Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Kars (Provinz)

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Provinz Kars
Bild:Kars Turkey Provinces locator.jpg
Basisdaten
Provinzhauptstadt: Kars
Region (Bölge): Ostanatolien
Fläche: 9.442 km²
Einwohnerzahl: 294.409
Bevölkerungsdichte:
Höhe:
Telefonvorwahl:
Geografische Lage:
Kfz-Kennzeichen:
Provinzgliederung: 8 Landkreise
Offizielle Website: http://www.Kars.gov.tr

Kars ist eine türkische Provinz im Nordosten des Landes an der Grenze zu Armenien und somit eine Grenzregion zwischen Ostanatolien und Transkaukasien. Ihre Hauptstadt ist Kars. Kars' Nachbarprovinzen sind Ardahan, Erzurum, Ağrı und Iğdır.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

In der Provinz leben 294.409 Einwohner, davon etwa ein Drittel in der Stadt Kars (Stand 2005). Im Jahr 2000 betrug sie 325.016. Die Provinz ist 9.442 km² groß. In ihr liegen mehrere über 3000 m hohe Berge. Ausgedehnte Hochebenen (51%) und Gebirge (38%) nehmen den größten Teil der Fläche ein. Nur 11% sind Flachland. Die bedeutendsten Flüsse sind der Aras, der Grenzfluss Arpa und der Göle. Wichtige Seen sind Aygır, Aktaş und Turna.

Das Klima ist stark kontinental, darum schwankt die Temperatur saisonal stark. Im Winter sind -40 °C und im Sommer +45 °C möglich. Die Jahresniederschläge betragen etwa 500 mm. Die natürliche Vegetation in Kars ist Steppe.

Landkreise

Bild:Kars Province Subdivisions.png
Die Landkreise von Kars

Zur Provinz Kars gehören folgende Landkreise:

  • Kars kurdisch: (Qars)
  • Akyaka
  • Arpaçay
  • Digor
  • Sarıkamış kurdisch: (Sârixâmiş)
  • Selim
  • Susuz
  • Kağızman kurdisch: (Qâğızmân)

Wirtschaft

Der größte Teil der Bevölkerung arbeitet in Land- und Forstwirtschaft. Der einst blühende Handel mit der ex-UdSSR und dem jetzigen Russland ist spätestens mit dem Kalten Krieg zusammengebrochen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Türken und Aserbaidschanern und zu einem kleinen Teil aus Kurden. Kars war eine sprachlich und ethnisch vielfältige Provinz. Ehemals lebten in Kars viele Armenier und Georgier. Mit ihnen waren auch alle christlichen Konfessionen vertreten.

Geschichte

Die Provinz liegt an dem Schnittpunkt von Kleinasien und Kaukasus. Daher wechselte sie oft den Besitzer. Kars gehörte mehrere Jahrzehnte dem armenischen Königreich, die ihre Hauptstadt in Ani hatten. Das Byzantinische Reich verlor Kars 1064 endgültig an die Seldschuken und mit den Seldschuken begann auch die Islamisierung bzw. Türkisierung der Einwohner. 1124 fiel sie in die Hände der Georgier und 1239 wurde sie von den Mongolen überrannt. Zwischen 1534 und 1878 gehörte Kars zum Osmanischen Reich, nach den Kriegen um 1829 und 1856 gehörte Kars zum Russischen Reich, aber nach dem Krieg 1877-78 gehörte Kars ununterbrochen zu Russland.Um diese Zeit siedelten in Kars daraufhin viele ethnische Gruppen aus Russland nach Kars, darunter russische Duchoborzen (eine Orthodoxe Sekte, auf türkisch auch Malakan genannt), Wolga-Deutsche (Schwaben), baltische Völker (Esten und Litauer). Um diese Zeit 1919 betrug der prozentuale Anteil dieser Völker 40%. Nach Ende des Ersten Weltkriegs übergab Russland Kars laut dem mit Deutschland abgeschlossenen Friedensvertrag von Brest-Litowsk an die Türkei. Während des ersten Weltkrieges erfroren und verhungerten aufgrund von Fehlern der Befehlshaber über 90.000 türkischen Soldaten auf den Bergen in Sarıkamış. Zeitweise in armenischer Hand wurde sie im Oktober/November 1920 von Kazım Karabekir Paşa für die Türkei erobert. Im Zweiten Weltkrieg war sie ein wichtiger Stützpunkt des Militärs. Früher gehörten zu Kars die heute selbstständigen Provinzen Ardahan und Iğdır.

Politik

Als sich die zaristischen Truppen wegen der Oktober-Revolution in die innere Russlands zurückzogen, hatte sich der russische Distrikt Kars für unabhängig erklärt, wie auch die anderen Distrikte z. B. Georgien, Armenien. Sie nannte sich die Südwestkaukasische Republik Kars (türkisch Güneybati Kafkas Hükümeti). Dieser Staat umfasste die Distrikte um Batumi, Achalsiche, Achalkalaki (heute zu Georgien), Gjumri-Sirak (heute zu Armenien), die heutigen türkischen Provinzen Artvin, Ardahan, Igdir und zuletzt Nakhetschewan (Heute in Aserbaidschan). Dieser Staat überlebte nur 9 Monate und wurde nur seitens des Japanischen Kaiserreichs anerkannt. Im Herbst 1919 wurde auf Druck der Armenischen Republik dieser Staat aufgelöst und das gesamte Kabinett nach Malta deportiert.

Weblinks

Koordinaten: 40° 27′ 17" N, 43° 3′ 37" O

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Kars_%28Provinz%29, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge