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Kameramann

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Ein Kameramann oder eine Kamerafrau ist bei Filmaufnahmen für die Bildgestaltung verantwortlich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In der Frühzeit des Kinos war der Kameramann der alleinige Bediener der Kamera. Da die Funktionen und Möglichkeiten der Kamera im Zuge der technischen Entwicklung immer komplexer geworden sind, ist an die Stelle des Kameramanns zunehmend das Kamerateam getreten, in dem verschieden spezialisierte Personen unterschiedliche Funktionen wahrnehmen.

Genauere Definition des Berufsbildes

Umgangssprachlich wird der Kameramann häufig mit dem Chef des Kamerateams (engl. lighting cameraman, in Hollywood: director of photography (Bild Regisseur)) gleichgesetzt. In den USA folgen ihm in der Hierarchie der Kameraoperateur (engl. auch operating cameraman), der erste Kameraassistent (focus puller), der für die Bildschärfe verantwortlich ist, und der zweite Kameraassistent (clapper loader) oder Materialassistent, der die Filmklappe bedient, das Rohfilmmaterial handhabt, den Darstellern bei Bedarf Linien und Positionen vorgibt und sich um alle Papierunterlagen des Kamerateams kümmert. Im weiteren Sinne gehören zum Kamerateam auch Hilfskräfte, die den Kamerawagen oder -kran bedienen (grip, key grip, dolly grip), im Deutschen die "Kamerabühne". In größeren Filmproduktionen setzen Unternehmen auch ein zweites Kamerateam (second unit) ein, das weniger wichtige Aufnahmen (in denen z. B. die Hauptdarsteller nicht auftreten) übernimmt, das Produktionsbudget entlastet und paralleles Arbeiten ermöglicht.

Aufgabengebiete

Spielfilm

Der Kameramann hat in der Vorproduktionsphase das notwendige Equipment und Material abzuschätzen und meist auch das Team zusammenzustellen. Bei Spielfilmaufnahmen ist er für die Bildkomposition (Perspektive, Bildausschnitt), die Kameraführung, sowie für die Ausleuchtung des Sets verantwortlich. Nach Drehschluss muss er oft schon das nächste Set vorbereiten.

Im Vorfeld der Dreharbeiten entwickelt der Kameramann anhand des Drehbuchs mit dem Regisseur Ideen zur Visualisierung des Drehbuchs. Im einen Extrem übernimmt er zu 100% die visuelle Umsetzung des Stoffs, im anderen Extrem sorgt er "nur" für die Umsetzung der Ideen anderer. In der sogenannten "Polnischen Schule" wird er bereits in den Prozess des Drehbuchschreibens eingebunden. Im sogenannten Dogma-Film ist der Kameramann nicht weisungsgebunden. Ein guter Kameramann hat einen eigenen Stil entwickelt, ist zugleich aber in der Lage, verschiedene Stilformen umzusetzen. Oft wird ein Kameramann für eine Filmproduktion ausgewählt, weil er den anvisierten Stil des Films sicher beherrscht.

Fernsehen

Bei Aufzeichnungen oder Live Produktionen mit mehren Kameras entwirft der Regisseur vorab ein Konzept, das bei Live Produktionen oft nicht 1:1 umgesetzt werden kann. Anders als bei Spielfilm- oder Werbefilmproduktionen fehlt oft die Zeit, mit Kameramännern und -frauen und der Cutterin oder dem Cutter jedes einzelne Motiv durchzusprechen. Vielmehr arbeiten Kameramänner und Cutter hier vergleichsweise eigenständig.

Ausbildung

Wenn die Ausbildung an einer Kunsthochschule erfolgt, wird in Deutschland bei erfolgreichem Abschluss der akademische Grad eines Diplom-Kameramann / einer Diplom-Kamerafrau (Dipl.-Kam.) erworben. Bereits während dieser Zeit ist es wichtig, in Praktika Erfahrung zu sammeln.

Preise für Kameraarbeit

Obwohl es seit vielen Jahren eine eigene Oscar-Auszeichnung in der Kategorie Kameramann gibt, ist der Beruf immer wenig beachtet im Schatten der Aufmerksamkeit für Schauspieler oder Filmregisseure geblieben. Mit dem Deutschen Kamerapreis wird in Deutschland erst seit 1982 eine spezielle Auszeichnung verliehen. Außerdem gibt es seit dem Jahr 2000 eine international vergebene Auszeichnung, den Marburger Kamerapreis, der gemeinsam von der Stadt Marburg, den ortsansässigen Kinobetrieben und dem Fachbereich Medienwissenschaft der Philipps-Universität verliehen wird.

Namhafte Kameraleute

Zu den berühmten Kameramännern zählen Karl Freund, Hans Schneeberger, Franz Planer, die beiden Brüder von Dziga Wertow, Michael Kaufmann und Boris Kaufmann, Eduard Tisse, der Kameramann von Eisenstein. In der Gegenwart ist Michael Ballhaus, der viel mit Rainer Werner Fassbinder gearbeitet hat, der bekannteste deutsche Kameramann. Auf dem Weg dahin ist auch sein Sohn Florian Ballhaus, der schon einige Filme in Deutschland und in Hollywood gedreht hat.

Bekannte Kamerafrauen sind die auch als Regisseurinnen bekannte Elfi Mikesch und Sophie Maintigneux.

Literatur

  • Karl Prümm (Hrsg.), Kamerastile im aktuellen Film : Berichte und Analysen, Marburg: Schüren, 1999, ISBN 3894723114
  • Pierre Kandorfer, Lehrbuch der Filmgestaltung, Stein-Bockenheim: Mediabook Verlag, 2003, ISBN 393297218X
  • Mark Wagener, Professionelle Kameratechnik und Aufnahmegestaltung, Stein-Bockenheim: Mediabook Verlag, 2003, ISBN 3932972228
  • Andreas A. Reil, Das DV System - Das große Handbuch zur Kamera- und Aufnahmetechnik - Bildgestaltung - Postproduktion, Stein-Bockenheim : Mediabook Verlag, 2002, ISBN 3932972104

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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