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Joseph Grimaldi

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Joseph Grimaldi als Clown

Joseph Grimaldi (* 18. Dezember 1778 in London; † 31. Mai 1837 ebenda) war der Erfinder des modernen Clowns.

Joseph Grimaldis Vater Giuseppe war ein italienischer Komödiant und Tanzmeister, der sich in den Rollen der Commedia dell'Arte betätigte. Joseph stand schon als Kleinkind auf Londoner Bühnen.

Grimaldi trat oft als Harlekin auf. Sein Clown, den er als stehende Rolle oder lustige Person für sich selbst entwickelte, hatte ein weiß geschminktes Gesicht mit roten Lippen und Wangen. Als Modernisierung der traditionellen Commedia-Figuren war er vergleichbar mit dem Pariser Pierrot von Jean-Gaspard Deburau (der allerdings melancholischer und poetischer war).

Grimaldi trat nicht im Zirkus auf, sondern in der englischen Pantomime. Das war eine Art populäres Ballett mit grotesken Handlungen und opulenten Bühnenbildern, die sich aus immer wiederkehrenden Elementen zusammensetzten. Pantomimen waren in London nicht unbedingt stumm. Grimaldi war berühmt dafür, dass er das Publikum zum Singen animierte. Er erfand Slapstick-Gags, die sich bis zur Stummfilmzeit hielten. Grimaldis hauptsächliche Wirkungsstätten waren das Sadler's Wells- und das Drury Lane Theatre in London. Sein größter Erfolg war Mother Goose im Covent Garden-Theater (1806). Die Abkürzung seines Vornamens Joey wurde zum generellen Spitznamen von Clowns.

Grimaldis in zwei Bänden erschienene Memoiren (1838) wurden von Charles Dickens herausgegeben. Sie sind ein ergiebiges Dokument für die Geschichte der populären Bühnen in London.

Von Grimaldi stammt die Legende vom traurigen Clown, die er durch folgenden Witz über sich selbst verbreitete: Ein junger Mann geht zum Arzt und klagt über seine unüberwindlichen Depressionen. Darauf rät ihm der Arzt, er solle doch zum berühmten Clown Grimaldi gehen, um sich aufzuheitern. Darauf antwortet ihm der Mann: „Aber ich bin doch Grimaldi.“

Literatur

  • Charles Dickens (Hg.): Ich, der Komödiant. Die Memoiren des Joseph Grimaldi. München: Siedler 1985 ISBN 3886800857
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