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Josefstadt (Wien)
Aus Kefk.
| VIII. Wiener Gemeindebezirk | ||
|---|---|---|
| Wappen | Karte | |
| Bild:Kartewien8.png | |
| Name: | Josefstadt | |
| Fläche: | 1,08 km² | |
| Einwohner: | 23.657 (31.12.2005)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 21904,6 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 1080 | |
| Adresse des Bezirksamtes: | Wipplingerstraße 8 1010 Wien | |
| Adresse von Bezirksvertr. und -vorstehung: | Schlesingerplatz 4 1080 Wien | |
| Offizielle Website: | www.wien.gv.at/bezirke/josefstadt | |
| Politik | ||
| Bezirksvorsteher: | Heribert Rahdjian (Grüne) | |
| Bezirksvertretung (40 BezirksrätInnen) | Grüne 14, PRO 12, SPÖ 12, FPÖ 2 | |
| Karte: Josefstadt mit Bezirksteilen | ||
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Die Josefstadt ist der achte und flächenmäßig kleinste Wiener Gemeindebezirk. Die Josefstadt liegt innerhalb des ehemaligen Linienwalls (= heutiger Gürtel).
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Der 8. Bezirk ist Wiens kleinster Bezirk, hat aber mehr Einwohner als der 1. Bezirk (Innere Stadt). Er schließt östlich an die Innere Stadt an. Zusammen mit den Bezirken 3-9 bildet er die Zone der "Inneren Bezirke", die durch den Gürtel von den "Äußeren Bezirken" getrennt werden. Die Josefstadt liegt auf einem kleinen Plateau, das nördlich vom Alser Bach und südlich vom Ottakringer Bach begrenzt wird. Diese Gewässer sind jedoch in unterirdische Kanäle verbannt und daher in der Josefstadt nicht sichtbar.
Geschichte
Das Gebiet der heutigen Josefstadt wurde erst relativ spät besiedelt. Nur in der Nähe der Inneren Stadt lag seit dem Mittelalter eine namenlose Siedlung. Das einzige bedeutendere Bauwerk war ein Gutshof, der so genannte Rote Hof. Eine intensive Besiedlung begann erst am Ende des 16. Jahrhunderts. Diese Siedlung wurde 1700 von der Stadt Wien erworben und erhielt nach Kaiser Joseph I. den Namen Josefstadt. Weiter stadtauswärts gab das Schottenstift 1801 Land zur Verbauung frei, auf denen dann die Vorstadt Breitenfeld entstand. Die Straßen dort zeigen noch die typische Struktur aus der Biedermeierzeit. Alt-Lerchenfeld wurde zwar schon 1295 erstmals erwähnt, eine größere Bautätigkeit setzte aber auch erst um 1700 ein.
1850 wurden diese Vorstädte gemeinsam mit kleinen Teilen von St. Ulrich (siehe Neubau) und Alservorstadt (siehe Alsergrund) als 7. Bezirk Josefstadt nach Wien eingemeindet; nach der Teilung Wiedens war es der 8. Bezirk.
Die Josefstadt entwickelte sich zu einem Sitz des Bürgertums, hier leben auch viele Beamte. Die meisten Bürgermeister Wiens wohnten ebenfalls hier. Bundespräsident Dr. Heinz Fischer wohnt ebenfalls in der Josefstadt, in der Josefstädterstraße. Außerdem gilt die Josefstadt neben den Bezirken Neubau und Mariahilf auch als Bezirk der Intellektuellen und der Künstler, viele Schauspieler und Schriftsteller sind in der Josefstadt wohnhaft.
Der 8. Bezirk ist der zweite Bezirk Wiens, in dem die Grünen bei Wahlen zur Bezirksvertretung (23. Oktober 2005) die relative Mehrheit erzielten. Damit stellen sie seit 30. November den Bezirksvorsteher.
Bevölkerung
Daten lt. Statistik Austria [5] <timeline>
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Bevölkerungsentwicklung
Nach der Gründung des Bezirks erreichte die Josefstadt 1869 eine Bevölkerungszahl von 53.012 Menschen. Auf Grund der bereits damals dichten Verbauung des Bezirksgebietes änderte sich dieser Wert bis 1910 kaum. Danach begann ein beinahe kontinuierlicher Rückgang der Einwohnerzahlen, wobei der Wert in der 60er und 70er Jahren am stärksten sank. Hauptgrund für den Rückgang war der gestiegene Bedarf an Wohnraum. Derzeit hat sich die Einwohnerzahl jedoch bei ca. 23.000 Menschen wieder stabilisiert.
