Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Klassische Dichotomie
Aus Kefk.
Die Klassische Dichotomie ist in der klassischen makroökonomischen Theorie die Zweiteilung des realen und monetären Sektors einer Volkswirtschaft.
Danach wird das Preisniveau auf dem Geldmarkt bestimmt, während die realwirtschaftlichen Größen (z. B. Beschäftigung, Realeinkommen, Realzinssatz) auf den übrigen drei Märkten (Gütermarkt, Arbeitsmarkt, Kapitalmarkt) bestimmt werden.
Dahinter steht die Vorstellung, dass Preisniveaueffekte langfristig alle in Geldeinheiten ausgedrückten realwirtschaftlichen Größen gleichmäßig beeinflussen, so dass die Wirtschaftssubjekte keinen Anlass haben, ihre realwirtschaftlichen Dispositionen zu verändern. Beispiele: Bei steigendem Lohnsatz und somit steigendem Lohneinkommen werden die Haushalte ihr Arbeitsangebot nicht verändern, wenn die Konsumgüterpreise um denselben Prozentsatz steigen, so dass das Realeinkommen gleich bleibt. Unternehmen, deren Absatzpreise steigen, werden dennoch nicht zusätzlich investieren, wenn auch die Löhne und Nominalzinsen (also die Kosten) in genau demselben Maß steigen usw.
Das Preisniveau wird in dieser Sichtweise langfristig allein vom Geldangebot bestimmt, hat aber keinen dauerhaften realen Effekt (Geldschleier). Dieser Position steht u. a. die keynesianische Makroökonomik entgegen, bei der realer und monetärer Sektor in Wechselbeziehung stehen.
Die Sichtweise der klassischen Dichotomie ist unrealistisch. Geldhaltung erfolgt, weil Geld nützlich ist um Transaktionskosten abzuwickeln. Dieser Service verursacht Kosten, die mit der Inflation verbunden sind. 1959 postulierte Milton Friedman, dass eine optimale Inflationsrate die Kosten der Geldhaltung minimiert.
