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Kanal (Wasserbau)
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Im Wasserbau versteht man unter Kanal (siehe auch: Qanat) einen künstlich angelegten Wasserlauf oder auch einen natürlichen Wasserlauf, dessen Verlauf und Niveau durch Kunstbauten verändert wurde. Je nach Größe kann dieser auch als Transportweg genutzt werden.
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Kanal in der Stadt
In Städten, die nahe an einer flachen Meeresküste liegen, dienen Kanäle der Entwässerung und als Transportwege. Die Kanäle sind meist durch senkrechte Einfassungen begrenzt oder reichen direkt an die Häuser heran.
Typisch für seine Kanäle ist Venedig (siehe auch Canal Grande) und einige Städte der Niederlande und Belgiens mit ihren Grachten, wie z.B. Amsterdam oder Brügge.
Im Gegensatz zum Kanal schwankt im Fleet (z.B. in Hamburg) der Wasserstand mit der Tide.
In Städten sind die Flussläufe großteils kanalisiert. Manche wurden auch etwas verlegt (z.B. der Donaukanal in Wien).
Siehe auch: Hochwasser, Brücke, Kanalisation
Kanal auf dem Land
Ein Kanal kann dem Transport - heute speziell der Schifffahrt - dienen, in früheren Zeiten auch dem Transport von Holz (Floß-, Schwemmkanal) oder von Torf (Fehnkanal). Andere Kanäle dienen zur Be- bzw. Entwässerung, zur Nutzung der Wasserkraft (Mühlen-, Kraftwerks-, Fabrikkanal), wobei natürlich auch kombinierte Nutzungen möglich sind. So werden viele kanalisierte Flüsse sowohl als Transportweg als auch zur Gewinnung von Wasserkraft genutzt.
Dazu wird der Fluss mit einem Wehr aufgestaut. Da das Wehr für Schiffe nicht passierbar ist, werden neben dem Wehr eine oder mehrere Schiffsschleusen eingebaut, mit deren Hilfe die Schiffe den Niveauunterschied des Wehrs überwinden. Im Bereich des Wehrs ist dann meist ein Wasserkraftwerk eingebaut.
Oft wird - um die Schiffe von den Wasserströmungen des Wehrs unbeeinträchtigt zu halten - der kanaliserte Flusslauf vor dem Wehr weiträumig in einen Wehrarm und einen Schleusenarm aufgeteilt, d. h., Wehr und Schleuse sind räumlich getrennt in den Flusslauf eingebaut.
Bei manchen Kanälen wie beispielsweise dem Dortmund-Ems-Kanal werden die über der Umgebung auf Dämmen liegenden Abschnitte durch Sicherheitstore gegen Wasserverluste durch Leckagen gesichert.
Siehe auch: Flussbegradigung, Liste der Kanäle
Geschichtliches
Stollen und Kanäle zur Wasserversorgung trieben schon die Assyrer und Syrer durch Felsen und Berge. Sanherib ließ im 7. Jh. v. Chr. einen mind. 55 km langen Trinkwasserkanal zur Versorgung von Ninive errichten, mit Schleusen und einem großen Aquädukt.
In Ägypten begann Pharao Necho II. (reg. 610-595 v. Chr.) mit den Bau eines Schiffahrtskanals zwischen dem Nil bzw. Mittelmeer und dem Roten Meer, aber wohl erst unter dem Perserkönig Dareios I. im Jahr 498 v. Chr. vollendet wurde. Um 280 v.Chr. ließ der Diadochenherrscher Ptolemaios II. Philadelphos (284 bis 246 v. Chr.) den Kanal wiederherstellen und zum Roten Meer hin eine Doppel(?)-Schleuse einbauen . Dieser Vorläufer des Sueskanals verfiel im 1.Jh. vor Chr., wurde aber unter dem römischen Kaiser Trajan im 2. Jh. n.Chr. wiederhergestellt. Mit Einschränkungen war der Kanal bis ins späte 8.JH. n.Chr. in Benutzung.[1]
Der größte antike Kanal des Nahen Ostens war der Nahrawan-Kanal entlang des Tigris in der Nähe von Ktesiphon. Er stammte aus dem 3. Jahrhundert, war 400 km lang und 122 m breit.
In China war der wahrscheinlich aus dem 6. Jh. v. Chr. stammende Hong-Gou-Kanal die erste künstliche Wasserstraße. Eine bekanntere technische Leistung war jedoch der Magische Kanal (Ling Qu) aus der Zeit Qin Shihuangdis um 219 v. Chr., der zwei entgegengesetzt fließende Flüsse - Li und Xiang - bändigte und miteinander verband. Er wurde durch Shi Lu projektiert, diente zunächst der Truppenversorgung und war der erste Kanal, der in unebenem Gelände entlang von Höhenlinien geführt wurde (32 km lang).
Die Chinesen waren bis zur Neuzeit die größten Wasserbauingenieure, ihr Meisterwerk ist der Kaiserkanal (über 1700 km lang, oft 30 m breit, Höhenunterschied ca. 42 m).
Quellen und weiterführende Informationen
Weblinks
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