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Kabelpilotprojekt
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Das Kabelpilotprojekt war die Grundlage des Kabelfernsehens und des privaten Fernsehens und Hörfunks in Deutschland. Es startete, betrieben durch die Anstalt für Kabelkommunikation, am 1. Januar 1984 um 9:45 Uhr in einem Kellerstudio in Ludwigshafen am Rhein-Nördliche Innenstadt.
Bereits kurz nach Beginn waren 24 Fernsehkanäle empfangbar, der erste Sender war die PKS (Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenfunk), die Vorgängerin von Sat.1. Den ersten Satz ("Meine sehr verehrten Damen und Herren, in diesem Moment sind Sie Zeuge des Starts des ersten privaten Fernsehveranstalters in der Bundesrepublik Deutschland") sprach um 9:58 Uhr der damalige Geschäftsführer der Frankfurter PKS und später auch des Nachfolgers Sat.1 Jürgen Doetz zusammen mit Irene Joest.
Das Kabelpilotprojekt war zunächst auf 2 Jahre ausgelegt, durch die große Akzeptanz in der Bevölkerung ist der private Rundfunk im Fernseh- und Hörfunk-Bereich jedoch weiter geführt worden und ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Helmut Kohl sowie Leo Kirch waren an der Erstellung des „Gesetzes über den Versuch mit Breitbandkabel“ mit ihrer Unterstützung beteiligt.
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Ziel
Das Ziel war es, Breitbandkabel flächendeckend in Deutschland zu installieren, um darüber den „verkabelten Rundfunk“ zu ermöglichen. Die dafür erforderliche Breitbandkommunikation war mit der großen Anzahl der im 300-MHZ-Frequenzbereich möglichen Programme (29 Fernseh- und 24 Radioprogramme) ein technologischer Fortschritt. Damit waren private Fernsehanbieter auch technologisch frei zu empfangen. Etwa zur gleichen Zeit, allerdings in Ludwigshafen zuerst, wurden in Berlin 1985 sowie in München und Dortmund weitere Kabelpilotprojekte gestartet. Finanziert wurden sie durch den sogenannten „Kabelgroschen“ in Höhe von 20 Pfennig im Monat zusätzlich zur Rundfunkgebühr, der am 11. Mai 1978 beschlossen wurde.
Mögliche Vorgänger
In Altenholz soll 1978 die erste Kopfstelle in Betrieb gegangen sein, 1983 auf dem Kieler Fernsehturm die erste Satellitenempfangsanlage (SEE). Die Unterlagen über diese Anlagen liegen bei der Deutschen Telekom, die die damaligen Vorgänge allerdings nicht öffentlich dokumentiert, weswegen eine Rekonstruierung schwierig ist. Sollten diese Daten tatsächlich Fakten sein, wäre in Westdeutschland die Geburtsstunde des Kabelfernsehens nicht in Ludwigshafen sondern in Kiel zu finden. Der private Rundfunk mit Fernsehen und Radio ist allerdings weiterhin mit Geburtsort in Ludwigshafen vorzufinden. In der DDR gab es bereits Ende der 1970er Jahre private kleinere Kabelnetze, die auch den Empfang von westdeutschen Programmen ermöglichten.
Siehe auch
- Anstalt für Kabelkommunikation für eine Auswahl damals zum Startzeitpunkt gesendeten Fernsehsender.
Weblinks
- DGB-Monatsheft-Auszüge aus dem Jahre 1983 zu allen vier Kabelpilotprojekten
- PDF-Dokument des DGB aus dem Jahre 1983 zum Kabelpilotprojekt Ludwigshafen
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