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K.u.k. Armee

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Die k.u.k. Armee (kaiserliche und königliche Armee) war das gemeinsame Heer Österreich-Ungarns. Es entstand im Zuge des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs vom 15. März 1867 und bestand bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918. Die Armee setzte sich aus der allgemeinen Linienarmee, der österreichischen Landwehr und der ungarischen Landwehr (Honvédség) zusammen.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsklärung – k.u.k. Armee

Die k.u.k. Armee war eine von vier Teilstreitkräften der österreichisch-ungarischen Monarchie. Die anderen Teilstreitkräfte waren die k.u.k Kriegsmarine,die k.u. Honvéd und die k.k. Landwehr. Die k.u.k Armee rekrutierte ihre Truppen aus der gesammten Doppelmonarchie, die Landwehr und Honvéd dagegen rekrutierten ihre Truppen dagegen nur aus einer Reichshälfte.Gemeinsam sprach man zeitgenössisch, wenn man alle vier Teilstreitkräfte meinte, von der "gesammten, bewaffneten Macht".

Hierbei ist zu beachten, dass es österreichische (sog. „deutsche“) und ungarische Regimenter gab. Alle Truppenteile die nicht nach Ungarn beziehungsweise in die von Ungarn beanspruchten Gebiete gehörten wurden als „deutsche Regimenter“ bezeichnet, egal ob es sich um Polen oder Kroaten handelte. Bereits in der Uniformierung unterschieden sich die „deutschen Regimenter“ und die „ungarischen Regimenter“.

Daneben gab es noch die Landwehr, die die Bezeichnung k.k. (kaiserlich österreichisch – königlich böhmisch) für die österreichischen Landesteile bzw. k.u. (königlich ungarisch – oder auch nur Honvéd) für Ungarn und die Länder der ungarischen Reichshälfte, Siebenbürgen, Wojwodina, Oberungarn und Kroatien. Diese Truppenteile sind hier mit aufgeführt, gehören jedoch organisatorisch nicht zur k.u.k. Armee.

Allerdings unterstanden alle Truppen einem einheitlichen Oberbefehl, nämlich dem des Kaisers und Königs, in seiner Funktion als "allerhöchster Kriegsherr". außerdem war der Generalstab für alle vier Teilstreitkräfte zuständig, Franz Graf Conrad von Hötzendorf führte z.B. den Titel "Generalstabchef für die gesammte bewaffnete Macht".

Geschichte der k.u.k. Armee 1867–1918

Bild:Qsicon Lücke.png Dieser Artikel oder Abschnitt weist folgende Lücken auf: Es fehlen weitergehende Informationen zur Geschichte der k.u.k. Armee. Wie entstand sie, wichtige Entwicklungen, Hintergründe usw. Besonders für den Bereich 1867-1914 wo es noch überhaupt keine Infos gibt. Für den Bereich 1914-1918 sollte die militärische Entwicklung und die Rolle der k.u.k. Armee noch integriert werden, chronologisch! damit ein sinnvolles ganzes entstehen kann.

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Die Existenz einer k.u.k. bzw. k.k. Armee (wie sie damals noch hieß) begann innerhalb des Heiligen Römische Reichs Deutscher Nation aber auch außerhalb, da mit den Erfolgen in den Türkenkriegen zahlreiche Territorien Außerhalb der Reichsgrenzen unter Habsburgs Zepter kamen. Dies bewirkte dass auch immer stärker ungarische Husaren und kroatische Panduren das Erscheinungsbild dieser Armee prägten. Als der Kaisertitel dem Hause Habsburg/Habsburg-Lothringen 1740-1743 verloren ging, Maria-Theresia konnte als Frau nicht Kaiserin werden, wurde aus der kaiserlichen Armee die königliche, die Armee der Königin von Ungarn und von Böhmen. Nach dem Tod Karls VII. wurde Franz Stephan von Lothringen, der Gemahl Maria-Theresias, Kaiser. Damit wurde die Armee wieder kaiserlich, doch wurde das königlich nun nicht mehr fallengelassen, die Armee war nun kaiserlich-königlich (k.k.). Doch nicht nur namentlich hatte sich die Armee verändert, die große Reformerin Maria Theresia hatte die letzten Reste von Söldnertum und Feudalaufgeboten innnerhalb der Armee beseitigt, wodurch diese Streitmacht zu einer modernen stehenden Armee wurde. Ähnlich wie man die Geburtsstunde Österreichs am besten unter Maria Theresia ansiedelt, so sollte man auch ihre Herrschaft als die Geburtsstunde der k.u.k Armee ansehen. Im Verlauf ihrer Geschichte hatte diese Armee noch viele Feldzüge zu führen, viele Schlachten zu schlagen, doch am nachhaltigsten beinflusste sie das Jahre 1804, als sich Franz II als Franz I zum Kaiser von Österreich proklamierte und sie nun die kaiserlich österreichische-königlich ungarische/böhmische Armee wurde. Nach dem Untergang des HRRDN wurde auf dem Wiener Kongress der deutsche Bund gegründet, dessen Präsident der Kaiser von Österreich war, und in dem Österreich militärische Verpflichtungen zufielen.

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Österreichische Schildwache 1839

Bis zum Jahre 1866 gehörte Österreich-Ungarn zum Deutschen Bund und stellte Garnisonstruppen für die Bundesfestungen Ulm, Rastatt, Mainz und Luxemburg. Am nachhaltigsten wurde das denken der Offiziere der k.k. Armee in dieser Zeit durch Feldmarschall Radetzky und seinen Feldzug in Norditalien 1848/1849 denn viele Zeitgenossen mit denen Napoleons verglichen.

Liste bedeutender Personen der k.(u.)k Armee Liste großer Schlachten der k.(u.)k Armee


Von 1867 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1914

Nach dem Ausgleich von 1867 wurde die bisherige österreichische Armee in die neue k. u. k. Armee umgewandelt und unter Leitung eines gemeinsamen Kriegsministeriums gestellt. Gemeinsam war nach dem Ausgleich nur noch das Militär, die Finanzen und die Außenpolitik. Dies führte dazu, dass Ungarn unverzüglich begann eine eigene Armee aufzustellen, die k.u. Landwehr „Király Honvédség“. Infolgedessen begann auch die cisleithanische Reichshälfte eigene Truppen aufzustellen, die k.k. Landwehr. Diese beiden separaten Landwehren unterstanden nicht dem gemeinsamen Kriegsministerium, sondern den jeweiligen Landesverteidigungsministerien. Vor allem Ungarn machte die eigene Landwehr zu einem Symbol der nationalen Identität und versuchte, die k.u. Landwehr auf Kosten des gemeinsamen Heeres zu stärken.

Da die Armee eine Stütze der Doppelmonarchie bilden sollte, wurde auf nationale und religiöse Besonderheiten bei der Einberufung keine Rücksicht genommen. Obwohl jedoch beim Dienst die religiösen Vorschriften der verschiedenen Glaubensgemeinschaften peinlichst genau beachtet wurden. Auch waren religiöse Zwistigkeiten zwischen z.B. serbischen (orthodoxen) und bosnisch-hercegowinischen (muslimischen) Soldaten im Gegensatz zu Heute unbekannt. Für die Soldaten jüdischen Glaubens gab es eigene Feldrabbiner.

Eine Besonderheit der österreichisch-ungarischen Armee waren die, in früheren Jahren häufigen Wechsel der Standorte. Die Bataillone der einzelnen Regimenter wurden sehr häufig zu anderen Standorten verlegt. (1914 waren nur drei Infanterieregimenter der k.u.k Armee komplett in einer Garnison stationiert - das Infanterieregiment 14 in Linz, das Infanterieregiment 30 in Lemberg und das Infanterieregiment 41 in Czernowitz) So konnte sich einerseits kein traditionelles Verhältnis der Regimenter zu bestimmten Orten und deren Bevölkerung bilden (wie es z. B. in der Preußischen Armee durchaus gefördert wurde. Andererseits dienten die verlegten Soldaten oft am anderen Ende des Reiches. Hintergrund dieser Praxis war, dass die Armee durch eine nicht mögliche Fraternisierung der Soldaten mit Teilen der Bevölkerung im Falle innerer Unruhen ein zuverlässiges Instrument der Monarchie sein sollte. Diese Praxis wurde jedoch in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg stark eingeschränkt.

Im Ersten Weltkrieg 1914–1918

Ausgangssituation

Unter den Armeen der europäischen Großmächte war die Österreichisch-Ungarische Armee die schwächste. Das Land besaß eine zu kleine industrielle Basis für die moderne Ausrüstung seiner Truppen, auch wenn punktuell Spitzenprodukte gefertigt wurden, zum Beispiel die Mörser von Škoda oder das Maschinengewehr M 07/12 Schwarzlose. So betrug die österreichische Produktion an Artilleriegranaten nie mehr als eine Million Stück pro Jahr, während die russischen Fabriken 1916 zum Vergleich vier Millionen Stück fertigten. Moderne Technologien fanden nur schwer Einzug in die Streitkräfte. Die Logistik war unterentwickelt, so dass es oft zu Versorgungsproblemen kam. Die Aufmarschgeschwindigkeit der Truppen war durch die mangelhafte Infrastruktur gehemmt. Dabei hinkten die militärischen Spezialisten oft sogar der zivilen Bahngesellschaft hinterher. Während die staatliche Bahnlinie mit bis zu 100 Waggons pro Zug fuhr, erlaubte das Militär nur Zusammenschlüsse von bis zu 50 Waggons. Die militärische Bahnverbindung zwischen Wien und dem San brauchte dreimal solange wie die zivile Bahngesellschaft.

Bild:Franz Josef I - ca 1885.jpeg
Der Oberbefehlshaber - Kaiser Franz Joseph I.

Bei der Qualität der Truppen zeigten sich ernsthafte Mängel auf, was auf den Charakter der Doppelmonarchie als Vielvölkerstaat zurückzuführen ist. So rekrutierten sich einerseits die Offiziere vornehmlich aus dem deutschen und ungarischen Staatsvolk, die Mannschaften aber aus allen Teilen der Monarchie. Zwar war Deutsch die Befehlssprache, doch bekam der einfache nicht-deutsch sprechende Soldat nur die notwendigsten deutschen Kommandowörter - etwa 100- beigebracht.

Dies wirkte sich negativ auf den Zusammenhalt aus, insbesondere nach dem ersten Kriegsjahr, als immer mehr slawische Soldaten eingezogen wurden. Die mangelnde Kampfkraft der slawischen Soldaten wurde oft herangezogen um die anfänglichen Niederlagen der Donaumonarchie zu rechtfertigen. Als Begründung wurde oft der Einfluss des Panslawismus angeführt und der Mythos von massenhafter Fahnenflucht ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich allerdings eher um eine Rechtfertigungslegende, denn zu Kriegsbeginn hatte sich auch in den slawischen Provinzen ein nationales Hochgefühl geäußert. Vielmehr versagte die Integration dieses Bevölkerungsteiles an den sprachlichen Barrieren und an der Geringschätzung dieser Soldaten durch das deutschösterreichische beziehungsweise ungarische Offizierskorps.

Eine weitere Ursache für die geringen Schlagkraft der k.u.k. Armee war auch die mangelhafte militärische Vorausbildung der Bevölkerung. Zwar besaß Österreich-Ungarn seit 1866 eine allgemeine Wehrpflicht, doch wurde sie nie vollständig durchgesetzt. Die Armee hatte nicht die finanziellen Mittel, um einen ganzen Rekrutenjahrgang zu versorgen und zu besolden. Deshalb wurde eine Liste von Ausnahmen erlassen, so dass oft nur 20 Prozent eines Jahrgangs eingezogen wurden.

Die Rückschläge der k.u.k. Armee im Ersten Weltkrieg sind in erster Linie der Führung anzulasten, die den Erfordernissen dieses Krieges nicht gewachsen war. Dazu zählt einerseits die als kopflos anzusehenden Operationen im Osten, als auch die im Sommer 1918 durchgeführte Operation "Lawine", die militärisch sinnlos und bereits im Ansatz zum Scheitern verurteilt war. Auch der Zusammenbruch der Logistik der Armee zeugt vom Versagen der Führungselite der Österreich-Ungarischen Armee. Selbst hervorragende Heerführer wie zum Beispiel Generalfeldmarschall von Boroevic änderten nichts an dem Führungsproblem der Armee.

Desertionen sind vorgekommen, sogar in außergewöhnlichem Maßstab. 1916 desertierten 1400 Tschechische Soldaten des Infanterieregiment 28 und nahezu das gesamte tschechische Infanterieregiment 36 zu den Russen, woraufhin die Regimenter aufgelöst und die Fahnen verbrannt wurden. Durch Begnadigung des Kaisers wurde das Infanterieregiment 28 allerdings später neu errichtet. Massendesertationen diesen Ausmaßes waren allerdings nicht üblich.

Das Versagen der Führung zeigte sich darin, dass der Tag des Waffenstillstandes mit Italien auf den 4. November 1918 festgesetzt wurde, man die eigenen Truppen jedoch in dem Glauben ließ, dass der Waffenstillstand bereits für den 3. November galt. So nahmen die Italiener dann an diesem 3. November noch nahezu 400.000 heimwärts marschierende österreichische Soldaten ohne Gegenwehr gefangen. Dieser Tag wird in Italien als der „Sieg von Vittorio Veneto“ bezeichnet.

„Während in den Abendstunden des 3. November die Truppen ins Ungewisse marschierten, oder gefangen wurden, saß das Armeeoberkommando bereits wieder im Posthotel in Landeck beim Schmaus. “

Heinz von Lichem

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Stand der gesamten Streitkräfte vor Mobilmachung

Die österreichisch-ungarische Armee bestand vor Ausbruch des Krieges 1914 aus: 25.000 Offiziere und 410.000 Mann Unteroffiziere und Mannschaftdienstgrade. Diese gliederten sich in 16 Armeekorps, 49 Infanteriedivisionen, 8 Kavalleriedivisionen, 76 Infanteriebrigaden, 14 Gebirgsbrigaden und 16 Kavalleriebrigaden.

Diese Einheiten gliederten sich der Größe nach in:

Armeekorps
Division
Brigade
Regiment
Bataillon
Kompanie

Die k.u.k. Armee verfügte 1914 beim Ausbruch des 1. Weltkrieges über 87.000 Pferde (wobei die Angaben schwanken), 2510 Feld- und Gebirgsgeschütze und 1582 Maschinengewehre.

Ausrüstung und Versorgung

Österreich-Ungarn war nicht in der Lage, einen Krieg vom Ausmaße des Ersten Weltkrieges zu führen, da es nicht über die notwendigen Ressourcen verfügte. Die Doppelmonarchie war schlicht ein Agrarland ohne den Industriellen Rückhalt und den damit verbundenden Produktionskapazitäten die nötig gewesen wären.

Bereits 1914 begannen im Laufe der allgemeinen Mobilmachung die ersten Versorgungsschwierigkeiten. Fehlende Vorratshaltung und die nicht auf diese Art von Massenerzeugnissen vorbereitete Industrie führten zu einer extremen Verknappung allein von Uniformen, was bis Kriegsende nicht völlig bereinigt werden konnte. Qualität und Brauchbarkeit der vorhandenen Ausrüstungsteile konnten nicht auf ihre Kriegstauglichkeit überprüft werden, da ganz andere Probleme zu bewältigen waren. Nicht die Beschaffenheit sondern die ausreichenden Fertigungsmengen bereiteten der Militärverwaltung das größte Kopfzerbrechen. Der Friedensstand der Armee betrug 1914 einschließlich der Offiziere und Militärbeamten etwa 450,000 Mann, dieser wurde unter Miteinbeziehung des Rekrutenjahrganges 1914 (Geburtsjahrgang 1893) auf 3,35 Millionen Mann nach Mobilmachung gebracht. Dazu kamen erste Marschbataillone und zusätzliche Landsturmformationen. Letztere waren auf das angewiesen, was die ins Feld abgehenden Truppenteile in den Monturdepots zurückgelassen hatten.

Der Gesamtbestand der 1914 in den Monturdepots vorhandenen Uniformen dürfte sich, geschätzt, auf eine Million Stück belaufen haben. Das schloss jedoch auch alle Friedens- und Paradeuniformen mit ein. Tatsächlich waren an Felduniformen lediglich etwa 700.000 Stück vorhanden. Die meisten Schwierigkeiten ergaben sich bei Kriegsbeginn hinsichtlich des Schuhwerks, das auch nicht unter größten Bemühungen in ausreichender Menge zu beschaffen war. Die Kommandanten der im Frühjahr 1915 aufgebotenen VI. und VII. Marschformationen waren angewiesen, das Schuhzeug auf dem freien Markt zu kaufen. Das dabei beschaffte Material entsprach nur in den wenigsten Fällen den Anforderungen.

Für die Ausrüstung des Landsturms war die Versorgungslage noch schwieriger. Ursprünglich nur für den Dienst im Hinterland gedacht war für den Landsturm lediglich eine Uniformierung mit den blauen Friedensuniformen vorgesehen gewesen. Als jedoch die hohen Personalverluste an der Ostfront es notwendig machten auch Landsturmformationen in die Stellungsgräben zu schicken, fanden sich diese Männer in ihren blauen Uniformen (oder sogar in Zivil mit einer schwarz-gelben Armbinde) an der vordersten Front wieder. Die Umkleidung in die feldgraue Montur ging nur sehr schleppend voran, da die Linienarmee vorrangig beliefert wurde.

Welche Materialverluste an Bekleidung und Ausrüstung in den Jahren 1914 und 1915 zu ersetzen waren, zeigen die nachfolgenden Fertigungszahlen, die bei weitem nicht ausreichten.

Versorgung der Armee an Uniformen und anderen Gebrauchsgegenständen vom 1. April 1915 bis zum 31. März 1916:

2,622.900 / Stück Blusen
2,976.690 / Stück Hosen
1,328.090 / Stück Mäntel
3,948.060 / Paar Schuhe, Stiefel, Halbstiefel
6,237.700 / Garnituren Wäsche
134.220 / Stück Patronentaschen
446.848 / Stück Rucksäcke
665.400 / Stück Zeltblätter
125.250 / Stück Spaten

Es musste Quantität über Qualität gesetzt werden, was dann die sog. Normtragedauer ganz erheblich verminderte und die soeben ausgegebenen Monturstücke alsbald einer Reparatur zugeführt oder gänzlich ausgetauscht werden mussten.

Eine kontinuierliche Versorgung der Truppe erfolgte erst nach dem Erstarren der Frontlinien, als die Armeekörper begannen selbstständig Monturdepots anzulegen und mit allem was zu finden war Reserven zu schaffen. Daraus resultierte ein sehr unterschiedlicher Bekleidungsstand - während bei einer Division sogar spezielle Arbeitskleidung ausgegeben werden konnte, besaßen andere nicht einmal die benötigte Grundausstattung.

Organisationsstruktur

k.u.k. Armee

Infanterie

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k.u.k. Infanterie um 1900

Am 1. August 1914 bestand die Infanterie der k.u.k. Armee aus: 102 Infanterie Regimenter zu je vier Bataillonen, 4 Bosnisch-Herzegowinische Infanterie Regimenter zu je vier Bataillonen, 4 Tiroler Jäger Regimenter (Kaiserjäger) zu je vier Bataillonen, 32 Feldjäger Bataillone und 1 Bosnisch-Herzegowinisches Feldjäger Bataillon. Ein Linien Infanterie-Regiment wies vor Kriegsbeginn 1914 einen Sollbestand von 64 Offiziere und 1.488 Unteroffiziere und Mannschaften auf.

