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Kanton Obwalden

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Kanton Obwalden
Basisdaten
Hauptort: Sarnen
Fläche: 491 km²
(Rang 19)
Einwohner: 33'300 (2004)
(Rang 25)
Bevölkerungsdichte: 68 Einw./km²
(Rang 22)
Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1291
Abkürzung: OW (ISO:CH-OW)
Sprachen: Deutsch
Website: Kanton Obwalden
Karte

Der Kanton Bild:Loudspeaker.svg    Obwalden ?/i ist ein Kanton in der Zentralschweiz. Mit dem Halbkanton Nidwalden bildete er Unterwalden, einen der drei Urkantone von 1291.

Deutsch: Obwalden; Französisch: Obwald; Italienisch: Obvaldo; Rätoromanisch: Sursilvania; Englisch: Obwalden (veraltet: Obwald); amtlich auch Unterwalden ob dem Wald. Seit einigen Jahren ist in der Unterwaldner Jugend für Obwalden das direkt aus dem Englische übersetzte Wort Upwood sehr geläufig.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Obwalden grenzt an den Vierwaldstättersee. Obwalden hat die Seen: Sarnersee, Lungerersee und Wichelsee. Obwalden hat sieben Gemeinden: Alpnach, Engelberg, Giswil, Kerns, Lungern, Sachseln und Sarnen. Sarnen ist der Hauptort von Obwalden. Obwalden ist neben Nidwalden der einzige Binnenkanton der Schweiz, der ganz von Binnenkantonen umgeben ist; die Nachbarkantone von Obwalden sind Bern, Luzern, Nidwalden und Uri. Engelberg ist vom Hauptteil des Kantons durch Nidwalden getrennt und damit eine Exklave.

Verfassung

Legislative

Das Parlament, der Kantonsrat, hat 55 vom Volk fest auf vier Jahre gewählte Mitglieder und setzt sich parteipolitisch derzeit folgendermassen zusammen (Amtsperiode 2006-2010):

  • CVP: 23 Mandate
  • FDP: 10 Mandate
  • SP: 6 Mandate
  • CSP: 10 Mandate
  • SVP: 6 Mandate

Weiter ist das Volk direkt an der Gesetzgebung beteiligt. Als 1999 die traditionelle Landsgemeinde (jährliche Versammlung der Aktivbürgerschaft und Abstimmung über die Gesetze durch Handerhebung) abgeschafft wurde, mussten als Ersatz neben die schon bestehende Volksinitiative auch das Gesetzesreferendum (Volksabstimmung über ein Gesetz an der Wahlurne) eingeführt werden.

Vertretung auf nationaler Ebene

Obwalden entsendet als Halbkanton nur einen Vertreter in den Ständerat und aufgrund seiner Einwohnerzahl auch nur einen Vertreter in den Nationalrat.

Wirtschaft

Am Schweizerischen Volkseinkommen hat Obwalden einen Anteil von 0,3%, seine Finanzkraft liegt bei nur etwa 40% des schweizerischen Durchschnitts. Unter den mittelgrossen Firmen sind einige international tätig:

  • in Sarnen die Sika Sarnafil AG (Kunststoffe) und die Leister Process Technologies (Elektrogeräte und Hightech-Medizin)
  • in Sachseln die Maxon Motor AG (ehemals Interelectric AG) (Sachseln) mit Kleinstmotoren auch für die Raumfahrt, der "Müesli-Pionier" Bio-familia AG und die Elfo AG (Elektroforming)
  • die Enz Technik AG in Giswil (Kanaltechnik) und die Wiko AG in Kerns (Leiterplattenbestückung).
  • in Sarnen die Nahrin AG (Nahrungsmittelspezialitäten)

Die Landwirtschaft wird von Familienbetrieben geprägt, die sich auch dem Tourismus geöffnet haben. Eine grosse Tradition haben Fleischproduktion und Käsereien, sowie die Holzwirtschaft. Das unternehmerfreundliche Steuerklima Obwaldens begünstigt den Dienstleistungssektor für Unternehmen und Private. Die zentrale Lage ist allerdings nur innerschweizerisch günstig.

Geschichte

Bild:Unterwald-coat of arms.svg Zusammen mit dem Halbkanton Nidwalden bildet Obwalden den Urkanton Unterwalden. Unterwalden gehörte zusammen mit Schwyz und Uri zu den drei Waldstätten, die im Jahre 1291 den Ewigen Bund schlossen und damit den Grundstein für die heutige Schweiz legten.

Obwalden war bis zur Ankunft der Alemannen um das Jahr 700 von Kelten und Römern besiedelt. Vom Landfriedensbündnis 1291 bis etwa 1330 regelte es wichtige Angelegenheiten zusammen mit Nidwalden auf gemeinsamen Landsgemeinden, war aber politisch eigenständig. Im 14. Jahrhundert begründete Obwalden eine eigene Landesherrschaft. Auf der Suche nach Absatzmärkten für Vieh und Käse beteiligte es sich 1403 an der "ennetbirgischen Politik" Uris und half an der Eroberung der Leventina mit. Hundert Jahre später wurde der Solddienst für fremde Kriegsherren wirtschaftlich bedeutend. Die wohlhabenden ehemaligen Söldner bestimmten als Inhaber der höheren Ämter für Jahrhunderte die Landespolitik.

Mit den Franzosenkriegen und der Helvetik (1798-1803) verlor Obwalden zwar vorübergehend seine Eigenständigkeit, die Bevölkerung erlangte aber erstmals politische Grundrechte. 1815 schlossen sich das Kloster und die Talgemeinde Engelberg an Obwalden an und bilden seither eine zwischen den Kantonen Bern, Uri und Nidwalden gelegene Exklave.
Um die 1920er Jahre führte eine landwirtschaftliche Krise zu einer gewissen Auswanderung nach Österreich. Mit der Abschaffung der jährlichen Landsgemeinde wurde 1999 die Gesetzgebung durch die Volksabstimmung an der Wahlurne ergänzt.

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Kanton Obwalden – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wikipedia
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