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Kham

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Tibetische Bezeichnung
Tibetisch: ཁམས་
Wylie-Transliteration: khams
Aussprache in IPA: [kʰam]
offizielle Transkription der VRCh: Kam
vereinfachte Umschrift nach THDL: Kham
andere Schreibweisen:
Chinesische Bezeichnung
traditionell: 西康
vereinfacht: 西康
Pinyin: Xīkāng
Wikipedia
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Bild:MapAK1.JPG
Lage der osttibetischen Region Kham

Kham ist eine osttibetische Region, die sich zu einem Teil über den Osten der heutigen Autonomen Region Tibet der Volksrepublik China sowie die heutigen chinesischen Provinzen Qinghai, Sichuan und Yunnan erstreckt. Die Region wurde während der Herrschaft der Republik China (1911-1949) Xikang (西康省) genannt, die sich allerdings nicht über das gesamte Kham erstreckte. Gängiger westlicher Auffassung nach teilte die Volksrepublik China Kham später auf andere Provinzen auf. In der Tat jedoch hatten sich entsprechende Verwaltungsgliederungen bereits in der späten Kaiserzeit Chinas (Qing-Dynastie 1644-1911) herausgebildet, deren Grundlage nicht zuletzt die starke regionale Gliederung aufgrund der politischen Zersplitterung Khams war.

Bild:MinyaKonka.jpg
Der Gebirgszug Minya Konka

Inhaltsverzeichnis

Gliederung

Kham umfasst nach heutiger politisch-administrativer Gliederung 50 Kreise, von denen heute 16 zu Sichuan, 3 zu Yunnan, 6 zu Qinghai und 25 zum Autonomen Gebiet Tibet gehören. Diese sind zudem Teil von drei Regierungsbezirken des Autonomen Gebiets Tibet (Qamdo, Nagqu und Nyingchi), zwei autonomen Bezirken Sichuans (Garzê und Ngawa) sowie je einem autonomen Bezirk in Qinghai (Yushu) und Yunnan (Dêqên).

Bild:Litang.jpg
Das Großkloster Lithang

Kham wird zusammen mit Amdo als eine der drei ehemaligen Provinzen Tibets bezeichnet, war jedoch nie eine administrative Einheit. Bis ins 19. Jahrhundert taucht der Begriff zwar separat auf, häufig aber in Kombination mit (A)mdo als Dokham (mdo khams) oder wird im Sinne dieser Kombination stellvertretend für Osttibet aufgefasst. Politisch-historisch war Kham ein Konglomerat aus verschiedenen eigenständigen Herrschaften (Königreiche Derge und Nangchen), Lama-Fürstentümern (Dragyab, Riwoche, Muli) und teilweise von Lhasa (z.B. Pashö) oder auch von chinesischen Provinzen abhängigen Gebieten.

Geographie

Geographisch hebt sich Kham von Amdo grob umrissen durch das Einzugsgebiet der Oberläufe der Flüsse Yangtse, Mekong (tib. Dza Chu), Salween (tib. Nag Chu / Ngül Chu) und ihrer Nebenflüsse ab - mit weiten, von Nomaden genutzten Hochlandsteppen im Norden und den zwischen den Flusstälern und Schluchten gelegenen Hochtälern bzw. -ebenen (den sog. sgangs) sowie ackerbaulich genutzten Täler, die zumeist entlang der Nebenflüsse der Hauptströme dichter besiedelt sind.

Bild:Khampas1.jpg
Khampas - Einwohner Khams

Bevölkerung

Die Einwohner Khams nennen sich demgemäß auch nicht Böpa (bod pa), wie der tibetische Begriff für Tibeter lautet, sondern Khampa (khams pa).

Kham als Provinz zu bezeichnen ist im Sinn einer Kulturprovinz richtig, der tibetische Kulturraum Khams ist zudem einer der bedeutendsten und abwechslungsreichsten im Hochland von Tibet. Berühmte Klöster und Kulturzentren sind Jyekundo (chin. Yushu), das ehemalige Königreich De(r)ge, Kandse, Lithang, Chamdo und Dragyab.

Bild:Chamdo1.JPG
Qamdo: junge Stadtentwicklung im alten Tibet

Geschichte

Vom Zusammenbruch des tibetischen Königshauses im 10. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre haben sich die Bewohner von Kham ein hohes Maß an Unabhängigkeit sowohl von Lhasa als auch von China erhalten. Dies war vor allem durch die Oberflächengestalt des Landes möglich. Dabei wurde Kham nie von einem einzigen König beherrscht, sondern es gab immer eine hohe Anzahl von regionalen Herrschern.

Bild:Cubical houses in Xiangcheng valley.JPG
Traditionelle Häuser bei Xiangcheng

Im Jahr 1932 wurde zwischen dem chinesischen Kriegsherrn Liu Wenhui und tibetischen Truppen ein Abkommen unterzeichnet, welches die Teilung Khams in zwei Regionen vorsah: Ost-Kham, das von chinesischen Truppen verwaltet wurde, und West-Kham, welches unter tibetische Kontrolle gestellt wurde. Als Grenze zwischen Ost- und West-Kham galt der Jangtse. Ost-Kham wurde später zur chinesischen Provinz Xikang.

Nach der Niederlage der Kuomintang gegen die Kommunisten im chinesischen Bürgerkrieg fiel der Osten Khams an das kommunistische China. Im Jahr 1950 drang die Volksbefreiungsarmee nach West-Kham ein; es wurde in die chinesische Verwaltung als ein spezielles Territorium namens Qamdo eingebunden. Die Provinz Xikang wurde 1955 aufgelöst, Ost-Kham wurde in die Provinz Sichuan eingegliedert, während der Westen Khams dem Machtbereich der Lhasa-Regierung zugeschlagen wurde. Letzterer wurde 1965 zum heutigen Autonomen Gebiet Tibet. Dabei blieb der Jangtse die Grenze zwischen Sichuan und Tibet.

Literatur

  • Andreas Gruschke: The Cultural Monuments of Tibet’s Outer Provinces: Kham, 3 Bände, White Lotus Press, Bangkok 2004 ff. ISBN 974-4800-49-6

Weblinks

Wikipedia
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