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Thénards Blau
Aus Kefk.
Kobaltblau (Farbe)
Kobaltblau (Pigment)
Das Pigment Thénards Blau (Dumonts Blau, Leithners Blau) ist Cobaltaluminat mit der Formel CoAl2O4.
Die Farbe wird Kobaltblau oder Cobaltblau, Coelestinblau („Himmelsblau“, von lateinisch coelestis „himmlisch“) genannt.
Cobaltaluminat dient auch der Herstellung von Kobaltglas.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Kobaltblau wird in China schon zur Zeit der Tang-Dynastie in keramischen Glasuren verwendet.
Als Reinstoff wurde 1795 von Leithner durch Glühen von Aluminiumsulfat und Cobaltnitrat (Co(NO3)2) entdeckt. Die industrielle Erzeugung des tiefblauen Pigments wurde vom Pariser Universitätsprofessor Louis Jacques Thénard veranlasst.
Chemie
Cobaltaluminat ist ein Cobalt-Aluminium-Spinell, die Strukturformel lautet
- CoO·Al2O3 (Cobalt(II)-oxid und Aluminiumoxid)
Farblehre
Kobaltblau als Farbe ist ein neutrales Blau von hoher Farbsättigung[1]
- HSV 215°, 100%, 67%
- RGB255 (0, 71, 171) dezimal bzw. 0047AB hexadezimal
- CYMK100 (100, 58, 0, 33)
Verwendung
Das Pigment Thénards Blau
Das besondere an diesem Pigment ist seine extrem tiefe Farbe (Chrominanz von etwa 85% [2]), welche weit außerhalb des Farbraums fototechnischer Reproduktionsmöglichkeiten liegen und auch drucktechnisch nur durch den Einsatz von Sonderfarben, nicht jedoch im klassischen Vierfarbdruck, wiedergegeben werden kann. Sie liegt auch ausserhalb des Monitor-Gamuts und ist am Bildschirm nicht darstellbar.
Das Pigment als Pulver[2] zeigt eine deutlich hellere Farbnuance als etwa Ausmischungen in Öl[1].
Kobaltglas
Kobaltglas enthält einen bestimmten Anteil von Cobaltaluminat. Damit erhält man intensiv dunkelblaues Glas.
Da Kobaltglas in der Durchsicht gelbes Licht ausfiltert, wird es in der chemischen Analytik verwendet, um bei der Flammenfärbung die blassviolette Flammenfarbe der Kaliumsalze besser wahrnehmen zu können, die oft von der kräftig gelben Farbe der Natriumverbindungen überdeckt wird.
Giftigkeit
Zwar sind die Cobaltoxide als gesundheitsschädlich (Xn, R-Sätze 22-43-50/53) eingestuft. Im Pigment liegt es aber in Spinellmischphase vor und kann aufgrund dieser stabilen Kristallstruktur nicht abgebaut werden. Auch in Glas ist es so stabil gebunden, dass keine Bedenken bestehen.
Literatur
- Kurt Wehlte: Werkstoffe und Techniken der Malerei, Otto Maier Verlag, Ravensburg 1967, ISBN 3-473-48359-1 (früher: ISBN 3-473-61157-3)
Weblinks
- Thomas Seilnacht: Cobaltpigmente
- Synthese von Thénards Blau
Die in Wikipedia-Artikeln verwendeten Farben werden auf jedem Monitor anders dargestellt und sind nicht farbverbindlich. Eine Möglichkeit, die Darstellung mit rein visuellen Mitteln näherungsweise zu kalibrieren, bietet das nebenstehende Testbild: Tritt auf einer oder mehreren der drei grauen Flächen ein Buchstabe (R für Rot, G für Grün oder B für Blau) stark hervor, sollte die Gammakorrektur des korrespondierenden Monitor-Farbkanals korrigiert werden. Das Bild ist auf einen Gammawert von 2,2 eingestellt – der gebräuchliche Wert für PCs. Macintosh-Rechner hingegen verwenden standardmäßig einen Gamma von 1,8.
Einzelnachweise
- . a b Farbmuster Kobaltblau (Farbe): nach List of colors - Wikipedia (englisch) (16. Mai 2006)
- . a b Farbmuster Kobaltblau (Pigment): nach CIECAM ab plane. In: Bruce MacEvoy: Handprint. Watercolors. – siehe dazu auch Seilnacht: Die Abbildung dort entspricht ziemlich farbecht, nicht aber in der Leuchtkraft, dem Erscheinungsbild des Pigments (16. Mai 2006)
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