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Köbes

Aus Kefk.

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Typisch:

Die Dame bestellt Wasser.
Der Köbes, relativ laut: „Unnd? Wolld_Er noch en Stöck Seif' do bei?“ Er bleibt demonstrativ abwartend stehen.

Direkt:

Beim Zahlen kramt der leicht benebelte Gast versehentlich einen Schein zu viel zurück ins Portomanaie.
Der Köbes zeigt ungeniert mit dem Finger darauf: „Den will ich aber och noch haben!“

Persönlich:

Dem Gast in der Runde, der unter Hinweis auf eine kürzliche Operation Tee bestellt hat, serviert der Köbes: „Eimol wärm Wasser! För die ärm Sou met dem Loch em Bouch.“

Traditionsbewusst:

Im Kölsch-Brauhaus verlangt jemand Pils. Der Köbes: „Do mööd Er mal em Wald sööke jonn.“
(Danach müssten Sie sich bitte einmal im Wald umsehen gehen — auf eine Weise ausgesprochen, die gespielt deutlich distanzierend wirkt, wie auch die Verwendung des Hochdeutschen, in dem Wort „mal“)

Als Köbes wird seit etwa 200 Jahren ein Kellner bezeichnet, der in Brauhäusern in Köln, Düsseldorf oder Krefeld Bier serviert. Traditionell trägt er stets eine blaue Schürze aus Leinen mit einer ledernen umgeschnallten Geldtasche.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Die Ursprünge des Begriffs liegen im Mittelalter, als die Brauknechte, die Braufässer rollten, anschlugen und zapften, oft junge Männer auf Pilgerfahrt zum Grab des heiligen Jakobus im spanischen Santiago de Compostela waren und sich eine Weile in Köln aufhielten, um Geld für die Weiterreise zu verdienen. Köbes ist die kölsche Koseform von Jakob.

Stilfragen

Der Köbes und seine unverwechselbare Art zu servieren gehört zur typisch rheinischen Brauhauskultur. Wenn ein Glas Bier leer ist, stellt der Köbes ohne Bestellung ein neues Glas hin, es sei denn, der Gast legt einen Bierdeckel auf das Glas. Darüber hinaus ist sein oft derber Humor, aber auch Anteilnahme und Witz charakteristisch für einen typischen Köbes — heutzutage wird dies oft auch künstlich gepflegt, weil die Besucher diese „Behandlung“ von einem echten Köbes erwarten. Diese ruppige Art wird im Ursprung auf die in besucherfreundlicher Gastronomie wenig geschulten Brauknechte, die auch im Schankraum bedienen mussten, zurückgeführt.

Varianten

Das Pendant zum Köbes ist der Zappes, der Zapfkellner, der das Bier aus dem Fass an den Köbes oder vereinzelt auch direkt an Gäste ausschenkt. Die Funktion des Zappes kann von den Köbessen abwechselnd ausgeführt werden. Da Köbesse wie andere Gastronomiebedienstete zu einem nicht unerheblichen Teil von Trinkgeld leben, ist es mancherorts gute Gewohnheit, dass die anderen den Dauer-Zappes an ihren Einnahmen beteiligen.

Heute finden sich vereinzelt auch Frauen, die in typischer Köbes-Kleidung bedienen.

Orte

Traditionelle Köbesse findet man heute noch in:

Bonn:
Brauhaus Bönnsch
Düsseldorf:
Frankenheim, Füchschen, Goldener Ring, Schlüssel, Uerige
Köln:
Früh, Gaffel, Malzmühle, Päffgen, Peters Brauhaus, Reissdorf, Sion, u.a.
Krefeld:
Et Bröckske, Gleumes, Herbst Pitt, Nordbahnhof, Wienges

Weblinks

Wikipedia
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