesicherte absolute Meinungs- und Glaubensfreiheit lockte. Heute ist Germantown ein Stadtteil von Philadelphia. Diese 13 Familien waren die ersten Deutschen, die als geschlossene Gruppe nach Amerika auswanderten. Die Deutsche Bundespost nahm 1983 die 300 Jahrfeier „Deutsche in Amerika“, die in Philadelphia und in Krefeld als „Philadelphiade“ gefeiert wurde zum Anlass, eine Sonderbriefmarke herauszugeben.
18. Jahrhundert
51° 19' 42" N, 6° 34' 4" O
1702 starb Wilhelm III. von Oranien, und Krefeld fiel daraufhin an Preußen. Die beiden Brüder Friedrich und Heinrich von der Leyen verließen 1731 den elterlichen Betrieb und gründeten eine eigene Firma. Dieses Textilunternehmen entwickelte sich in den nächsten Jahren zu einem Unternehmen mit Weltruf und übte zunehmend Einfluss auf die Verhältnisse der Stadt aus. Friedrich war der Repräsentant der Firma, Heinrich ihr Organisator. Die beiden reichen Brüder unterstützten ihre Mennonitengemeinde, indem sie die Prediger bezahlten, ein Armenhaus stifteten und eine neue Kirchenorgel kauften. Dennoch hat der Reichtum der von der Leyens mit ihrem fürstlichen Lebensstil die einstigen Glaubensgedanken wie Frömmigkeit und Bescheidenheit verdrängt. Friedrich Wilhelm I. erkannte bei seinem Besuch in Krefeld 1738:
„Die Mennonisten sind hier keine rechten Mennonisten, sondern Bastarde, sonst aber gute Christen und biedere Leute.“.
Den Von der Leyens machte er dennoch, oder gerade deshalb Zugeständnisse:
„Sie können sich auf mich verlassen, ich werde sie zu jeder Zeit protegieren, daß dero Fabrik und Handlung kein Mensch Tort tun kann.“.
Trotz der pazifistischen Privilegien, die der preußische König weiterhin bestätigte, wurde die Stadt im 18. Jahrhundert wieder durch mehrere Kriege in Mitleidenschaft gezogen (s. Spanischer Erbfolgekrieg, Polnischer Erbfolgekrieg). Der nächste preußische König Friedrich II. erlaubte den Katholiken in Krefeld eine eigene Kirche, die Dionysiuskirche, zu bauen: Sie wurde 1754 fertiggestellt.
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„Crefeld und die dasigen Manufacturen sehe ich als ein Kleinod an, von welchem die Werber wegbleiben müssen; zeigt Mir daher nur die Regimenter näher an, welche sich dergleichen Exzesse zu Schulden kommen lassen. Ich werde ihnen schon den Weg zur Stadt und ihren Manufacturen zu versperren wissen. Auswärts mögen sie werben, soviel sie wollen, von dergleichen nützlichen Fabriquen sollen sie aber durchaus wegbleiben.“.
Dies bedeutete, dass in Krefeld von nun an keine Rekruten von der Armee angeworben werden durften. Die übliche Methode der Werber bestand darin, abends vor den Kneipen angetrunkenen jungen Männern aufzulauern und ihnen sofort einen Betrag als Vorschuss auf den Sold auszuzahlen. Wer dieses „Handgeld“ annahm, verpflichtete sich quasi umgehend zum Wehrdienst. Während anderenorts ganze Stammbelegschaften in den Krieg zogen, konnte in Krefeld auch in Kriegszeiten mit nahezu gleicher Quantität die gewohnt hohen Qualitäten gefertigt werden. Zudem verfügte man in Krefeld durch diese Protektion über die höchste Dichte an Webermeistern, welche ebensolche meisterlichen Arbeiten ablieferten.
1794 betrug das Betriebsvermögen der Von der Leyens enorme 1.280.000 Taler. Ein Webergeselle verdiente zu der Zeit im Monat etwa 10 Taler, ein Seidenweber das doppelte, Bandweber sogar bis zu 30 Taler. Eine einfache Wohnung kostete 1 Taler Miete pro Monat. Für einen Webstuhl musste man schon 80 Taler bezahlen, ein Roggenbrot von 500 g kostetet 4 Deut und der Liter Bier 1 Stüber und 3 Deut. Ein Taler kam 60 Stüber gleich und ein Stüber hatte 8 Deut. Ein Taler von 1770 entspricht heute etwa 25,- Euro.
Der Wohlstand lockte auch Ganoven und Banditen an. Oft wurden die frommen und gutgläubigen Mennoniten zu ihren Opfern. Räuberbanden zogen um Krefeld umher und verbreiteten Angst und Schrecken. Die „Krefelder Bande“ war nur eine von vielen. Der Grefrather Matthias Weber, ob seiner Art des Kampfes vielen besser bekannt als „Der Fetzer“, war seinerzeit wohl das prominenteste und gefürchtetste Mitglied dieser Gruppe.
In dem auf die Französische Revolution folgenden französisch-preußischen Krieg wurde Krefeld wie das übrige linksrheinische Territorium 1794 von den Franzosen besetzt. Die Stadt wurde wie das gesamte linksrheinische Gebiet von Frankreich annektiert und 1798 zum Verwaltungssitz eines Arrondissements des Département de la Roer bestimmt. In dieser Zeit wurde auch gezielt Jagd auf die umherstreunenden Banditen und Räuber gemacht. Mit den meisten wurde kurzer Prozess gemacht. So endete 1803 auch das Leben von Matthias Weber auf einer Guillotine in Köln.
19. Jahrhundert
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Die Gedanken der Revolution fanden durchaus Zustimmung bei vielen Bürgern, die auch Napoléon Bonaparte 1804 bei seinem Besuch in der Stadt zujubelten. Aus den Aufzeichnungen der Familie von Beckerath geht zum Besuch Napoleons in Krefeld folgendes hervor: „Bonaparte wurde auf dem Felde bei Königshof empfangen. Der Kaiser hatte einen gelblichen Teint, graue Augen, dunkles Haar und seine Züge waren nicht unangenehm. Nachdem der Maire von der Leyen seine Rede abgelesen hatte, nickte er freundlich mit dem Kopf, sah auf seine Uhr und befahl fortzufahren. Er war kaum in der Stadt, so sahen wir ihn mit dem Maire Arm in Arm gehen. Nachdem Bonaparte die Fabriken besehen, ließ er den Gemeinderat zusammenkommen und fragte unter anderem, wie viele Millionäre denn in Crefeld seien.“. Die Franzosenzeit endete am 14. Januar 1814 - von nun an war Krefeld wieder preußisch.
20. Jahrhundert
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51° 19' 54" N, 6° 33' 45" O
Wachstum bis 1843
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Eingemeindungen
Folgende Städte und Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen wurden nach Krefeld eingemeindet:
- 1901: Linn (Stadtrecht seit 1314)
- 1907: Bockum, Verberg und Oppum (alle Bürgermeisterei Bockum)
- 1929: Bildung des Stadtkreises Krefeld-Uerdingen (1940 in Stadtkreis Krefeld umbenannt) durch Vereinigung folgender Städte und Gemeinden
- Stadtkreis Krefeld
- Stadt Uerdingen, Landkreis Krefeld (Stadtrecht seit 1255/1324 mit dem 1927 eingegliederten Hohenbudberg, Bürgermeisterei Friemersheim)
- Fischeln, Landkreis Krefeld
- Traar, Landkreis Krefeld
- Gellep und Stratum (Bürgermeisterei Lank), Landkreis Krefeld
- Forstwald (Amt Vorst), Landkreis Krefeld
- Benrad und Hülserberg (Amt Hüls), Kreis Kempen
- 1975: Hüls, seit 1970 Ortsteil der Stadt Kempen, Kreis Kempen-Krefeld (Orbroich war bereits 1936 eingemeindet worden.)
Einwohnerentwicklung
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Die Bevölkerungszahl zwischen 1604 und 1787 bezieht sich auf die Stadt und Herrlichkeit Krefeld.
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¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Christen
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Krefeld und Uerdingen gehörten anfangs zum Erzbistum Köln und waren dem Archidiakonat des Domdekans, beziehungsweise dem Dekanat Neuss unterstellt. 1560 führten die Grafen von Moers in Krefeld die Reformation ein. Durch die Verpfändung Krefelds an die Oranier galt in Krefeld eine begrenzte Religionsfreiheit, die sich auf das private religiöse Leben beschränkte. Das Kloster Johannes Baptista wurde von den Katholiken weiter genutzt. Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen waren jedoch dem reformierten Pfarrer vorbehalten. Diese, wenn auch eingeschränkte, Religionsfreiheit führte viele aus religiösen Gründen verfolgte Menschen aller Konfessionen in die Stadt. Eine besonders starke Gruppe bildeten die Mennoniten, die schon im Jahre 1693 eine eigene Kirche bauen konnten. Erst unter den Preußen durften ab 1744 die Katholiken wieder selber Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse vornehmen. 1748 bauten die Lutheraner ihre eigene Kirche; 1754 wurde die katholische Dionysiuskirche fertiggestellt.
Obwohl die Bevölkerung mehrheitlich immer katholisch war, dominierten die Reformierten die Stadt. Alle öffentlichen Ämter bis hinab zum Nachtwächter wurden von Reformierten bekleidet. Die soziale Struktur der Konfessionen ließ sich auf einen einfachen Nenner bringen: Die Mennoniten hatten das Geld, die Reformierten das Sagen und die Katholiken die Arbeit.