Kavallerie

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k.u.k. Kavallerie um 1900

Am 1. August 1914 bestand die Kavallerie der k.u.k. Armee aus: 15 Dragoner Regimenter, 16 Husaren Regimenter und 11 Ulanen Regimenter. Die Kavallerie bestand aus Ulanen, Husaren und Dragonern.
Es gab keinen Unterschied zwischen schwerer (Ulanen) und leichter (Husaren,Dragoner) Kavallerie. Die Namen basierten auf rein traditionellen Gründen.

Ein Kavallerieregiment wies vor Kriegsbeginn 1914 einen Sollbestand von 41 Offiziere und 1.020 Unteroffiziere und Mannschaften auf.

Artillerie

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Feldartillerie um 1900

Am 1. August 1914 bestand die Artillerie der k.u.k. Armee aus: 42 Feldkanonen Regimenter, 14 Feldhaubitzen Regimenter, 11 Reitende Artillerie Divisionen, 14 schwere Haubitzen Divisionen, 11 Gebirgsartillerie Regimenter, 6 Festungsartillerie Regimenter und 8 selbst. Festungsartillerie Bataillone.

Train Truppe

Am 1. August 1914 bestanden die Versorgungseinheiten der k.u.k. Armee aus: 16 Train Divisionen.

Technische Truppe

Am 1. August 1914 besaß die k.u.k. Armee an technischen Einheiten: 14 Sappeur Bataillone, 9 Pionier Bataillone, 1 Brücken Bataillon, 1 Eisenbahn Regiment und 1 Telegraphen Regiment.

Landwehr

k.k. Landwehr (kaiserlich österreichisch/königlich böhmisch)

Die k.k. Landwehr bestand 1914 aus: 37 Landwehr Infanterie Regimenter, 2 Landwehr Gebirgsinfanterie Regimenter, 3 Tiroler Landesschützen Regimenter, 1 Reitende Tiroler Landesschützen Division (Btl), 1 Reitende Dalmatiner Landesschützen Division (Btl), 6 Landwehr Ulanen Regimenter, 8 Landwehr Feldkanonen Divisionen, und 8 Landwehr Feldhaubitz Divisionen.

königlich ungarische Landwehr "Király Honvédség"

Die k.u. Landwehr bestand 1914 aus: 6 k.u. Honvéd Landwehr Distrikte, 2 k.u. Honvéd Infanterie Truppendivisionen, 2 k.u. Honvéd Kavallerie Truppendivisionen, 4 k.u. Honvéd Infanteriebrigaden, 12 Selbstständige k.u. Honvéd Infanteriebrigaden, 4 k.u. Honvéd Kavalleriebrigaden, 32 Honvéd Infanterie Regimenter, 10 Honvéd Husaren Regimenter, 8 Honvéd Feldkanonen Regimenter und 1 Honvéd Reitende Artillerie Abteilung.

Personalverluste bei Kriegshandlungen wurden durch die Marschbataillone ersetzt. Das System der Reserve Regimenter wie bei der deutschen Armee gab es nicht.

deutschsprachige Regimenter

Da die k. u. k. Monarchie ein Vielvölkerstaat war, wurde Deutsch als gemeinsame Kommandosprache festgesetzt. Nur ein kleiner Teil der Armeeverbände sprach ausschließlich Deutsch. Allerdings gab es daneben noch die „Dienstsprache“, die zum Verkehr der Dienststellen untereinander benutzt wurde. Sie war beim k.u.k. Heer und der Flotte sowie der k.k. Landwehr Deutsch, bei der k.u. Honvéd jedoch Ungarisch und teilweise kroatisch. Zusätzlich existierte noch die „Regimentssprache“. Das war die Sprache, die von der Mannschaft mehrheitlich gesprochen wurde. Sollte, wie bei dem Infanterie Regiment Nr. 100 in Krakau, die Mannschaft sich aus 27% Deutschen, 33% Tschechen und 37% Polen zusammensetzen, so gab es eben 3 Regimentssprachen. Jeder Offizier hatte die Regimentssprache(n) innerhalb 3 Jahren zu erlernen.

