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Karpatoukraine
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Die Karpatoukraine (ukrainisch Карпатська Україна
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/ Karpatska Ukrajina, auch Transkarpatien, Karpato-Ukraine, Karpatenukraine, Karpathen-Ukraine, Karpaten- oder Karpatoruthenien) ist eine historische Region im äußersten Westen der heutigen Ukraine, die an Rumänien, Ungarn, die Slowakei und Polen grenzt. Sie umfasst hauptsächlich die heutige Verwaltungseinheit Oblast Transkarpatien (Sakarpatska Oblast). Die größten Städte sind Uschhorod und Mukatschewe.
Inhaltsverzeichnis |
Andere Bezeichnungen
Als andere Bezeichnung für die Region wird oft auch Ruthenien verwendet; aus der Sicht der Ukraine heißt sie Transkarpatien, aus der Sicht Mitteleuropas Subkarpatien (tschechisch und slowakisch Podkarpatská Rus, ungarisch Kárpátalja, polnisch Zakarpacie), als Teil der Tschechoslowakei Karpatenrussland (Podkarpatská Rus) oder Waldkarpaten und als Teil des Königreichs Ungarn Nordöstliches Oberungarn (Észak-Keleti Felvidék).
Bevölkerung
Traditionell gehören die zirka 1,3 Millionen Bewohner vielen verschiedenen Völkern vor allem aber den Russinen (auch oft fälschlich als Ruthenen bezeichnet) und Ukrainern an. Neben diesen Volksgruppen (Russinen geschätzt 400.000 und Ukrainer etwa 600.000) gibt es noch eine große Minderheit der Ungarn (offiziell 151.000) im Süden im Flachland an der Grenze zu Ungarn. Im Südosten an der Grenze zu Rumänien leben etwa 40.000 Rumänen. Die Zahl der Juden und der Deutschen (derzeit etwa 3.000 Karpatendeutsche) ist während bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich zurückgegangen. Von fast 100.000 Juden wurden etwa 90 % im Holocaust ermordet. Nach dem 2. Weltkrieg wanderten vor allem Russen ein und bilden jetzt stellenweise ethnisch homogene Ortschaften.
1880 gab es laut einer Volkszählung auf dem Gebiet der Karpatoukaine folgende Bevölkerungsverteilung:
- Ruthenen (Russinen und Ukrainer) = 244.742 (59,8%)
- Ungarn = 105.343 (25,7%)
- Deutsche = 31.745 (7,8%)
- Rumänen = 16.713 (4,1%)
- Slowaken und Tschechen = 8.611 (2,1%)
- andere Volksgruppen = 1.817 (0,5%)
Etwa 100 Jahre später, bei der Volkszählung 1989 in der noch bestehenden Sowjetunion gab es folgenden Verteilung:
- Ukrainer = 976.749 (78,4%)
- Ungarn = 155.711 (12,5%)
- Russen = 49.456 (4,0%)
- Rumänen = 29.485 (2,4%)
- andere (Roma und Sinti, Slowaken, Deutsche) = 33.638 (2,7 %)
2001 ergab eine Volkszählung [1] in dem nun zur Ukraine gehörenden Land (Oblast Transkarpatien) folgende Ergebnisse:
- Ukrainer = 1.010.100 (80,5%)
- Ungarn = 151.500 (12,1%)
- Rumänen = 32.100 (2,6%)
- Russen = 31.000 (2,5%)
- Roma und Sinti = 14.000 (1,1%)
- Slowaken = 5.600 (0,5%)
- Deutsche = 3.500 (0,3%)
Die Russinen welche in der Ukraine leben werden nicht als eigene Nationalität anerkannt sondern lediglich als Volksgruppe innerhalb der Ukrainer. Nur etwa 1% der Bevölkerung (10.100 Menschen) gaben deshalb bei der letzten Volkszählung ihre Nationalität mit Russinisch an.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Karpatoukraine
Im 9. Jahrhundert war das Gebiet Teil von Großmähren, vom 10. Jahrhundert bis 1920 gehörte das Gebiet zum Königreich Ungarn. Durch die Verträge von Saint Germain und Trianon wurde die Karpatoukraine Teil der Tschechoslowakei, vom März 1939 (Wiener Schiedsspruch) bis 1944 wiederum Teil Ungarns, 1944 bis 1945 wieder vorübergehend Teil der Tschechoslowakei und seit Juni 1945 Teil der Sowjetunion (seit 1946 Teil der Ukrainischen Sowjetrepublik). Seit 1991 gehört es zur unabhängigen Ukraine.
Zeitzone
Obwohl in der Ukraine als offizielle Zeit UTC + 2 gilt, verwenden auch heute noch viele Bewohner der Karpatoukraine die „Europäische Zeit“, d. h. UTC + 1.
Dies resultiert einerseits aus alter Tradition, andererseits aus alter und neuer Verbundenheit zu West- und Mitteleuropa. Zudem gibt es nicht wenige Pendler, die in beiden Zeitzonen zu Hause sind.
Literatur
- Paul Robert Magocsi: The Shaping of a National Identity. Subcarpathian Rus’, 1848-1948. Cambridge, Massachusetts; London, England 1978.
- Christian Ganzer: Die Karpato-Ukraine 1938/39 – Spielball im internationalen Interessenkonflikt am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Hamburg 2001 (Die Ostreihe – Neue Folge. Heft 12).
- Vincent Shandor: Carpatho-Ukraine in the Twientieth Century. A Political and Legal History. Cambridge, Mass.: Harvard U.P. for the Ukrainian Research Institute, Harvard University, 1997.
- Albert S. Kotowski: „Ukrainisches Piemont“? Die Karpatenukraine am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. In: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 49 (2001), Heft 1. S. 67–95.
- Iwan Pop: Enzyklopedija Podkarpatskoj Rusi, Uschhorod 2001 (ukrainisch)
Siehe auch
Weblinks
- Bilder aus der Karpatoukraine als Teil der Tschechoslowakei
- Offizielle Seite der Russinen der Karpatoukraine (in tschechischer Sprache)
- Reiseveranstalter mit Hintergrundinformationen
- Netzwerk Schweiz – Transkarpatien, Non-Profit-Organisation, viele Infos zur Karpatoukraine
- Die Donaumonarchie Österreich-Ungarn incl. Infos und historischer Karten
- Website zum Film „Carpatia“, dessen eine Episode von Menschen in den ukrainischen Karpaten handelt.
- Online-Version des Buches „Under the Carpathians“ in englischer Sprache
- Polizeistationen in der tschechoslowakischen Karpatoukraine
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