Anders war es in Uerdingen. Durch die Zugehörigkeit der Stadt zum Erzbistum Köln blieb die Stadt auch nach der Reformation katholisch. Alle katholischen Pfarrgemeinden im heutigen Stadtgebiet gehörten bis 1802 zum Erzbistum Köln. Nach dessen Auflösung kamen die Gemeinden zum Bistum Aachen, das jedoch 1821/1825 bereits wieder aufgehoben wurde, so dass das Gebiet ab 1821 erneut zum wieder errichteten Erzbistum Köln kam, Hüls und Benrad kamen jedoch zum Bistum Münster. Krefeld wurde Sitz eines Dekanats. 1930 wurden alle Pfarrgemeinden des gesamten Gebiets dem neu errichteten Bistum Aachen zugeordnet. Das Dekanat Krefeld wurde in die drei Dekanate Mitte, Süd und Ost aufgeteilt. Heute gehören alle Pfarrgemeinden der Stadt Krefeld zu den Dekanaten Mitte, Ost, Bockum/Oppum, West, Süd und Nordwest innerhalb der „Region Krefeld“, zu der weitere Gebiete außerhalb Krefelds gehören. Hauptkirche der Stadt Krefeld ist die Pfarrkirche St. Dionysius. Weitere Kirchen sind St. Andreas, St. Anna, St. Antonius, St. Bonifatius, Christus König, St. Clemens, St. Cyriakus, St. Elisabeth, St. Elisabeth von Thüringen, St. Franziskus, St. Gertrudis, Heilige Schutzengel, St. Heinrich, Herz-Jesu Königshof, Herz-Jesu Bockum, St. Hubertus, St. Johann Baptist, St. Josef Krefeld-Mitte, St. Josef Krefeld-Nordwest, Liebfrauenkirche, St. Karl Borromäus, St. Margareta, St. Mariä Himmelfahrt, Maria Waldrast, St. Martin, St. Michael, St. Norbertus, St. Paul, Pax-Christi, St. Peter, St. Pius X., St. Stephan und St. Thomas Morus.
Mit dem Übergang an Preußen gehörten die protestantischen Gemeinden Krefelds zur Rheinischen Provinzialkirche der Evangelischen Kirche in Preußen. Krefeld wurde Sitz eines Superintendenten, aus dem später der Kirchenkreis Krefeld (heute Krefeld-Viersen) innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Die Kirchengemeinden wurden in mehrere Kirchengemeinden aufgeteilt beziehungsweise neue Kirchengemeinden entstanden. Der heutige Kirchenkreis Krefeld-Viersen umfasst außer den Krefelder Kirchengemeinden auch viele Gemeinden außerhalb der Stadt Krefeld. In Krefeld gibt es heute folgende Kirchen (in Klammer die zugehörige Kirchengemeinde und soweit bekannt das Baujahr der Kirche):
Alte Kirche, Erlöserkirche und Johanneskirche (alle Kirchengemeinde Alt Krefeld), Friedenskirche (Friedenskirchengemeinde, 1874), Pauluskirche (Pauluskirchengemeinde, 1900/1901), Lutherkirche und Markuskirche (beide Kirchengemeinde Krefeld Süd), Christuskirche (Kirchengemeinde Krefeld Ost), Kreuzkirche und Auferstehungskirche (beide Kirchengemeinde Oppum), Lukaskirche, Thomaskirche und das Gemeinsame Haus (ökumenisch) in Elfrath (alle Kirchengemeinde Nord), Kreuzkirche (Kirchengemeinde Hüls), Michaelskirche und Johanneskirche (beide Kirchengemeinde Uerdingen).
Neben den römisch-katholischen und evangelischen Gemeinden sowie der bereits erwähnten Mennonitengemeinde gibt es in Krefeld weitere Freikirchen, darunter eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Apostolischen Gemeinschaft, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde und die Heilsarmee. Ferner eine griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde und eine altkatholische Kirchengemeinde. Sie alle sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Krefeld. Daneben gibt es noch die Christengemeinschaft und die Neuapostolische Kirche.
Juden
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Nach der Ordnung der jüdischen Gemeinden aus der napoleonischen Zeit war in Krefeld die bedeutendste jüdische Gemeinde im Rur-Departement. Folglich war hier das Konsistorium, die Verwaltung aller Gemeinden aus dem Département, ansässig. Der Krefelder Rabbiner war als Oberrabbiner zuständig für ein weites Gebiet von Kleve im Norden bis Köln im Süden. Die jüdische Gemeinde hatte in Krefeld zusätzlich eine besondere Stellung, weil sie nicht die einzige Minderheit in der Stadt repräsentierte. Zu Beginn der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts lebten in Krefeld, einschließlich des erst später eingemeindeten Ortsteils Hüls, etwa 1.600 Juden, etwa ein Prozent der Bevölkerung. Die Tendenz war eher abnehmend, da die jüngeren Leute in die größeren Städte, besonders nach Berlin, abwanderten. In Krefeld existierten mehrere Synagogen bzw. Bethäuser und zwar in Krefeld-Mitte, Fischeln, Hüls, Linn und Uerdingen. Es gab und gibt weiterhin einen jüdischen Friedhof. Erfolgreiche Kaufleute und Akademiker jüdischer Herkunft waren gesellschaftlich weitgehend akzeptiert, besonders wenn die Familien seit mehreren Generationen in Krefeld lebten. Trotzdem kam es auch in Krefeld seit Mitte der 1920er Jahre zu antisemitischen Übergriffen, die im Novemberpogrom 1938 gipfelten. Bis 1939 war die Hälfte der Krefelder Juden aus Deutschland ausgewandert. Mindestens 737 Krefelder Juden wurden in der Zeit des Nationalsozialismus getötet.
