Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Kallimachos

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Dichter Kallimachos. Für andere Träger dieses Namens siehe Kallimachos (Begriffsklärung).

Kallimachos (* zwischen 320 und 303 v. Chr. in Kyrene; † nach 245 v. Chr.; lateinische Namensform: Callimachus) war ein hellenistischer Dichter und Gelehrter.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Er ging um 290 v. Chr. von Kyrene nach Alexandria, wo er zunächst als Lehrer, später als Hofdichter Ptolemaios' II. und an der alexandrinischen Bibliothek arbeitete. Kallimachos werden etwa 800 Werke zu unterschiedlichen Themen zugeschrieben, die jedoch größtenteils verloren oder nur fragmentarisch erhalten sind.

Von seinen Dichtungen sind vor allem die allein vollständig überlieferten Hymnen an die olympischen Götter zu nennen, daneben die Aitía (griechisch: „Ursprünge“, ein aitiologisches Lehrgedicht über die Ursprünge verschiedener kultischer Bräuche) sowie Epyllien und Epigramme. In allen Gedichten erweist er sich als Meister der minutiös-perfektionistischen Kleinmalerei; umfangreiche Dichtungen wie etwa Epen in homerischer Tradition lehnte er mit dem Diktum: „Ein großes Buch ist ein großes Übel“ (mega biblion, mega kakon) ab.

Seine bedeutendste Prosaschrift sind die 120-bändigen Pínakes (griechisch: „Verzeichnisse“), in denen er zu einer Auswahl griechischer Autoren aus der Bibliothek von Alexandria jeweils eine Kurzbiografie und ein Werkverzeichnis aufführte und damit den ersten ‚wissenschaftlichen‘ Bibliothekskatalog der Welt schuf. Darüber hinaus schrieb er mehrere Enzyklopädien und literaturkritische Werke. Zu seinen Schülern zählten viele spätere Leiter der alexandrinischen Bibliothek, wie z. B. Eratosthenes von Kyrene, Apollonios von Rhodos oder Aristophanes von Byzanz.

Die zahlreich gefundenen Papyri mit seinen Schriften und seine häufige Zitierung lassen vermuten, dass Kallimachos einer der meistgelesenen Autoren seiner Zeit gewesen sein muss. Seine Werke wurden auch von der römischen Dichtung (Neoteriker (Catull), Properz, Ovid) durch Übersetzungen und Nachdichtungen aufgegriffen.

Literatur

Ausgaben

  • Markus Asper (Übers.): Werke. Griechisch und deutsch. Wiss. Buchges., Darmstadt 2004. ISBN 3-534-13693-4
  • Ernst Howald, Emil Staiger (Übers.): Die Dichtungen des Kallimachos. Griechisch und deutsch. Artemis-Verl., Zürich 1955

Sekundärliteratur

  • Luigi Lehnus: Nuova bibliografia callimachea (1489 - 1998). Ed. dell'Orso, Alessandria 2000. ISBN 88-7694-416-8
  • Oleg Nikitinski: Kallimachos-Studien. Lang, Frankfurt am Main [u.a.] 1996. (Studien zur klassischen Philologie, 98) ISBN 3-631-30070-0
  • Rudolf Blum: Kallimachos und die Literaturverzeichnung bei den Griechen. Untersuchungen zur Geschichte der Biobibliographie. Buchhändler-Vereinigung, Frankfurt am Main 1977.(Sonderdruck aus: Archiv für Geschichte des Buchwesens. Bd. 18) ISBN 3-7657-0659-0

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Kallimachos, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge