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Karmin

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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Karmin, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


Karmin

Bild:Carminic acid.svg
Strukturformel von Karminsäure
Bild:Farbkreis Müller-CIE Karmin.png
Karmin im Farbkreis mit Bezeichnungen nach dem Farbtonkreis von Müller. Hier sind die Farben eingebaut in die bekannte Hufeisengrafik der CIE, unter Verwendung der CIE-Standardbeleuchtung C.
Bild:Cochenillenschildlaeuse.jpg
Cochenillenschildläuse
Bild:Koschenillenschildlaus.JPG
Feigenkaktus mit zahlreichen Cochenillenschildläusen

Karmin ist ein organischer roter Farbstoff. Es handelt sich um Kalzium- und Aluminiumsalze der Karminsäure. Der Begriff wird von dem arabisch-persischen Wort kermes für Scharlachbeere abgeleitet. Daher stammt auch der Begriff Scharlachrot. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Karmoisin, Karmesin, Cochenille (Koschenille). Für den Farblack finden sich außerdem Bezeichnungen wie Florentiner Lack, Kugellack, Münchner Lack, Pariser Lack oder Wiener Lack.

In Europa wurde der Farbstoff unter dem Namen Kermes aus den auf Kermeseichen (Quercus coccifera L.) lebenden Kermes-Schildläusen (Coccus ilicis oder Kermes vermilio PLANCHON), der polnischen Kermeslaus (Porphyrophora polonica L.) oder aus der armenischen Kermeslaus (Porphyrophora hameli BRANDT), die auf den Wurzeln bestimmter Gräser zu finden war, gewonnen. Die Nutzung der Kermes-Laus ist seit der frühen Eisenzeit (Hallstattkultur) belegt, zum Beispiel aus dem Fürstengrab von Hochdorf.

Nach der Entdeckung Amerikas nutzte man die in Mittel- und Südamerika aus den Weibchen der auf Disteln und Feigenkakteen (Opuntien) lebenden Cochenilleschildlaus (Dactylopius coccus Costa oder Coccus cacti L.) hergestellte Farbe. Die Cochenilleschildlaus ist aber auch auf den Kanarischen Inseln eingebürgert.

Ein Kilogramm Cochenille ergibt ca. 50 Gramm Karmin. Die getrockneten Schildläuse enthalten etwa 14 % Karmin.

Herstellung

Zur Gewinnung der Farbe werden die Läuse getrocknet und in Wasser unter Zusatz von etwas Schwefelsäure ausgekocht. Das Karmesin wird dann unter Anwendung von Alaun und etwas Kalk ausgefällt, ausgewaschen und getrocknet. Durch die Verkollerung ist es dann möglich, Karmin auch als Pigment zu verwenden (Farblacke). Heute wird an Stelle von Karmin meist ein synthetischer Farbstoff verwendet.

Verwendung

Karmin wurde zum Färben von Stoffen und Schminken sowie für Malerfarben eingesetzt. Mit dem Hinweis, Lippenstifte seien aus Läuseblut gemacht, wurde gern versucht, junge Mädchen von deren Gebrauch abzuschrecken.

Als Malerfarbe ist Karmin nur wenig lichtbeständig. Es wurde häufig als Aquarellfarbe eingesetzt oder aber auch für Lasuren.

Seit der Entwicklung synthetischer Farbstoffe ist die Bedeutung von Cochenille und Karmin stark gesunken. Cochenille ist als Lebensmittelfarbstoff E 120 zugelassen und beispielsweise in Campari und farbigen Süßigkeiten enthalten.

Ein preisgünstiges Surrogat ist Cochenillerot A, ein unter E 124 registrierter Azofarbstoff, der zur Lebensmittel- und Kosmetikfärbung zugelassen ist.

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Cochineal – Bilder, Videos und/oder Audiodateien


Die in Wikipedia-Artikeln verwendeten Farben werden auf jedem Monitor anders dargestellt und sind nicht farbverbindlich. Eine Möglichkeit, die Darstellung mit rein visuellen Mitteln näherungsweise zu kalibrieren, bietet das nebenstehende Testbild: Tritt auf einer oder mehreren der drei grauen Flächen ein Buchstabe (R für Rot, G für Grün oder B für Blau) stark hervor, sollte die Gammakorrektur des korrespondierenden Monitor-Farbkanals korrigiert werden. Das Bild ist auf einen Gammawert von 2,2 eingestellt – der gebräuchliche Wert für PCs. Macintosh-Rechner hingegen verwenden standardmäßig einen Gamma von 1,8.

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