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Krankheit als Metapher

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Krankheit als Metapher, engl. llness as Metaphor ist Titel eines 1977 erschienenen Buches der US-amerikanischen Publizistin Susan Sontag

Menschen mit bestimmten Krankheiten sind Vorurteilen und Mythen ausgesetzt. Sontag meint, dass die Deutungen von Krankheiten der Mode unterliegen. Sie würden mit Mythen belegt, die dazu dienten, die Kriegsführung der modernen Industriegesellschaften ins Körperinnere zu verlagern, dem der äußere Feind fehle. Sontag sieht in der Metaphorik der Krebstherapie Leitbilder ähnlich denen der Kriegsführung gegeben, bei denen nahezu jeglicher Körperschaden gerechtfertigt sei, wenn das Leben des Patienten gerettet werde.

Im Deutschen steht das Wort Krebs sowohl für ein Tier, als auch für eine Tumorerkrankung. Die Namensgebung geht nach Sontag auf den Griechen Galen zurück, der - neben Hippokrates - der bedeutendste Arzt der Antike war. Die Ähnlichkeiten zwischen dem Tier Krebs und der Krankheit waren rein äußerlich, keine Metapher.

"Die früheste literarische Definition von Krebs ist Gewächs, Klumpen oder Auswuchs, und der Name der Krankheit - von griechisch KARK'NOS und lateinisch CANCER, die beide Krebs bedeuten, wurde Galen zufolge durch die Ähnlichkeit der geschwollenen Venen eines äußeren Tumors mit Krebsbeinen inspiriert; nicht, wie viele meinen, dadurch, daß eine metastatische Krankheit wie ein Krebs krabbelt oder kriecht." (Susan Sontag, 1989, S. 12f)

Quelle

  • Susan Sontag: Krankheit als Metapher 1989 (engl. 1977) Frankfurt/Main, Fischer ISBN 3596238234
  • Peter Sichrovsky, Peter Scheer: Resistent. Die Wiederkehr der Seuchen. Berlin-Vlg., Berlin ISBN 3827001803

Siehe auch: Healthism

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