Bevölkerungsstruktur
Die Altersstruktur der Josefstädter Bevölkerung wich 2001 vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen vom Wiener Durchschnitt ab. Waren in der Josefstadt 2001 11,4 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt, so lag der Wert in Wien mit 14,7 % deutlich höher. Dem gegenüber lag der Anteil der Bevölkerung im Alter von 20 bis 29 Jahren vor allem auf Grund einer hohen studentischen Einwohnerzahl in der Josefstadt mit 16,1 % stark über dem Wien-Durchschnitt von 12,8 %. Der Anteil der Bevölkerung im Alter von 60 oder mehr Jahren lag mit 20,1 % unter dem Wiener Wert von 21,7 %. Die Geschlechterverteilung im Bezirksgebiet war mit einem Anteil von 47,4 % Männern und 52,6 % Frauen im Bereich des Wiener Durchschnitts, während die Josefstädter mit 35,2 % gegenüber 41,2 % weniger oft verheiratet waren als die Durchschnittswiener.[2]
Herkunft und Sprache
Der Anteil der ausländischen Bezirkseinwohner lag 2005 bei 20,9 %, und weißt eine stark steigende Tendenz auf (2001: 16,1 %). Den höchsten Anteil der Ausländer stellten 2005 mit rund 3,5 % Anteil an der Bezirksbevölkerung Staatsbürger aus Serbien und Montenegro. Weitere 2,7 % waren deutsche, 1,1 % polnische, 1,0 % türkische und je 0,7 kroatische oder bosnische Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 24,4 % der Josefstädter Bevölkerung nicht in Österreich geboren worden. 4,8 % sprachen daher als Umgangssprache Serbisch, 2,0 % Türkisch und 1,9 % Kroatisch.[2] [3]
Religion
Das Religionsbekenntnis der Bevölkerung der Josefstadt liegt im Wesentlichen im Durchschnitt Wiens, wobei der Anteil der katholischen und evangelischen leicht über, die der islamischen Bevölkerung stärker unter dem Durchschnitt lag. Bei der Volkszählung 2001 gaben 52,0 % der Bewohner an, der römisch-katholischen Kirche anzugehören. 6,0 % waren evangelisch, 4,6 % islamischen Glaubens, 5,2 % gehörten der Orthodoxen Kirche an. 23,8 % der Bezirksbevölkerung war ohne Bekenntnis. 7,8 % hatten kein oder ein anderes Religionsbekenntnis angegeben.[2]
Politik
Bezirksvorstehung
| Bezirksvorsteher/innen seit 1945 | |
|---|---|
| Egon Schiska (KPÖ) | 4/1945-7/1945 |
| Gustav Lorant (ÖVP) | 7/1945-11/1945 |
| Richard Honetz (ÖVP) | 1945-1946 |
| Hans Preyer (ÖVP) | 1946-1950 |
| Alexander Riedl (ÖVP) | 1950-1954 |
| Franz Bartl (ÖVP) | 1954-1959 |
| Marie Franc (ÖVP) | 1959-1964 |
| Walter Kasparek (ÖVP) | 1964-1990 |
| Ludwig Zerzan (ÖVP) | 1990-1994 |
| Franz Neubauer (ÖVP) | 1994-1998 |
| Margit Kostal (ÖVP) | 1998-2005 |
| Heribert Rahdjian (Grüne) | 2005- |
Wappen
Das Wappen des Bezirks Josefstadt repräsentiert die fünf ehemaligen, selbständigen Gemeinden, aus denen der 8. Bezirk 1850 gebildet wurde. Das Herzschild zeigt den Heiligen Josef auf blauem Grund auf einer Wiese stehend. Er symbolisiert den Bezirksteil Josefstadt, die ihren Namen zu Ehren Kaiser Josephs erhalten hatte. In einer Hand hält er einen Lilienstamm, in der anderen das Jesuskind. Im rechten, oberen Wappenteil symbolisiert eine Elster als sprechendes Wappen den Bezirksteil Alservorstadt. Sie sitzt vor goldenem Grund auf einem belaubten Strauch. Im linken, oberen Wappenteil symbolisieren vier goldene Lerchen, ebenfalls als sprechendes Wappen den Bezirksteil Altlerchenfeld. Im linken, unteren Wappenteil steht die Heilige Maria für den Bezirksteil Breitenfeld. Sie schwebt auf einer Wolke über einer grünen Wiese und trägt ein goldenes Gewand mit einem roten Mantel. In den Händen hält sie Zepter und Reichsapfel. Die Darstellung entstammt dem Wappen des Schottenstifts, das hier zahlreiche Besitzungen hatte. Der rechte, untere Wappenteil steht schließlich für den Strozzigrund. Es zeigt das Wappen der Grafen Strozzi mit einem silbernen Querbalken auf rotem Grund. Gräfin Maria Katharina Strozzi, stieß durch ihre Bautätigkeit die Verbauung des Gebietes an.
