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Konstanze von Sizilien

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Heinrich VI. und Konstanze von Sizilien (aus Liber ad honorem Augusti des Petrus de Ebulo, 1196)

Konstanze von Sizilien (* 1154; † 28. November 1198 in Palermo) war Königin von Neapel und Sizilien aus eigenem Recht. Sie wurde posthum, als Tochter des Königs Roger II. von Sizilien und seiner dritten Ehefrau Beatrix von Rethel, geboren, deutsche Kaiserin als Ehefrau des Kaisers Heinrich VI., und die Mutter des Kaisers Friedrich II..

Leben

Konstanze war bereits unübliche 30 Jahre alt, als sie verlobt wurde. Dies gab später zu Gerüchten Anlass, sie habe, da sie Nonne gewesen sei, päpstlichen Dispens benötigt, aber auch, dass sie äußerst hässlich gewesen sei. Keine dieser Geschichten kann den Beweis für ihre Richtigkeit antreten.

Der Tod der männlichen Angehörigen ihrer Familie machte Konstanze zur Erbin des Königreichs. Ihr Vater war bereits vor ihrer Geburt gestorben, von seinen fünf Söhnen war nur noch der jüngste am Leben: Wilhelm I. selbst starb 1166 und hinterließ auch nur einen minderjährigen Sohn, Wilhelm II., der erst spät heiratete und dann keine Kinder mehr bekam.

Es ist nicht klar, warum Wilhelm so lange wartete, um einen Ehemann für seine Tante zu finden. Auch ist nicht eindeutig, warum er am Ende Heinrich auswählte, den Sohn und Erben des Kaisers Friedrich Barbarossa, da die sizilianischen und deutschen Herrscher lange Zeit verfeindet waren – und der Papst, ebenso ein Gegner der Kaiser, konnte es nicht befürworten, das große Königreich im Süden in deutscher Hand zu sehen. Und die Adligen des Reiches würden diese Lösung sicher auch nicht befürworten.

Dennoch wurde Konstanze 1184 mit Heinrich verlobt und am 27. Januar 1186 in Mailand mit ihm verheiratet. Wilhelm ließ den Adel und die wichtigen übrigen Männer seines Hofes versprechen, Konstanzes Nachfolge anzuerkennen, falls er ohne direkte Erben sterben sollte. Nach seinem unerwarteten Tod 1189 bemächtigte sich dann sein Vetter Tankred von Lecce des Throns – Tankred war unehelich, hatte aber die Unterstützung der meisten wichtigen Männer des Königreichs.

Konstanzes Schwiegervater starb 1190, im Folgejahr wurden Heinrich und Konstanze zu Kaiser und Kaiserin gekrönt. Heinrich bereitete bereits eine Invasion Siziliens vor, als Tankred 1194 starb. Im gleichen Jahr noch zog er nach Süden, bemächtigte sich der Witwe und Kinder des Normannen, setzte Tankreds jungen Sohn Wilhelm III. ab und sich selbst auf den Thron.

Während Heinrich schnell nach Süden zog, folgte ihm Konstanze aufgrund ihrer Schwangerschaft langsamer. Am 26. Dezember, einen Tag nach Heinrichs Krönung in Palermo, kam sie in der Kleinstadt Jesi bei Ancona mit dem späteren Kaiser Friedrich II. nieder.

Konstanze war 40 Jahre alt, und sie wusste, dass es Fragen geben würde, ob das Kind wirklich ihres sei. Daher kam Friedrich in einem Zelt auf dem Marktplatz des Ortes zur Welt, mit den Frauen des Ortes als Zeuginnen. Einige Tage später kehrte sie auf den Marktplatz zurück, um das Kind öffentlich zu stillen.

Heinrich starb 1197, und Konstanze kehrte nach Sizilien zurück. Sie war bereits seit 1195 Regentin und wurde nun Königin der Insel. Sie ließ den dreijährigen Friedrich am 17. Mai 1198 zum König von Sizilien krönen, und löste in seinem Namen die Knoten auf, die ihr Ehemann zwischen der Regierung Siziliens und des Reiches geknüpft hatte. Auch verzichtete sie auf seinen Anspruch auf die deutsche Krone und stellte ihn unter den Schutz des Papstes Innozenz III. Sie wollte ihn als Sizilianer erziehen lassen und wollte, dass er keine andere Position erreicht als König von Sizilien. Dass ihre Pläne so nicht aufgehen würden, konnte sie nicht ahnen, als sie ein Jahr später starb. Sie wurde, wie ihr Mann, im Dom von Palermo beigesetzt.

Dante versetzt Konstanze in seiner Göttlichen Komödie ins Paradies (womit er die Geschichte, sie sei eine Nonne gewesen, unterstützte):

E quest’altro splendor che ti si mostra
da la mia destra parte e che s’accende
di tutto il lume de la spera nostra,
ciò ch’io dico di me, di sé intende;
sorella fu, e così le fu tolta
di capo l’ombra de le sacre bende.
Ma poi che pur al mondo fu rivolta
contra suo grado e contra buona usanza,
non fu dal vel del cor già mai disciolta.
Quest’è la luce de la gran Costanza
che del secondo vento di Soave
generò ’l terzo e l’ultima possanza.
Der andre Glanz, der mir zur Rechten dich
So freudig hell bestrahlt, denn er entzündet
In unsrer Sphäre ganzem Schimmer sich,
Versteht von sich, was ich von mir verkündet.
Denn man entriß, wie meinem, ihrem Haupt
Den Schleier, der der Nonnen Stirn umwindet.
Doch, ob man Rückkehr ihr zur Welt erlaubt,
Blieb doch ihr Herz bekrönt mit jenem Kranze,
Den ihrer Stirn verruchte Tat geraubt.
Sie ist das Licht der trefflichen Konstanze,
Die mit dem zweiten Sturm aus Schwabenland
Den dritten zeugt’, umstrahlt vom letzten Glanze.

Weblinks


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