Die Jüdische Gemeinde Krefeld erstreckt sich heute von Krefeld bis Kleve. Umfasste sie 1980 nur rund 130 Mitglieder, sind es zurzeit 1.084. Die meisten davon sind Osteuropäer, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nach Deutschland eingewandert sind. Im Juli 2005 wurde der Grundstein für den Neubau einer Synagoge an der Wiedstraße in der östlichen Innenstadt gelegt.
Muslime
51° 19' 22" N, 6° 33' 39" O
In Krefeld leben ca. 14.000 Muslime, dies sind rund 5,6 Prozent der Krefelder Bevölkerung. Die meisten von ihnen kamen ab den 1960er Jahren hauptsächlich als Gastarbeiter aus der Türkei in die Samt- und Seidenstadt und fanden hier eine neue Heimat. Die Krefelder Muslime schlossen sich unter dem Dachverband „Union der türkischen und islamischen Vereine in Krefeld und Umgebung e. V.“ zusammen, um bürokratische Angelegenheiten mit der Stadt Krefeld einfacher und schneller zu handhaben. Derzeit existieren in Krefeld sechs muslimische Gotteshäuser. Die älteste Moschee wurde 1973 an der Gerberstraße vom Verein Islamische Gemeinschaft Krefeld e. V., nahe der Innenstadt, eröffnet. Sie befindet sich seit 1987 in der Viersener Straße. Am 3. Oktober jeden Jahres findet in NRW und auch in Krefeld der „Tag der offenen Moschee“ statt. Das Zauberwort „Dialog“ wird in Krefeld nicht nur als leere Phrase aufgefasst, sondern aktiv betrieben. Einmal im Monat findet das Christlich-muslimische Frauenfrühstück, im „Haus der Familie“ statt. Die Arbeitsgruppe „Kinder im Licht“ mit dem St. Josefs Hospital Uerdingen wird aktiv zum Austausch genutzt. Es finden „Tarik“ Treffen zwischen Schülern der Marienschule und Muslimen zum religiösen Dialog (Bibel-Koran) statt. Ein weiteres Indiz dafür, dass aus den Gastarbeitern muslimische Mitbürger geworden sind, ist der muslimische Friedhof am Elfrather See.
Die sechs Moscheen in Krefeld heißen: Ayasofya Camii, Fatih Camii, Haci Bayram Veli Camii, Merkez Camii, Yunus Emre Camii, Yavuz Sultan Selim Camii.
Sonstige
Des Weiteren gibt es ein buddhistisches Zentrum in der Stadtmitte.
Politik
51° 20' 3" N, 6° 33' 33" O
An der Spitze des alten Dorfes Krefeld stand zunächst ein Amtmann, der im Namen der Grafen handelte. Nach der Stadterhebung leiteten die Schöffen die Stadtverwaltung. Ihnen traten später Bürgermeister und Ratsmänner zur Seite. Im 15. Jahrhundert nahmen auch Gemeinsleute als Vertreter der Bürgerschaft an der Stadtverwaltung teil. Schöffen, Bürgermeister und Gemeinsleute bildeten später den Magistrat. Ab 1738 wurde der Magistrat ständig. Ihm gehörten 4 Bürgermeister, ein Schöffe, ein Secretarius und 3 Gemeinsleute an. Nach 1740 handelte es sich beim Magistrat um eine königliche Behörde des Staates Preußen, zu dem Krefeld seinerzeit bereits gehörte. In französischer Zeit wurde 1800 die Munizipalverfassung eingeführt. Krefeld wurde Hauptort eines Kantons mit einem Maire an der Spitze. Ferner gab es einen Munizipalrat. 1845 wurde die Rheinische Landgemeindeordnung und 1856 die Rheinische Städteordnung eingeführt. Danach leitete ein Oberbürgermeister die Stadtverwaltung, auch gab es weiterhin einen Rat.
Auch in Uerdingen gab es nach der Stadterhebung einen Rat und mehrere Bürgermeister. Ab 1648 gab es nur noch einen Bürgermeister. Auch Uerdingen wurde in französischer Zeit Sitz einen Kantons mit einem Maire an der Spitze. In preußischer Zeit leitete ein Bürgermeister die Stadt. Nach der Vereinigung beider Städte gab es einen Oberbürgermeister für die neue kreisfreie Stadt Krefeld-Uerdingen.
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Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt. Oberbürgermeister ist Gregor Kathstede (CDU).
Oberbürgermeister seit 1848
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Oberstadtdirektoren 1946 - 1999
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- 1946 - 1949: Dr. Johannes Stepkes
- 1949 - 1964: Dr. Bernhard Heun
- 1964 - 1986: Dr. Hermann Steffens
- 1986 - 1988: Dr. Alfred Dahlmann
- 1988 - 1999: Heinz-Josef Vogt
Sitzverteilung nach Fraktionen im Stadtrat (seit 2004)
| CDU | SPD | GRÜNE | FDP | KWG | KK | UKB | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 26 | 18 | 8 | 6 | 2 | 1 | 1 | 62 |
Stadtwappen
für die Geschichte und weitere Informationen siehe: Stadtwappen Krefeld
Das mit Ministerialerlass vom 3. Juli 1950 genehmigte Stadtwappen wurde von dem Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen. Der gespaltene Schild zeigt vorn in Silber den hl. Dionysius mit Heiligenschein und rotem Ornat, den Bischofsstab in der Rechten, das abgeschlagene Haupt in der Linken, zu seinen Füßen ein goldenes Schildchen mit schwarzem Balken, hinten in blau über rot geteiltem Felde zwei abgewendete goldene Schlüssel, begleitet von silbernen Schilden mit schwarzen Balkenkreuzen.
