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Korb (Behälter)

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Korbflechten

Ein Korb ist ein meist aus hölzernem, biegsamen Material geflochtener Behälter zum Transport und Lagern von Lasten oder Material. Im Ballonkorb werden auch Menschen befördert, ein zum Fischfang verwendeter Korb heißt Reuse.

Inhaltsverzeichnis

Material

Körbe oder Korbwaren sind Geflechte aus Ruten, Zweigen, gespaltenem Holz, Rattan, Bambus, Esparto, Schilf oder Palmenblattrippen. Das gewöhnlichste Material zum Korbflechten sind Weidenzweige von speziell zu diesem Zweck angepflanzten Korbweiden. Heute werden mit Korb aber auch Behälter aus Kunststoff oder Metall bezeichnet, wenn sie sich in Form und Machart an Korbwaren anlehnen.

Verarbeitung

Bild:Korbmacher 1880.jpg
Der Korbmacher (aus Was willst du werden, um 1880)
Bild:Korbflechterin 0308.png
Skulptur einer Korbflechterin

Die einjährigen Weidenschößlinge, die geschält oder ungeschält (dann aber nur für große Körbe) verarbeitet werden, werden jährlich in einer Höhe von 1 bis 1,5 m geschnitten.

Will man sie schälen, so zieht man sie im frischen Zustand durch eine elastische hölzerne oder eiserne Zange (Klemme) und löst dann die geplatzte Rinde ab. Nach dem Schälen werden die Ruten an der Luft und Sonne möglichst schnell getrocknet, damit sie ihre weiße Farbe beibehalten. Durch Einlegen in Wasser erhalten sie ihre ursprüngliche Biegsamkeit wieder und sind dann zum Flechten bereit.

Zu ganz feinen Arbeiten spaltet man die Ruten in drei oder vier Schienen. Dies geschieht mit dem Reißer (auch Klöber), einem etwas kegelförmig gedrechselten Stück harten Holzes, welches von der Mitte bis an das obere dünne Ende so ausgeschnitten ist, dass es drei oder vier keilförmige, wie Strahlen von einem Mittelpunkt auslaufende Schneiden bildet. Die Rute wird am dicken Ende mit dem Schnitzer eingeschnitten, der Reißer so auf die Rute gesetzt, dass seine Keile in die Schnitte eintreten, und bis an das andre Ende fortgeschoben. Zur Verwandlung der dreiseitigen Spaltstücke in glatte Schienen zieht man sie wiederholt durch den Korbmacherhobel und dann durch den Schmaler, um die Seitenkanten zu beschneiden und alle Schienen gleich breit zu machen.

Korbflechten

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Ein Korbflechter bei der Arbeit

Beim Flechten selbst fertigt man zuerst den Boden des Korbes und dann die Seitenwände. Dies geschieht auf einem einfachen Gestell, der Maschine, auf welcher der Boden befestigt wird. Eckige Körbe werden über hölzernen Formen geflochten. Verbreitet ist auch die Fabrikation der Spankörbe aus bandartigem, gespaltenem Fichtenholz und der Kokskörbe aus berindetem Fichtenholz und Weidenruten. Die feinern Körbe werden gebleicht, lackiert, gefärbt, früher auch häufig bronziert oder vergoldet.

Korbwaren

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Korbwaren eines fliegenden Händlers

Die Korbflechterei umfasst die verschiedensten Formen von Körben. Außerdem existieren noch Möbel, Kinderwagen, Leuchter, Bilderrahmen und zahlreichen Galanteriewaren. Beheimatet war die im Aussterben begriffene Korbwarenherstellung in Deutschland in Berlin, Hamburg, Leipzig, Dresden, in der Rhön, in Bamberg und in Schmalkalden. Sie lieferten besonders feinere Korbwaren. Der Hauptsitz der für den Export arbeitenden Korbwarenindustrie befand sich im Gebiet des oberen Mains, bei Coburg, bei Lichtenfels und im Fichtelgebirge. Im Erzgebirge (Lauter bei Schwarzenberg) wurden besonders Spankörbe hergestellt.

Wissenswertes

  • Vielfach wurden Blinde in der Korbflechterei unterwiesen, um damit in speziellen Heimstätten ihren Beitrag zum Lebensunterhalt zu leisten.
  • In Lichtenfels am Main gibt es eine Fachschule für Korbflechterei.
  • In Hückelhoven-Hilfarth im Kreis Heinsberg existiert ein Korbmachermuseum.
  • In Michelau bei Lichtenfels existiert ein Korbflechtermuseum.

Ballonkorb

Die Transportbehälter unter den Heißluftballons sind in der Mehrzahl noch heute aus geflochtenem Korbmaterial. Zum einen sind sie dadurch sehr leicht und andererseits verformen sie sich durch die Elastizität bei der Landung und brechen nicht gleich entzwei. Somit kann man erneut starten. Ballonkörbe können bis zu 16 Personen aufnehmen.

Redewendungen

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Er bekommt keinen Korb.

Der Spruch „Einen Korb bekommen“ bedeutet, dass jemand bei einem Liebes- oder Heiratsantrag abgewiesen wird. Die Redewendung hat ihren Ursprung in folgender mittelalterlichen Sitte: Ein von einem Freier umworbenes Fräulein zog diesen häufig nach dem Antrag in einem Korb zum Fenster hinauf. Sie konnte ihm ihre ablehende Haltung deutlich machen, indem sie ihm einen Korb hinunter ließ, dessen Boden gelockert war. Dieser brach beim Heraufziehen. Später entwickelte sich daraus ein Brauch, bei dem das Fräulein dem Freier einen kleinen Korb ohne Boden übergab, um ihm ihre Abneigung zu zeigen.

Die Wendung „husch, husch ins Körbchen“, mit dem man Kinder schnell ins Bett bringen will, bezieht sich dabei auf den Hundekorb, in dem ein Haushund schläft.

Ebenfalls aus dem Tierreich stammt der Ausdruck „Hahn im Korb“, der sich auf einen Mann bezieht, der sich in überwiegend weiblicher Gesellschaft befindet. Da sich im Hühnerstall oder im Korb, in dem die Hühner zum Markt getragen wurden, meist nur ein Hahn befand, entstand diese Redewendung.

Siehe auch

Literatur

  • Brockmann: Hand- Lehr - und Musterbuch für Korb- und Strohflechter, Korbmöbel- und Rohrwarenfabrikanten. (Schauplatz der Künste und Handwerke ; 77). Weimar (1882)
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