Rein deutschsprachige Infanterie Regimenter waren z.B. nur:

Wehrpflicht

Seit 1866 bestand die allgemeine Wehrpflicht. Sie umfasste den Dienst im Heere, der Kriegsmarine, der Landwehr und dem Landsturm.

Die Dauer der Dienstpflicht im stehenden Heere betrug 12 Jahre und zwar:

3 Jahre in der Linie (aktiv)
7 Jahre in der Reserve
2 Jahre in der Landwehr

Ein Teil der wehrfähigen Mannschaften wurde der Ersatzreserve zugewiesen. Diese übten nur mehrere Wochen eines Jahres und verblieben zehn Jahre in der Ersatzreserve der Landwehr.

Die Landwehr war wesentlich anders organisiert als in Deutschland. Zur Landwehr gehörten hier nicht nur Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften die ihre Dienstpflicht im aktiven Heer bereits abgeleistet hatten, sondern ein Teil der Rekruten wurden sofort der Landwehr zugewiesen. Diese Mannschaften dienten in der Landwehr meist zwei Jahre aktiv und gehörten dann zehn Jahre lang zum Beurlaubtenstand der Landwehr.

Einjährig-freiwilliger Dienst war sowohl im Heere (resp. der Kriegsmarine) als auch in der Landwehr gestattet. Die allgemeine Dienstpflicht begann mit dem 21. Lebensjahr. Landsturmpflichtig waren alle Personen vom 19. bis zum 42. Lebensjahr, sofern sie nicht dem Heer, der Landwehr und der Ersatzreserve angehörten.

Orden und Auszeichnungen

Bild:K.u.k. Orden.JPG
Die Orden eines Zugführers des 2. Regiments der Tiroler Kaiserjäger (wechselte irgendwann zur Hochgebirgskompanie Nr.30) zu sehen. Die Einsatzorte sind handschriftlich aufgeführt.

Die Orden und Auszeichnungen der k.u.k. Armee waren:

  • die große silberne Tapferkeitsmedaille (Kaiser Karl I. / verliehen nach Jänner 1917)
  • die kleine silberne Tapferkeitsmedaille (Kaiser Karl / verliehen nach Jänner 1917)
  • die bronzene Tapferkeitsmedaille (Kaiser Franz-Josef / verliehen vor Jänner 1917)
  • das Karl-Truppenkreuz. Vorrausetzung für die Verleihung waren mindestens 12 Wochen Fronteinsatz und Teilnahme an mindestens einer Schlacht.
  • die Verwundeten-Medaille (Blessierten-Medaille). Die Medaille wurde nach der ersten erlittenen Verwundung verliehen (nach Jänner 1917).
  • die Erinnerungsmedaille des Landes Tirol an seine Verteidiger

Dienstgrade

Die Dienstgrade der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte waren:

Infanterie Kavallerie Artillerie Jäger
Infanterist / Honvéd (ung.)Dragoner / Husar / UlanKanonierJäger
Gefreiter / ÖrvezetöGefreiterVormeisterPatrouillenführer
Korporal / TizedesKorporalKorporalUnterjäger
Zugsführer / SzakaszvezetöZugsführerZugsführerZugsführer
Feldwebel / ÖrmesterWachtmeisterFeuerwerkerOberjäger
Stabs-Feldwebel (seit 1913) / TörzsörmesterStabs-WachtmeisterStabs-FeuerwerkerStabs-Oberjäger
Einjährig Freiwilliger Feldwebel / Kadett-Feldwebel/ CadétörmesterEinjährig Freiwilliger Wachtmeister / Kadett-WachtmeisterEinjährig Freiwilliger Feuerwerker / Kadett-FeuerwerkerEinjährig Freiwilliger Oberjäger / Kadett-Oberjäger
Offiziersstellvertreter (seit 1915) / TiszthelyettesOffiziersstellvertreterOffiziersstellvertreterOffiziersstellvertreter
Kadett-Offiziersstellvertreter (aufgehoben 1908) / Hadapród-TiszthelyettesKadett-OffiziersstellvertreterKadett-OffiziersstellvertreterKadett-Offiziersstellvertreter
Fähnrich (seit 1908)/ ZaszlosFähnrichFähnrichFähnrich
Leutnant / HadnagyLeutnantLeutnantLeutnant
Oberleutnant / FöhadnagyOberleutnantOberleutnantOberleutnant
Hauptmann / SzazadosRittmeisterHauptmannHauptmann
Major / ÖrnagyMajorMajorMajor
Oberstleutnant / AlezredesOberstleutnantOberstleutnantOberstleutnant
Oberst / EzredesOberstOberstOberst
Generalmajor / VezerörnagyGeneralmajorGeneralmajorGeneralmajor
Feldmarschallleutnant / TaborhadnagyFeldmarschallleutnantFeldmarschallleutnantFeldmarschallleutnant
General der Infanterie / Gyálogsági Tábornok General der Kavallerie / Lovasszági TábornokFeldzeugmeister / Táborszernagy General der Infanterie
Generaloberst / VezéredzvedesGeneraloberstGeneraloberstGeneraloberst
Feldmarschall / TabornagyFeldmarschallFeldmarschallFeldmarschall

Anmerkungen:

  1. Die Bezeichnung Kadett (ung. Hadapród) löste seit 1908 die Bezeichnung Kadett-Feldwebel für einen im aktiven Truppendienst stehenden Offiziersanwärter (Tisztjelölt) ab. Davon zu unterscheiden ist der junge, noch in Ausbildung befindliche Kadett an einer Militäranstalt, der „Zögling“ (Novendék) tituliert wurde. Innerhalb des Kadettenkorps konnte ein Zögling den Rang eines Kadett-Unteroffiziers (Novendékaltiszt; kein wirklicher Militärsdienstgrad!) erreichen.
  2. Der Dienstgrad Kadett-Offiziersstellvertreter wurde 1908 umbenannt in Fähnrich.
  3. Stabsfeldwebel/Stabswachtmeister und Offiziersstellvertreter wurden seit 1915 in der neuen Dienstgradgruppe der Höheren Unteroffiziere zusammengefasst.

Siehe auch

Literatur

  • Heinz von Lichem: Spielhahnstoß und Edelweiß – die Friedens- und Kriegsgeschichte der Tiroler Hochgebirgstruppe "Die Kaiserschützen" von ihren Anfängen bis 1918, Stocker Verlag, Graz 1977, ISBN 3-7020-0260-X
  • Heinz von Lichem: Der Tiroler Hochgebirgskrieg 1915 – 1918, Steiger Verlag, Berwang (Tirol) 1985, ISBN 3-85423-052-4
  • Anton Graf Bossi Fedregotti: Kaiserjäger – Ruhm und Ende: nach dem Kriegstagebuch des Oberst von Cordier, Stocker Verlag, Graz 1977, ISBN 3-7020-0263-4
  • Carl Freiherr von Bardolff: Soldat im alten Österreich – Erinnerungen aus meinem Leben, Diederichs Verlag, Jena 1938
  • Allmeyer-Beck/Lessing: Die K.u.K. Armee 1848–1918, Bertelsmann Verlag, München 1974
  • Oskar Brüch; Günter Dirrheimer: Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien (Militärwissenschaftliches Institut): Band 10, Das k.u.k. Heer 1895. Stocker Verlag, Graz 1997, ISBN 3-7020-0783-0
  • Rest-Ortner-Ilmig: Des Kaisers Rock im 1. Weltkrieg – Uniformierung und Ausrüstung der österreichisch-ungarischen Armee von 1914 bis 1918, Verlag Militaria, Wien 2002, ISBN 3-9501642-0-0

Weblinks

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