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Körperflüssigkeit
Aus Kefk.
Die zahlreichen Körperflüssigkeiten des menschlichen Körpers können grob untergliedert werden in solche, die in Flüssigkeitskreisläufen zirkulieren und solche, die innerhalb bestimmter Räume (Kompartimente) vorkommen. Diese Trennung ist aber eher formal, da auch die scheinbar "stehenden" Flüssigkeiten, wie z. B. das Kammerwasser des Auges an bestimmten Stellen gebildet (sezerniert) und andernorts wieder aufgenommen (resorbiert) werden und somit einem (wenn auch langsamen) Fluss unterliegen.
Weiterhin kann eine Unterscheidung in intrazelluläre und extrazelluläre Flüssigkeit getroffen werden. Doch auch diese unterliegen ständigem Austausch.
Inhaltsverzeichnis |
Flüssigkeiten, die in Kreisläufen zirkulieren
Blut
Blut dient dem Transport von Sauerstoff und Nährstoffen zu den Organen und deren Zellen ebenso wie dem Abtransport von Stoffwechselprodukten und Abfällen. Weiterhin werden darin Hormone und weitere Wirkstoffe zwischen den Zellen befördert.
Blut wird vom Herz gepumpt und zirkuliert in den Blutgefäßen. In ihm schwimmen rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten).
Lymphe
Lymphe erfüllt im Körper zwei Aufgaben: zum einen ist sie Betandteil des Immunsystems, indem sie Krankheitserreger zu den Lymphknoten transportiert, zum Anderen transportiert sie im Rahmen der Verdauung Moleküle die zu groß sind um direkt vom Gewebe in den Blutkreislauf transportiert zu werden, wie Eiweiße und Lipide aus dem Verdauungstrakt.
Lymphe zirkuliert in den Lymphgefäßen. Diese sammeln das Plasma das nicht direkt aus dem Gewebe in die Kapillaren zurückkehrt, und führen es den Venen zentral wieder zu.
Verdauungssäfte
Speichel
Speichel wird in den Speicheldrüsen produziert und dann im Mund freigesetzt. Er enthält ein Verdauungsenzym, die α-Amylase, die in der Nahrung enthaltene Polysaccharide aufspaltet, und Muzin und IgA als Schutz vor Krankheitserregern.
Magensäure
Magensäure oder auch Magensaft wird in den Belegzellen der Magenschleimhaut produziert und enthält Salzsäure und Pepsin. Letzteres ist ebenso ein Verdauungsenzym und spaltet Proteine.
Sekretionen der Pankreas
Die Pankreas(Bauchspeicheldrüse) scheidet verschiedene Verdauungsenzyme aus, die ebenso der Spaltung von Proteinen dienen. Diese gelangen über Ausführungsgänge, die sich mit dem Hauptgallengang vereinigen in den Zwölffingerdarm.
Galle
Galle dient zum Einen der Fettverdauung, in dem die darin enthaltenen Gallensalze die wasserunlöslichen Lipide umhüllen und Mizellen bilden, die dann von der Darmschleimhaut absorbiert werden können. Weiterhin werden mit ihrer Hilfe Medikamente und ihre Abbauprodukte ebenso wie physiologische Abbauprodukte (z.B. Bilirubin) mit demStuhl ausgeschieden.
Der Gallensaft wird in der Leber produziert, in der Gallenblase gespeichert und über die Gallengänge in den Darm abgegeben wird. Hier wird dann ein Teil der Galle über die Darmschleimhaut wieder in das Blut resorbiert, der Andere wird mit dem Stuhlgang ausgeschieden.
Sekrete und Exkrete, Flüssigkeitsausscheidung
Urin
Urin wird in den Nieren produziert. Seine Ausscheidung dient der Regulation des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts sowie der Eliminierung von Stoffwechselabbauprodukten, insbesondere der beim Abbau von Proteinen und Nukleotiden entstehenden Stickstoff-Verbindungen.
Von den Nieren gelangt er durch die Harnleiter zur Harnblase wo er gesammelt wird und dann über die Harnröhre ausgeschieden wird.
Schweiß
Schweiß wird in den Schweißdrüsen produziert, die sich in der Lederhaut befinden, und durch Poren in der Haut ausgeschieden.
Schweiß dient durch die bei seiner Verdunstung entstehende Verdunstungskälte der Regulation des Wärmehaushalts, er hält die Haut geschmeidig und ihren pH-Wert konstant. Außerdem enthält er sexualspezifische Duftstoffe.
Weitere
- Muttermilch
- Scheidensekret der Frau
- Tränenflüssigkeit
- Nasensekret
- Ejakulat (Sperma) des Mannes
Weitere Flüssigkeitsräume (Kompartimente)
- Kammerwasser des Auges
- Hirnwasser = Liquor
- Aszites
- Pleuraflüssigkeit
- Perikardflüssigkeit
- Gelenkflüssigkeit = Synovialflüssigkeit
- Fruchtwasser
- Ohrenschmalz = Cerumen
Sowie bei Erkrankungen:
Flüssigkeitsmenge, -räume und Kompartimente
Die prozentuale Wasserverteilung in den Flüssigkeitsräumen (Extra- und Intrazellulärraum, EZR, IZR) des Menschen unterscheidet sich in Abhängigkeit vom Lebensalter (sie nimmt etwa zwi. 75 bei Neugeborenen auf 55% ab). Bei Frauen ist die Gesamtflüssigkeitsmenge im Körper etwa 5% bis 10 % niedriger als beim erwachsenen Mann.
Bei Erwachsenen ist der Gesamtwassergehalt von ca. 65 % des jeweiligen Körpergesamtgewichts etwa im Verhältnis 3:2 auf IZR und EZR verteilt. Nicht nur in der Größe unterscheiden sich die Räume der Körperflüssigkeit sondern auch in der Zusammensetzung wie bei den Elektrolyten, Proteinen und der Osmolalität.
Literatur
- Robert F. Schmidt, Gerhard Thews, Florian Lang (Hrsg.): Physiologie des Menschen. Springer, Berlin. 2000 - 28. Auflage. ISBN 3-540-66733-4 - Kapitel 36, S. 778ff (Wasser- und Elektrolythaushalt)
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