Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Deutsches Bankwesen

Aus Kefk.

(Weitergeleitet von Kreditinstitute in Deutschland)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Deutsche Bankwesen zählt zu den größten der Welt. Internationale Großbanken aus Deutschland sind unter anderem die Deutsche Bank, Commerzbank und die Dresdner Bank.

Ein Unternehmen ist nach §1 des deutschen Kreditwesengesetzes (KWG) dann ein Kreditinstitut, wenn es Bankgeschäfte gewerbsmäßig oder in einem Umfang betreibt, der einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert.

In Deutschland übt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Aufsicht über Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute aus, die die Ausübung von Bankgeschäften explizit genehmigen muss. Anfang 2004 waren in Deutschland 2292 Kreditinstitute zum Geschäftsverkehr zugelassen. Die Anzahl der berichtenden Institute lt. Bundesbank beträgt für Januar 2007 2038 Kreditinstitute. Die Bilanzsumme beträgt 7230871 Mio € (Stand Februar 2007).

Inhaltsverzeichnis

Bankgeschäfte

Unter Bankgeschäften im Sinne des KWG werden gefasst:

Diese Geschäfte umfassen aber nur das "Außengeschäft" des Kreditinstituts im Sinn der Volkswirtschaftslehre. Dazu kommen:

Das KWG definiert auch Ausnahmen: Die Deutsche Bundesbank, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die Sozialversicherungsträger und die Bundesagentur für Arbeit sind beispielsweise keine Kreditinstitute im Sinne des Gesetzes.

Eine Geschäftsbank ist innerhalb des finanziellen Sektors eine Bank, die nicht Zentralbank ist. Den Geschäftsbanken stehen neben der Zentralbank die Nichtbanken als Kunden gegenüber.


Struktur

Charakteristisch für das Deutsche Bankwesen ist die Drei-Säulen-Struktur. Damit wird die strikte Trennung in die Säulen Genossenschaftsbanken (Kreditgenossenschaften und genossenschaftliche Zentralbanken), öffentlich-rechtliche Institute (Sparkassen und Landesbanken) und Kreditbanken bezeichnet.

Im internationalen Vergleich ist der Konsolidierungsgrad gering und der Anteil der öffentlichen Hand mit ca. 45% hoch. Die Profitabilität der deutschen Banken ist im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich - dies gilt für alle drei Säulen. Im Jahr 2003 betrug die Eigenkapitalrentabilität lediglich 0,7 %. Ursache hierfür sind die sinkenden Zinsspannen und der steigende Risikovorsorgebedarf. Mittlerweile ist die Risikovorsorge deutlich gesunken, unter anderem durch den Verkauf so genannter Fauler Kredite oder Nonperforming Loans.

In Deutschland wird zum Vergleich der Leistungsfähigkeit und Performance einer Bank meist die Eigenkapitalrentabiliät herangezogen. (Zum Vergleich: In den USA gilt die Cost-Income-Ratio als wichtigste betriebswirtschaftliche Kennziffer.)

Das Bankenwesen in Deutschland ist nach dem Kreditwesengesetz (KWG) geregelt. Es gliedert sich in drei Sektoren: private, öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Banken (Dreisäulensystem). Im Gegensatz zu den privaten Geschäftsbanken, steht bei den öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Banken die Gewinnmaximierung nicht im Vordergrund. Daraus resultiert ein starker Wettbewerbsdruck mit im internationalen Vergleich geringen Preisen für Bankdienstleistungen in Deutschland.

Private Geschäftsbanken

Zu den privaten Geschäftsbanken gehören:

  • die fünf deutschen Großbanken (Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank, Postbank, Dresdner Bank). Diese betreuen historisch die Großindustrie und vermögende Privatkunden. Sie verfügen im Ausland über Zweigstellen, um auch dort für ihre Großkunden tätig zu werden. Die HypoVereinsbank ist Mitglied der UniCredit Group, die Dresdner Bank gehört zur Allianz SE. Alle fünf Banken firmieren in der Rechtsform der Aktiengesellschaft.
  • die Privatbanken. Diese gliedern sich auf in meist nur regional tätige Regionalbanken wie bsw. die Südwestbank und die Privatbankiers, die immer mit persönlich haftenden Gesellschaftern auftreten und in der Rechtsform der KG oder OHG firmieren. Bei Privatbankiers handelt es sich hauptsächlich um Banken, die traditionell im Wealth Management oder Family Office Bereich agieren und die Betreuung vermögenden Privatkunden zum Ziel haben (z. B. Berenberg Bank. Die größeren Player sind zudem im Investmentbanking aktiv (z. B. Sal. Oppenheim jr. & Cie., Trinkaus & Burkhardt)
  • Auslandsbanken. Diese untergliedern sich in zwei Untergruppen: Erstens die Banken, die in Deutschland ein eigenes Retailgeschäft aufgebaut haben und mit einem flächendeckenden Filialnetz betreiben (z. B. SEB AG, Citibank) Zweitens die Zweigstellen ausländischer Banken, die zur Betreuung der originären Kunden in Deutschland bestehen ABN AMRO)
  • Private Realkreditinstitute, die besicherte Pfandbriefe begeben. Als Realkredite gelten Kredite, die 60% des Beleihungswerts nicht überschreiten. (z. B. Hypo Real Estate)
  • Private Bausparkassen. (z. B. BHW)

