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Deutsches Bankwesen
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Das Deutsche Bankwesen zählt zu den größten der Welt. Internationale Großbanken aus Deutschland sind unter anderem die Deutsche Bank, Commerzbank und die Dresdner Bank.
Ein Unternehmen ist nach §1 des deutschen Kreditwesengesetzes (KWG) dann ein Kreditinstitut, wenn es Bankgeschäfte gewerbsmäßig oder in einem Umfang betreibt, der einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert.
In Deutschland übt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Aufsicht über Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute aus, die die Ausübung von Bankgeschäften explizit genehmigen muss. Anfang 2004 waren in Deutschland 2292 Kreditinstitute zum Geschäftsverkehr zugelassen. Die Anzahl der berichtenden Institute lt. Bundesbank beträgt für Januar 2007 2038 Kreditinstitute. Die Bilanzsumme beträgt 7230871 Mio € (Stand Februar 2007).
Inhaltsverzeichnis |
Bankgeschäfte
Unter Bankgeschäften im Sinne des KWG werden gefasst:
- Einlagengeschäft: Die Annahme fremder Gelder als Einlagen oder anderer rückzahlbarer Gelder des Publikums, sofern der Rückzahlungsanspruch nicht in Inhaber- oder Orderschuldverschreibungen verbrieft wird, ohne Rücksicht darauf, ob Zinsen vergütet werden.
- Kreditgeschäft: Die Gewährung von Gelddarlehen und Akzeptkrediten.
- Diskontgeschäft: Der Ankauf von Wechseln und Schecks.
- Finanzkommissionsgeschäft: Die Anschaffung und die Veräußerung von Finanzinstrumenten im eigenen Namen für fremde Rechnung.
- Depotgeschäft: Die Verwahrung und die Verwaltung von Wertpapieren für andere.
- Investmentgeschäft: Die in § 7 Abs. 2 des Investmentgesetzes bezeichneten Geschäfte.
- Darlehnserwerbsgeschäft: Die Eingehung der Verpflichtung, Darlehensforderungen vor Fälligkeit zu erwerben.
- Garantiegeschäft: Die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen für andere.
- Girogeschäft: Die Durchführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und des Abrechnungsverkehrs.
- Emissionsgeschäft: Die Übernahme von Finanzinstrumenten für eigenes Risiko zur Platzierung oder die Übernahme gleichwertiger Garantien.
- E-Geld-Geschäft: Die Ausgabe und die Verwaltung von elektronischem Geld.
Diese Geschäfte umfassen aber nur das "Außengeschäft" des Kreditinstituts im Sinn der Volkswirtschaftslehre. Dazu kommen:
- das Einlagengeschäft gegenüber anderen Kreditinstituten (Interbankenhandel),
- das Kreditgeschäft gegenüber anderen Kreditinstituten (Interbankenhandel),
- das Einlagengeschäft gegenüber der Notenbank (zur Refinanzierung).
Das KWG definiert auch Ausnahmen: Die Deutsche Bundesbank, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die Sozialversicherungsträger und die Bundesagentur für Arbeit sind beispielsweise keine Kreditinstitute im Sinne des Gesetzes.
Eine Geschäftsbank ist innerhalb des finanziellen Sektors eine Bank, die nicht Zentralbank ist. Den Geschäftsbanken stehen neben der Zentralbank die Nichtbanken als Kunden gegenüber.
Struktur
Charakteristisch für das Deutsche Bankwesen ist die Drei-Säulen-Struktur. Damit wird die strikte Trennung in die Säulen Genossenschaftsbanken (Kreditgenossenschaften und genossenschaftliche Zentralbanken), öffentlich-rechtliche Institute (Sparkassen und Landesbanken) und Kreditbanken bezeichnet.
Im internationalen Vergleich ist der Konsolidierungsgrad gering und der Anteil der öffentlichen Hand mit ca. 45% hoch. Die Profitabilität der deutschen Banken ist im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich - dies gilt für alle drei Säulen. Im Jahr 2003 betrug die Eigenkapitalrentabilität lediglich 0,7 %. Ursache hierfür sind die sinkenden Zinsspannen und der steigende Risikovorsorgebedarf. Mittlerweile ist die Risikovorsorge deutlich gesunken, unter anderem durch den Verkauf so genannter Fauler Kredite oder Nonperforming Loans.
In Deutschland wird zum Vergleich der Leistungsfähigkeit und Performance einer Bank meist die Eigenkapitalrentabiliät herangezogen. (Zum Vergleich: In den USA gilt die Cost-Income-Ratio als wichtigste betriebswirtschaftliche Kennziffer.)
Das Bankenwesen in Deutschland ist nach dem Kreditwesengesetz (KWG) geregelt. Es gliedert sich in drei Sektoren: private, öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Banken (Dreisäulensystem). Im Gegensatz zu den privaten Geschäftsbanken, steht bei den öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Banken die Gewinnmaximierung nicht im Vordergrund. Daraus resultiert ein starker Wettbewerbsdruck mit im internationalen Vergleich geringen Preisen für Bankdienstleistungen in Deutschland.
Private Geschäftsbanken
Zu den privaten Geschäftsbanken gehören:
- die fünf deutschen Großbanken (Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank, Postbank, Dresdner Bank). Diese betreuen historisch die Großindustrie und vermögende Privatkunden. Sie verfügen im Ausland über Zweigstellen, um auch dort für ihre Großkunden tätig zu werden. Die HypoVereinsbank ist Mitglied der UniCredit Group, die Dresdner Bank gehört zur Allianz SE. Alle fünf Banken firmieren in der Rechtsform der Aktiengesellschaft.
- die Privatbanken. Diese gliedern sich auf in meist nur regional tätige Regionalbanken wie bsw. die Südwestbank und die Privatbankiers, die immer mit persönlich haftenden Gesellschaftern auftreten und in der Rechtsform der KG oder OHG firmieren. Bei Privatbankiers handelt es sich hauptsächlich um Banken, die traditionell im Wealth Management oder Family Office Bereich agieren und die Betreuung vermögenden Privatkunden zum Ziel haben (z. B. Berenberg Bank. Die größeren Player sind zudem im Investmentbanking aktiv (z. B. Sal. Oppenheim jr. & Cie., Trinkaus & Burkhardt)
- Auslandsbanken. Diese untergliedern sich in zwei Untergruppen: Erstens die Banken, die in Deutschland ein eigenes Retailgeschäft aufgebaut haben und mit einem flächendeckenden Filialnetz betreiben (z. B. SEB AG, Citibank) Zweitens die Zweigstellen ausländischer Banken, die zur Betreuung der originären Kunden in Deutschland bestehen ABN AMRO)
- Private Realkreditinstitute, die besicherte Pfandbriefe begeben. Als Realkredite gelten Kredite, die 60% des Beleihungswerts nicht überschreiten. (z. B. Hypo Real Estate)
- Private Bausparkassen. (z. B. BHW)
Öffentlich-rechtliche Kreditinstitute
Zu den öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten gehören:
- elf Landesbanken. Die Landesbanken bieten direkt kein Retailgeschäft an. Ihre Produkte werden von den angeschlossenen Sparkassen vertrieben. Ausnahmen sind Tochtergesellschaften wie bsw. die BW Bank oder die Deutsche Kreditbank. Weiterhin sind die Landesbanken Hausbank des jeweiligen Landes und betreuen Großkunden.
- rund 500 Sparkassen. Die Gewinne der Sparkassen sollen für das Gemeinwohl eingesetzt werden und nicht an die Eigentümer ausgeschüttet werden. Das Sparen wird gefördert und der Mittelstand in der Region mit Krediten versorgt. Die Sparkassen sind Mittelstandsfinanzier Nr.1 in Deutschland mit einem Marktanteil von 42%. (z. B. Haspa, Fraspa, Naspa)
- Landesbausparkassen (LBS)
- Hypothekenbanken
Genossenschaftssektor
Zu den genossenschaftlichen Kreditinstituten gehören:
- die beiden Zentralinstitute (DZ Bank, WGZ-Bank). Diese üben Zentralbankfunktionen für die Genossenschaftsbanken aus. Darunter fällt die Abwicklung des Auslandsgeschäft, die Bereitstellung von Kapitalmarktprodukten, die Betreuung größerer Firmenkunden und die Risikoteilung im Kreditgeschäft.
- rund 1400 Volks- und Raiffeisenbanken. Auch die Genossenschaftsbanken treten als Mittelstandsfinanzier auf. Sie haben als Zielsetzung die Förderung der Mitglieder. Die Genossenschaftsbanken haben das größte Filialnetz in Deutschland.
- zwölf Sparda-Banken
- fünfzehn PSD Banken
- Spezialinstitute im Verbund
- Fondsgesellschaft (Union Investment)
- Immobilienfondsgesellschaft (DIFA)
- Bausparkasse Schwäbisch Hall
- Hypothekenbanken
- Leasing-Gesellschaft (VR Leasing)
- IT- Dienstleister Fiducia IT
- Kirchenbanken (z.B. Spar- und Kreditbank Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden eG)
- Sonstige (z.B. Beamtenbank, Deutsche Apotheker- und Ärztebank)
Darüber hinaus ist der Genossenschaftssektor an folgenden Banken beteiligt:
Die 10 größten Kreditinstitute in Deutschland
Ein Übersicht über die 10 größten Kreditinstitute in Deutschland (Referenzgröße: Bilanzsumme im Konzern - sofern verfügbar) gibt die nachfolgende Tabelle, die sich an der Aufstellung der Zeitschrift Die Bank orientiert:[1]
| Rang | Institut | Bilanzsumme 2005 in Mio. EUR | Bilanzsumme 2004 in Mio. EUR | Bilanzsumme 2003 in Mio. EUR | Bilanzsumme 2002 in Mio. EUR | Bilanzsumme 2001 in Mio. EUR | Mitarbeiter 2004 | Mitarbeiter 2005 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main | 992.161 | 840.068 | 803.614 | 758.355 | 918.222 | 69.417 | 63.427 |
| 2. | HypoVereinsbank, München | 493.523 | 467.408 | 479.455 | 691.157 | 728.170 | 57.806 | 61.251 |
| 3. | Dresdner Bank AG, Frankfurt am Main | 461.372 | 523.990 | 477.029 | 413.445 | 506.683 | 30.154 | 28.774 |
| 4. | Commerzbank AG, Frankfurt am Main | 444.861 | 424.877 | 381.585 | 422.134 | 501.312 | 32.820 | 33.056 |
| 5. | Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart | 405.915 | 339.808 | 323.300 | 321.800 | 296.400 | 12.184 | 12.551 |
| 6. | DZ Bank AG, Frankfurt am Main | 401.638 | 356.234 | 331.723 | 338.255 | 364.645 | 3.950 | 3.834 |
| 7. | KfW Bankengruppe, Frankfurt am Main | 341.143 | 303.799 | 313.894 | 222.639 | 244.448 | 3.574 | 3.740 |
| 8. | Bayerische Landesbank Girozentrale, München | 340.854 | 333.102 | 313.431 | 341.297 | 325.826 | 8.940 | 9.754 |
| 9. | WestLB AG, Düsseldorf | 264.955 | 253.793 | 256.244 | 265.601 | 264.049 | 7.154 | 6.353 |
| 10. | Eurohypo AG, Frankfurt am Main | 234.303 | 226.928 | 227.220 | 214.976 | 236.743 | 2.728 | 2.392 |
Quellennachweis
Siehe auch
Kreditinstitut, Cash Group, CashPool, Ehemalige Kreditinstitute in Deutschland
Literatur
- Manfred Pohl: Konzentration im deutschen Bankwesen (1848-1980). Verlag Fritz Knapp, Frankfurt am Main 1982. ISBN 3-7819-0269-2
- Alexander Scheike: Rechtliche Voraussetzungen für die materielle Privatisierung kommunaler Sparkassen. Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft. Lang, Frankfurt 2004. ISBN 3631524706
Weblinks
- bafin.de - Offizielle Website der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
- bundesbank.de - Offizielle Website der Bundesbank.
- bundesrecht.juris.de - Deutsches Gesetz über das Kreditwesen
- Die 100 größten Banken in Deutschland 2005
- Übersicht Private Banken beim Bundesverband deutscher Banken
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