Der abgeschlagene Kopf des hl. Dionysius, der im dritten Jahrhundert erster Bischof von Paris und später fränkischer Nationalheiliger wurde, deutet seinen Märtyrertod an. Das Moerser Landeswappen zu seinen Füßen erinnert an die frühere Zugehörigkeit von Stadt und Herrlichkeit Krefeld zur Grafschaft Moers. Die kurkölnischen Schilde im Uerdinger Wappen weisen auf die Landesherrschaft des Kurfürsten von Köln über die Stadt Uerdingen hin und versinnbildlichen zugleich die Zugehörigkeit einiger Teile des alten Amtes Linn-Uerdingen zum heutigen Stadtgebiet.
Stadtfarben
Die Farben der Stadt Krefeld sind schwarz und gold.
Städtepartnerschaften
| Städtepartnerschaften: | |
|---|---|
| Bild:Flag of the Netherlands.svg | Venlo in den Niederlanden, seit 1964 |
| Bild:Flag of the United Kingdom.svg | Leicester in Großbritannien, seit 1969 |
| Bild:Flag of France.svg | Dünkirchen in Frankreich, seit 1974 |
| Bild:Flag of the Netherlands.svg | Leiden in den Niederlanden, seit 1974 |
| Bild:Flag of the United States.svg | Charlotte in den USA, seit 1986 |
| Bild:Flag of Brandenburg.svg | Landkreis Oder-Spree in Brandenburg, seit 1990 |
| Bild:Flag of Russia.svg | Uljanowsk in Russland, seit 1993 |
Die niederländische Grenzstadt Venlo war die erste offizielle Partnerstadt Krefelds. Die Partnerschaft wurde 1964 offiziell begründet, auch wenn Kontakte zwischen den Krefeldern und den Nachbarn aus Venlo bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gepflegt wurden. Die bekannteste Errungenschaft der Partnerschaft ist der alljährliche Besuch des "Sinter Klaas", der mit seinen Swarten Pieten immer am ersten Advent am Rhein-Steiger in Uerdingen festmacht und von einem begeisterten Publikum empfangen wird.
Am 14. Mai 1969 wurde die englische Stadt Leicester Partnerstadt. Zwischen den beiden Städten gibt es seit Jahren zahlreiche Kontakte. In den Bereichen Kultur, Politik und Sport werden regelmäßig Besuche organisiert. Auszubildende der Krefelder Stadtverwaltung und Lehrlinge des Handwerks nutzen die Chance eines Auslandspraktikums in der Partnerstadt.
Das französische Dünkirchen ist seit dem 15. Juni 1974 Partnerstadt. Die Städtepartnerschaft wird unter anderem von Sportlern, Schulen und Sprachinteressierten gepflegt.
Kurz darauf wurde Leiden am 3. Oktober 1974 Krefelds Partnerstadt. Ebenso wie Krefeld ist das südholländische Leiden eine traditionelle Textilstadt.
Charlotte im amerikanischen Bundesstaat North Carolina ist seit dem 23. Mai 1986 Krefelds Partnerstadt. Einen Schwerpunkt der partnerschaftlichen Beziehungen bildet der Jugendaustausch: Über die Concord-Gesellschaft besuchen regelmäßig Krefelder Jugendliche Charlotte sowie junge Charlotteans die Seidenstadt.
Seit dem 22. September 1990 ist der Landkreis Oder-Spree (damals Kreis Beeskow) Partner der Stadt Krefeld. Mit der Einrichtung eines "Krefeld-Büros" leistete die Stadt Krefeld dem Kreis tatkräftige Unterstützung beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung. Kontakte zum Oder-Spree-Kreis werden heute unter anderem von Schulen, Chören und Parteien gepflegt.
Die bisher letzte Städtepartnerschaft wurde am 19. Mai 1993 mit dem russische Uljanowsk geschlossen. Die partnerschaftlichen Kontakte in die Geburtsstadt Lenins werden unter anderem durch die deutsch-russische Gesellschaft, die Städtischen Werke, das Klinikum Krefeld sowie kirchliche und soziale Verbände gepflegt.
Des Weiteren unterhält die Stadt Krefeld eine freundschaftliche Beziehung zur japanischen Stadt Hamamatsu.
Öffentliche Einrichtungen und Bildung
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Als Oberzentrum ist Krefeld Standort einiger überregionaler Institutionen. So ist Krefeld Sitz der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein - Körperschaft des öffentlichen Rechts, deren Kammerbezirk die kreisfreien Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie den Rhein-Kreis Neuss und den Kreis Viersen umfasst. Weitere Hauptgeschäftsstellen befinden sich in Mönchengladbach und Neuss. Seit 2004 befindet sich das Deutsche Modeinstitut in Krefeld. Des Weiteren ist der Geologische Dienst NRW sowie ein Staatliches Veterinäruntersuchungsamt hier ansässig. Ein Amtsgericht, ein Landgericht und ein Arbeitsgericht haben ihren Sitz in Krefeld.
Krefeld verfügt über 37 Grundschulen, acht Hauptschulen, sechs Realschulen, zehn Gymnasien und fünf Gesamtschulen. Des Weiteren existieren vier Berufskollegs sowie neun Förderschulen.
Krefeld ist außerdem der Hauptsitz der Hochschule Niederrhein. Sie wurde 1971 durch Zusammenschluss von 13 Fach- und Ingenieurschulen gegründet. In Krefeld befinden sich die Fachbereiche Chemie, Design, Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen sowie ein Ausländer-Studienkolleg. Weitere Fachbereiche dieser Fachhochschule sind in Mönchengladbach angesiedelt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Mundart
In Krefeld wird Krefelder Mundart gesprochen. Der Krefelder nennt diese Sprache Krieewelsch oder Krieewelsch-Platt, ein niederfränkischer Dialekt.
Theater
51° 20' 7" N, 6° 33' 49" O
Das Stadttheater Krefeld kooperiert seit 1950 mit den städtischen Bühnen Mönchengladbach und bietet moderne und klassische Aufführungen aus Oper, Operette, Ballett und Schauspiel. Über die Grenzen Krefelds hinaus haben sich die Sinfoniekonzerte der Niederrheinischen Sinfoniker einen Namen gemacht. Das heutige Theatergebäude mit seinem markanten Kupferdach wurde 1963 eröffnet und bietet 800 Besuchern platz.
Seit 1989 wird die alte Tapeten-Fabrik Heeder auf der Virchowstraße, gegenüber der Rückfront des Hauptbahnhofs, unter Leitung des Kulturbüros der Stadt Krefeld als städtisches Kulturzentrum genutzt. Das Kulturbüro bietet ein vielfältiges kulturelles Programm an. Unter anderem bringt das KRESCH - Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Stadt Krefeld hier Eigenproduktionen und Gastspiele.
Das Krefelder Wohnzimmertheater PODIO ist ein festen Bestandteil der Krefelder Kulturszene und bietet ausgesuchte Produktionen aus den Bereichen Theater, Kabarett, Kleinkunst, Comedy, Literatur und Musik. Mit rund 60 Plätzen stellt das Wohnzimmertheater Krefelds kleinste Bühne dar.
Das seit 1979 bestehende Marionettentheater Krieewelsche pappköpp bietet Kleinkunst in Krefelder Mundart (Krieewelsch).
Das Theater am Marienplatz (TAM) genießt im Bereich der modernen und experimentellen Musik einen ausgezeichneten Ruf. Es hat sich während seiner fast dreißigjährigen kontinuierlichen Arbeit auf wenig bekannte sowie zeitgenössische Werke spezialisiert.
Der KulturPunkt-Friedenskirche Krefeld, bietet das ganze Jahr ein internationales Kulturprogramm mit bekannten Künstlern. Im Gemeindehaus und in der Kirche sowie im Turm finden Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Kabarett und vieles mehr statt.
Der Werkhaus Krefeld e.V ist mit seinem Programm (Weiterbildung, Kultur) seit über 20 Jahren traditioneller Förderer von Kultur & Kommunikation in Krefeld und wurde kürzlich mit dem Preis für „Engagement und Courage“ für sein konstantes Engagement ausgezeichnet. Die ihm angeschlossene Werkbühne bietet ein kurzweiliges, breit gefächertes, modernes Programm in Sachen Kleinkunst, Kabarett, Theater und Musik.
Nachtleben
Krefeld besitzt ein reges Nachtleben. Hierzu gehören eine Vielzahl an Szenekneipen sowie Diskotheken. Hierbei sind drei Clubs besonders hervorzuheben.
In der Kulturfabrik, kurz KuFa genannt, finden das ganze Jahr über Live-Auftritte von Bands und Solokünstlern, Kabarettisten, Comediens aber auch Theatergruppen und Kleinkünstlern statt, die Gäste reichen von den Ärzten über Dieter Nuhr und Herbert Grönemeyer bis zu Helge Schneider und Harald Schmidt .National und International bekannt ist die Kulturfabrik durch regelmäßige Festivals, vor allem im Elektro, Noise und Gothic-Bereich (Maschinenfest, Pluswelt-Festivals). Des Weiteren finden regelmäßig Themenpartys (80er, 90er usw.) statt. Die Kulturfabrik besitzt zwei Säle, einen kleinen für 350 Besucher und einen größeren für etwa 1100. Untergebracht ist die sie in einem Teil des alten städtischen Schlachthofes.
Die wohl bekannteste Diskothek Krefelds ist die Königsburg. Sie wurde Ende 2005 nach etwa 4-jähriger Ruhepause wiedereröffnet. Vor der zwischenzeitlichen Schließung 2001 erfreute sie sich auch überregional großer Beliebtheit.
Ebenfalls weit über die Grenzen Krefelds bekannt ist der bereits seit 1958 bestehende Jazzkeller Krefeld auf der Lohstraße. Hier traten schon einige Jazz Größen sowie diverse Bands, die zumeist dem Blues, Jazz oder Rock zugeordnet werden können, auf. Regelmäßig findet die Veranstaltung JazzAttack, eine organisierte Jamsession mit bekannten Musikern der deutschen Jazz-Szene sowie vereinzelt internationalen Gästen, statt.
Kino
Ein modernes Multiplex-Kino der Kette Cinemaxx befindet sich mit seinen zehn Vorführsälen direkt neben dem Hauptbahnhof. Nach dem Bau des Cinemaxx wurden das Passage-Filmtheater mit den Kinos Royal, Studio 55, Chrystal und Passage und die Miniatur-Hollywood-Kinos geschlossen. Bereits in den 1970ern wurde das Atrium zum heutigen Blue Movie. Vor einigen Jahren musste dann der Seidenfaden mit dem Intimes dem Neubau der Dresdener Bank weichen. Als einziges weiteres Kino hält das Cinema/Casablanca (ehemals Primus und Lux) mit zwei Sälen, der Konkurrenz mit einem alternativen Programm stand.
Museen und Galerien
Kunstmuseen
51° 19' 49" N, 6° 33' 34" O
Kaiser-Wilhelm-Museum
Der Bau des Kaiser-Wilhelm-Museums geht auf den Schulrat Dr. Hermann Keussen zurück. Dieser griff nach dem Tod des Kaisers 1888 eine Anregung des Architekten Hugo Koch wieder auf, ein Kaiser Wilhelm Museum zur Pflege von Werken des Friedens, der Kunst, Bildung und Gesittung zu errichten. Ein Streit um den Standort des Museums wurde 1890 zugunsten des Karlplatzes am Westwall entschieden. 1894-97 wurde das Museum nach Plänen von Hugo Koch erbaut und am 5. September 1899 eingeweiht.
1910-12 wird das Museum erweitert. Lag der Schwerpunkt zunächst auf neuzeitlichem Kunstgewerbe und Kleinkunst, wurde dieser seit 1922 mehr auf die bildende Kunst verlagert. 1942 wurde das Museum kriegsbedingt geschlossen, überstand den Krieg aber ohne Schäden. Gegenwartskunst bekam nach dem Krieg einen immer größeren Stellenwert. 1960 schloss das Museum wegen Umbauarbeiten, die im Dezember 1968 abgeschlossen wurden. Am 30. April 1969 wurde das Museum schließlich wieder eröffnet.
Heutzutage liegt der Schwerpunkt der Sammlung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Große Bedeutung kommt dem in Krefeld geborenen Joseph Beuys zu, der mit einem von ihm selbst eingerichteten Ensemble von Werken ständig präsent ist.
Haus Lange/Haus Esters
51° 20' 49" N, 6° 34' 57" O
Museum Haus Lange an der Wilhelmshofallee wurde zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe, als Wohnhaus für die Familie von Hermann Lange (Direktor der Vereinigten Seidenwebereien, Krefeld), im Bauhaus-Stil erbaut. 1955 stellte die Familie das Haus der Stadt für Ausstellungen aktueller Kunst zur Verfügung. 1968 schenkte der Sohn des Bauherrn und Kunstsammlers das Haus der Stadt mit der Auflage, hier 99 Jahre lang Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zu zeigen. 1976 konnte die Stadt Krefeld das benachbarte Haus Esters erwerben. Es wurde ebenfalls zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe erbaut. 1981 wurde Museum Haus Esters als weiteres Ausstellungsinstitut für Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst eröffnet. Zwischen 1998 und 2000 sind beide Häuser umfassend saniert worden. Im Zuge der Euroga 2002+ konnten zwei Jahre später auch die Gärten dem ursprünglichen Zustand wieder angenähert werden. Die beiden Häuser sind selbst als Museum für Baugeschichte anzusehen.
Museumszentrum Burg Linn
51° 19' 60" N, 6° 38' 7" O
Unter dem Oberbegriff Museumszentrum Burg Linn werden die Burg Linn, Das Jagdschloss und das Niederrheinische Landschaftsmuseum zusammengefasst.
Auf der, bis zum 12. Jahrhundert zurückgehenden Burg Linn, eine polygonale Rundburg, einer von vielen Burgentypen Kurkölns, werden Ausstellungen zur Entstehung der Burg und das damalige Leben auf dieser gezeigt.
Das Jagdschloss aus dem Barock ist in der Vorburg der Burg Linn gelegen. Erbaut wurde es im 18. Jahrhundert für Kurfürst Clemens August. Zu sehen gibt es hier zeitgenössisches Inventar aus zwei Jahrhunderten und eine Sammlung mechanischer Musikinstrumente, welche sonntags vorgeführt werden. Besonders hervorzuheben ist ein mechanisches Glockenspiel mit Glocken aus Meissener Porzellan an der Vorderseite des Schlosses, das stündlich eine Melodie spielt.
Das Niederrheinische Landschaftsmuseum zeigt Fundstücke aus dem römischen und fränkischen Gräberfeld in Gellep und dem dortigen ehemaligen Castell Gelduba. Unter anderem ist das berühmte Fürstengrab des fränkischen Fürsten Arpvar mit seinem Spangenhelm aus Gold zu besichtigen. Außerdem gibt es weitere Ausstellungsstücke zur Geschichte der Umgebung sowie einen bereits 1972 bei Baggerarbeiten am Rheinhafen geborgenen Rheinkahn aus dem 13. Jahrhundert, welcher nach einem über 30 Jahre dauernden Bad in einer speziellen Holzschutzlösung nun in einer eigens errichteten Halle ausgestellt ist.
Sonstige Museen
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Das Deutsche Textilmuseum in Linn gehört heute zu den international wichtigsten Sammlungen mit historisch kostbaren Textilien und Bekleidungsstücken aus verschiedensten Zeitepochen. Die Sammlung umfasst über 25.000 Objekte aus allen Teilen der Welt. Die Vielfalt der Exponate reicht von der Antike bis zur Gegenwart. Allerdings sind nicht alle Textilien der Öffentlichkeit zugänglich.
Das Haus der Seidenkultur befindet sich in der ehemaligen Paramentenweberei Hubert Gotzes. Im Jahr 2000 wurde es als Museum eingerichtet. In dem Industriedenkmal sind neben Stickereiausstellungen 100 Jahre alten Jaquard-Handwebstühlen zu bewundern.
Literatur
Das Literaturleben der Stadt erfuhr von den 1970er Jahren an durch den Buchdrucker und ehemaligen Galeristen Klaus Ulrich Düsselberg einen starken Aufschwung. Er war Gründer der Literaturwerkstatt, des Sassafras-Verlags und der Zeitschrift "Literatur in Krefeld", später in "Literatur am Niederrhein" umbenannt. Auch organisierte er in den Reihen Literatur bei Herbst Pitt und Literatur im Kaiser-Wilhelm-Museum zahlreiche Lesungen mit regional und überregional bekannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Seit 1992 verleiht die Stadt Krefeld jährlich den mit 5.000€ dotierten Niederrheinischen Literaturpreis an regionale Autoren oder Autoren deren Werke bezug auf den Niederrhein nehmen. Die Tochter des Krefelder Schriftstellers Otto Brües, die Kunsthistorikerin und ehemalige Direktorin des Museums Schloss Rheydt, Dr. Eva Brües, vereinbarte 1998 eine spätere Schenkung an die Stadt, um das Niederrheinische Literaturhaus der Stadt Krefeld - Brües-Haus zu gründen. Dort finden heute zuweilen Lesungen und Vorträge vor allem des Otto-Brües-Freundeskreises statt.
Zu den auch überregional bekannten Schriftstellern und Schriftstellerinnen, die in Krefeld geboren wurden, zählen Herbert Genzmer, Thomas Hoeps, Andreas Mand, Ulrich Peltzer, Matthias Schamp, Elke Schmitter und Eckard Sinzig.
Musik
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Das Musikleben der Stadt Krefeld hat eine bis in das 18. Jahrhundert zurückzuverfolgende Tradition, die im wohlhabenden, musikinteressierten Bürgertum ihre Wurzeln hat. Eine besondere Blüte erlebte das Musikleben bis in die Zeit des Nationalsozialismus (eigenes Konversatorium, aktiver Tonkünstlerverein, eigenes Musiktheater und Städtisches Orchester). Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine Umorientierung. An die Stelle des Konservatoriums trat eine Musikschule; Musiktheater und Orchester wurden schon zu Beginn der 1950er Jahre mit demjenigen des benachbarten Mönchengladbach fusioniert. Das Orchester erhielt zunächst den umständlichen Namen "Orchester der vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach", bis es in den 1990er Jahren zu "Niederrheinische Sinfoniker" umbenannt wurde. Einige später berühmt gewordene Dirigenten (z.B. Lothar Zagrosek, Yakov Kreizberg) starteten in Krefeld/Mönchengladbach ihre internationale Karriere.
Einen besonderen Stellenwert hat die Chormusik in Krefeld. Über 100 Männer-, gemischte und Kirchenchöre zählt Christoph Dohr in seiner Krefelder Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts auf. Die Aktivitäten mehrerer Kirchenmusiker, z.B. Reinhold Birk, Dieter Schulte-Bunert, Hans Heinrichs, Ulrich Stuers, bereicher(te)n das Städtische Musikleben durch eigene Konzertreihen. Dazu traten privat organisierte Konzerte und Konzertreihen.
In der Musikschule der Stadt Krefeld, gegründet 1934 als Volksmusikchule durch Helmut Mönkemeyer, werden z. Zt. über 2.000 Musikschüler von 54 Musikschullehrern unterrichtet. Die Musikschule ist in drei Gebäuden, die sich im und am Sollbrügenpark befinden, beheimatet. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Musikschulen e. V..