Öffentlich-rechtliche Kreditinstitute

Zu den öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten gehören:

  • elf Landesbanken. Die Landesbanken bieten direkt kein Retailgeschäft an. Ihre Produkte werden von den angeschlossenen Sparkassen vertrieben. Ausnahmen sind Tochtergesellschaften wie bsw. die BW Bank oder die Deutsche Kreditbank. Weiterhin sind die Landesbanken Hausbank des jeweiligen Landes und betreuen Großkunden.
  • rund 500 Sparkassen. Die Gewinne der Sparkassen sollen für das Gemeinwohl eingesetzt werden und nicht an die Eigentümer ausgeschüttet werden. Das Sparen wird gefördert und der Mittelstand in der Region mit Krediten versorgt. Die Sparkassen sind Mittelstandsfinanzier Nr.1 in Deutschland mit einem Marktanteil von 42%. (z. B. Haspa, Fraspa, Naspa)
  • Landesbausparkassen (LBS)
  • Hypothekenbanken

Genossenschaftssektor

Zu den genossenschaftlichen Kreditinstituten gehören:

Darüber hinaus ist der Genossenschaftssektor an folgenden Banken beteiligt:

Die 10 größten Kreditinstitute in Deutschland

Ein Übersicht über die 10 größten Kreditinstitute in Deutschland (Referenzgröße: Bilanzsumme im Konzern - sofern verfügbar) gibt die nachfolgende Tabelle, die sich an der Aufstellung der Zeitschrift Die Bank orientiert:[1]

Rang Institut Bilanzsumme 2005 in Mio. EUR Bilanzsumme 2004 in Mio. EUR Bilanzsumme 2003 in Mio. EUR Bilanzsumme 2002 in Mio. EUR Bilanzsumme 2001 in Mio. EUR Mitarbeiter 2004 Mitarbeiter 2005
1. Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main 992.161 840.068 803.614 758.355 918.222 69.417 63.427
2. HypoVereinsbank, München 493.523 467.408 479.455 691.157 728.170 57.806 61.251
3. Dresdner Bank AG, Frankfurt am Main 461.372 523.990 477.029 413.445 506.683 30.154 28.774
4. Commerzbank AG, Frankfurt am Main 444.861 424.877 381.585 422.134 501.312 32.820 33.056
5. Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart 405.915 339.808 323.300 321.800 296.400 12.184 12.551
6. DZ Bank AG, Frankfurt am Main 401.638 356.234 331.723 338.255 364.645 3.950 3.834
7. KfW Bankengruppe, Frankfurt am Main 341.143 303.799 313.894 222.639 244.448 3.574 3.740
8. Bayerische Landesbank Girozentrale, München 340.854 333.102 313.431 341.297 325.826 8.940 9.754
9. WestLB AG, Düsseldorf 264.955 253.793 256.244 265.601 264.049 7.154 6.353
10. Eurohypo AG, Frankfurt am Main 234.303 226.928 227.220 214.976 236.743 2.728 2.392


Quellennachweis

  1. Website der Zeitschrift die Bank - Die 100 größten Banken in Deutschland

Siehe auch

Kreditinstitut, Cash Group, CashPool, Ehemalige Kreditinstitute in Deutschland

Literatur

  • Manfred Pohl: Konzentration im deutschen Bankwesen (1848-1980). Verlag Fritz Knapp, Frankfurt am Main 1982. ISBN 3-7819-0269-2
  • Alexander Scheike: Rechtliche Voraussetzungen für die materielle Privatisierung kommunaler Sparkassen. Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft. Lang, Frankfurt 2004. ISBN 3631524706

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Deutsches_Bankwesen, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen