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Korça
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Korça, (albanisch auch Korçë, griechisch: Κορυτσά/Koritza, italienisch: Corizza, aromunisch: Curceaua, türkisch: Görice) ist eine Stadt im Südosten Albaniens. Die Stadt hat etwa 60.000 Einwohner (2003) und liegt in einer Hochebene auf rund 800 m ü. d. M. umgeben von Bergen. Das Klima im Sommer ist angenehm warm. Die Winter sind hingegen recht kalt.
Die vorherrschenden religiösen Bekenntnisse unter den Korçaren sind die albanische Orthodoxie (die Stadt ist Bischofssitz) und der sunnitische Islam. Neben den Albanern gehören auch kleine mazedonische und aroumunische Minderheiten sowie eine größere Gruppe von Roma zur Bevölkerung. Die Aromunen besitzen in der Stadt eine eigene Kirche.
Eine neu gebaute über Bilisht führende Schnellstraße verbindet Korça mit dem nahen Griechenland. Eine weitere wichtige Straße geht in nördlicher Richtung nach Pogradec und von dort weiter nach Mittelalbanien und ins mazedonische Ohrid.
In Korça haben die Behörden der gleichnamigen Präfektur und des Kreises (rrethi) ihren Sitz. Die Stadt hat ein Theater und ein landesweit bekanntes Gymnasium mit musikalischer Spezialausbildung. Auch ein bedeutendes Museum mit Ikonen aus Südalbanien befindet sich in Korça.
Im 19. und am Beginn des 20. Jahrhunderts war Korça ein wichtiges Zentrum der albanischen Rilindja-Bewegung. So wurde hier 1887 die erste Volksschule des Landes eröffnet, in der auf Albanisch unterrichtet wurde. Damals war die Stadt auch ein überregional bedeutendes Handelszentrum. Die reichen Kaufleute aus Korça waren regelmäßig auf den Messen in Leipzig und Wien vertreten.
Der enge Kontakt zu Mitteleuropa und der Einfluss der zurückgekehrten Auswanderer nach Amerika ist noch heute im Stadtbild zu erkennen, denn viele vermögende Bürger ließen sich Wohnhäuser im Stil der Gründerzeit errichten, wie sie vor allem in Deutschland und Österreich verbreitet waren. Daneben sind noch große Quartiere mit einfachen alten Häusern erhalten. Sehenswert ist auch der alte Basar und die Mirahori-Moschee, die schon bald nach der Gründung der Stadt im 15. Jahrhundert errichtet wurde.
Nach der albanischen Unabhängigkeit beanspruchte Griechenland Korça für sich und ließ seine Truppen im März 1913 in die Stadt einrücken. Ein Jahr später zogen die Griechen auf Druck der Großmächte ab und es bildete sich in Korça eine eigenständige Regionalregierung. Von Oktober 1914 bis zum Sommer 1916 gab es erneut eine griechische Besatzung.
Danach war Korça von französischen Truppen besetzt, die während des Ersten Weltkriegs hier stationiert waren, um die Saloniki-Front gegen Österreicher und Deutsche zu stabilisieren. Die Franzosen ließen eine eigene Republik ausrufen, die schließlich 1920 mit Albanien vereinigt wurde. Griechenland wollte damals erneut Korça annektieren, hatte mit diesem Bestreben aber keinen Erfolg.
Während des Kommunismus wurde die Stadt zu einem industriellen Zentrum. Es gab ein Kohle-Kraftwerk, Textil-Fabriken, Teppich-Fabrikationen und eine im ganzen Land bekannte Brauerei.
Der lokale Fußballklub Skenderbeu Korça spielt in der Ersten Liga.
Partnerstadt
Literatur
- Pirro Thomo: Korça. Urbanistika dhe arkitektura. Tiranë 1988.
- Muin Çami: Shqiptarët dhe francezët në Korçe (1916 - 1920). Tirana 1999
- The Museum of Albanian Mediaeval Art Korça. Tirana 1987 (Führer)
Koordinaten: 40° 37′ 23" n. Br., 20° 46′ 31" ö. L.
