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Koralle
Aus Kefk.
Korallen (v. griech.: korállion) gehören zur Klasse der Blumentiere (Anthozoa) im Stamm der Nesseltiere (Ausnahme: Feuerkorallen gehören zur Klasse der Hydrozoa).
Inhaltsverzeichnis |
Biologie
Allgemeines
Korallen kommen ausschließlich im Meer vor, insbesondere im Tropengürtel. Sie leben festsitzend (sessil), meist in Kolonien. Im Hinblick auf die Wuchsform unterscheidet man zwischen Weichkorallen und Steinkorallen (Hartkorallen), wobei letztere durch Einlagerungen von Kalk Skelette bilden, durch die Korallenbänke oder ein Korallenriff entstehen, da totes Skelettmaterial fortwährend von lebendigem Gewebe überwuchert wird. Korallenskelette bestehen zum größten Teil aus Aragonit, den die Korallentiere aus ihrer Fußscheibe oder ihrem Ektoderm absondern, um der Kolonie Stütze zu verleihen. Die Einzelskelette sind in der Regel pflanzenartig verzweigt und an den Zweigenden, den Wachstumsspitzen, sitzen oft farbenprächtige Polypen, die den Eindruck verstärken, man hätte es mit unterseeischen Blütenpflanzen zu tun.
Koralle1.jpg
Korallen mit Wachstumsspitzen |
Koralle2.jpg
Baumförmige Steinkorallen vor Samoa |
Koralle3.jpg
Hornkoralle (Fächerkoralle) |
Schnitt durch eine Koralle; zur Bestimmung der Wachstumsrate gefärbt |
Wie bei den meisten festsitzenden Meerestieren handelt es sich auch bei Korallen um Filtrierer, d. h. sie ernähren sich auch durch das Herausfiltern von Mikroplankton, Nährstoffen und Spurenelementen aus dem strömungsreichen Meerwasser. Viele der Korallen, die in Nähe der Wasseroberfläche leben, ernähren sich jedoch nicht alleine durch Filtrieren von Plankton, sondern auch (oder sogar zum größeren Teil) durch eingelagerte Symbiosealgen, sogenannte Zooxanthellen, welche auch für die intensiven Farben im lebendigen Gewebe der Koralle verantwortlich sind. Diese einzelligen Algen sind mit ihrem pflanzlichen Photosynthese-Stoffwechsel nahtlos in den Nährstoffhaushalt der Koralle eingebunden. Je nach vorhandenem Plankton kann auch die Größe der Korallenpolypen sehr unterschiedlich sein, deshalb unterscheidet man zwischen grosspolypigen (LPS - Large Polyp Sclerantinia) und kleinpolypigen (Small Polyp Sclerantinia), wobei die Polypengröße von Millimeter-Bruchteilen bis zu mehreren Zentimetern variiert. Korallen gibt es seit über 400 Millionen Jahren und helfen dem Geologen bei Paläoklimarekonstruktionen.
Fossile Koralle (Acervularia ananas) |
Fossile Koralle Gotland, Schweden |
Halysites aus dem Silur |
silurischer Stromatolith |
Tiefseekorallen
Neben den riffbildenden Steinkorallen der Tropen findet man auch Tiefseekorallen, welche keine Zooxanthellen besitzen und sich ausschließlich durch die Filtration von Plankton ernähren. Sie sind in Meerestiefen von 40 bis zu 6.300 m nachgewiesen; in der Hauptsache kommen sie in Tiefen zwischen 200 und 1.000 m vor. Ebenso wie ihre oberflächennahen Verwandten bieten auch sie einer vielfältigen Tierwelt Lebensraum.
Arten, die sich hauptsächlich von Kleinstlebewesen ernähren, sind u.a.:
- diverse Steinkorallen (z.B. Tubastrea spp., Balanophyllia spp.)
- Gorgonien (Annella spp., Melithaea spp.)
- Weichkorallen (z. B. Dendronepthya spp., Scleronephthya spp.)
- manche Seeanemonenarten
Wurzel- und Schaumkorallen
Wurzel- oder Schaumkorallen sind in der Schmuckherstellung ein Ersatz für die Edelkoralle. Wurzelkorallen sind eine eigenständige Korallenart - keine eigentliche Wurzel, sondern ein besonderer Korallenstrauch. Das sind diejenigen Teile der japanischen Momo-Koralle, die im Sand oder Schlick stecken und den Übergang vom Korallenfuß zum festen Teil des Korallenstocks bilden. Sie ist seit langem im Handel, ist schwerer als Wurzelkoralle und auch etwas teurer. Beide Arten kommen in reichlicher Menge aus China und Japan in den Handel. Sie sind wegen ihrer Größe und dem relativ geringen Gewicht überall dort beliebt, wo viel Farbe und Volumen bei günstigen Preisen gefragt ist.
Fortpflanzung
Ein besonderes Ereignis stellt das jährliche Massenablaichen dar, das der Vermehrung der Korallen dient. Im Great Barrier Reef findet dieses während des australischen Frühjahrs im November statt und richtet sich nach einem von der Natur streng vorgegebenen Zeitplan. Die den Zeitpunkt beeinflussenden Faktoren sind die Wassertemperatur von etwa 27 °C, die Tageslänge und die Mondphase. Nur ein minutiös aufeinander abgestimmter Ausstoß der Eizellen und Samen in großer Menge gewährleistet unter den – durch Fressfeinde und starke Meeresströmung verursachten – schwierigen Bedingungen eine erfolgreiche Fortpflanzung.
Gefährdung
Die oben erwähnten Algen sind sehr temperaturempfindlich. Erwärmt sich das Wasser zu stark, beginnen sie Giftstoffe zu produzieren und werden daraufhin von den Korallen abgestoßen, woraufhin sie sofort absterben. Der weiße Kalkmantel bleibt bestehen, daher der Begriff Korallenbleiche. Durch die globale Erwärmung kommt es häufiger und länger andauernd zum "Überhitzen" des Meerwassers. Dadurch verläuft eine ansonsten leicht verlaufende Korallenbleiche, von der sich eine Koralle erholen kann, schwerer und führt schließlich zum Absterben. Eine weitere Gefahr droht durch die Versauerung der Meere, die einen Teil der anthropogenen Emissionen von Kohlenstoffdioxid aufnehmen, was die Bildung neuer Kalkschalen verhindert. Außerdem scheint es der Fall zu sein, dass das Einleiten von Fäkalien ebenfalls ein Faktor für die Korallenbleiche darstellt, da sie an entsprechenden Stellen vermehrt beobachtet werden konnte. Als Auslöser werden coliforme Bakterien in den Fäkalien vermutet. Die Korallenbleiche hat in den letzten Jahren viele beliebte Tauchreviere zerstört.
Durch Tiefseefischerei (Schlepp- und Grundnetzfischerei) sind Tiefseekorallen bedroht; ein negativer Einfluss von Bohrplattformen zur Erdöl- oder Erdgasförderung in der Umgebung von Tiefseekorallenriffen wird nicht ausgeschlossen. Transkontinentale Unterwasserkabel zur Telekommunikation stellen ebenfalls eine Bedrohung dar. Auch als Schmuck sind die Korallen sehr beliebt. Als Halskette halten am meisten die Roten Korallen, auch Schatz des Meeres genannt, her.
Siehe auch: Folgen der globalen Erwärmung
Weblinks
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