Schulen, Bildung
In der Josefstadt gibt es drei öffentliche Volksschulen, eine Hauptschule und zwei öffentliche Gymnasien (in der Feldgasse und in der Albertgasse), eine Bundes-Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in der Albertgasse, bzw. am Jodok-Fink-Platz eine Volksschule und ein Gymnasium der Piaristen. Am Hamerlingplatz befindet sich das Vienna Business School, die Handelsakademie und die Handelsschule der Wiener Kaufmannschaft. In der Laudongasse, in der ehemaligen Hauptbücherei ist jetzt die Zentrale der Musikschulen. Seit der Eröffnung der neuen Hauptbibliothek am Urban-Loritz-Platz (in der Nähe des achten Bezirks) sind der achte und der erste Bezirk die einzigen Wiener Bezirke ohne eigene Büchereifiliale. In der Schmidgasse befindet sich die Volkshochschule Josefstadt. Eine wichtige freizeitpädagogische Einrichtung ist die größte Spielothek Österreichs, die WienXtra-Spielebox in der Albertgasse 35. Im selben Haus hat auch das Institut für Freizeitpädagogik seinen Sitz.
Persönlichkeiten
- Theodor Oppolzer
- Johann Lukas von Hildebrandt
- Anton Wildgans
- Karl von Frisch
- Heinz Fischer
- Kurt Gödel
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Ödön von Horvath
- Milo Dor
- Anna-Lülja Praun
- H.C. Artmann
Die Josefstadt in der Literatur und im Fernsehen
- Ödön von Horvaths Stück Geschichten aus dem Wiener Wald spielt teilweise in einer kleinen Gasse in der Josefstadt.
- Seit 10. April 2007 läuft auf ORF 1 die tägliche Seifenoper Mitten im Achten
Sehenswürdigkeiten
- Theater in der Josefstadt, eine bürgerliche Traditionsbühne
- Vienna's English Theatre, Wiens einziges englisches Theater
- barocke Piaristenkirche Maria Treu mit Gemälden des Malers Maulbertsch
- Österreichisches Museum für Volkskunde im Palais Schönborn, Laudongasse 15-19
- Palais Auersperg
- Haus "Zur heiligen Dreifaltigkeit" (heute "Alte Backstube"), Lange Gasse 34 - klassisches Beispiel barocker Vorstadtarchitektur.
- Palais Strozzi (heute Finanzamt), Josefstädter Straße 39.
- Lenaugasse, die gesamte Gasse gilt als Beispiel für vormärzliche Architektur und steht unter Ensembleschutz.
- Glücksschweinmuseum, Florianigasse 54
- Bezirksmuseum Josefstadt, Schmidgasse 18
- Le Petit - Das kleinste Theater der Welt (19 Sitzplätze), Schlösselgasse 21
- Theatro Kosilo - Die kleinste Bühne Wiens (5 m²), Neudeggergasse 14.
- Kabarett Niedermair, Lenaugasse 1a, eine Kleinkunst-und Kabarettbühne, bzw. Kindertheater
Die bekanntesten Josefstädter Kaffeehäuser sind das Café Hummel und das Café Eiles.
In der Josefstadt gibt es eine erhebliche Anzahl an Studierendenheimen, zum Beispiel das Haus VINDOBONA des Kuratoriums Adolf Schärf an der Ecke Skoda- und Laudongasse, das von der Akademikerhilfe betriebene Pfeilheim (Pfeilgasse 3a), das Studentenheim Hotel Korotan (Albertgasse 48), das Studentenheim Neudeggergasse von der Studentenförderungshilfe (Neudeggergasse 21) und das Friedrich-Funder Studentenheim in der Strozzigasse. In den letzten Jahren wurden einige Heime geschlossen. Im Sommer (Uniferien) gibt es im Pfeilheim Hotelbetrieb.
Siehe auch
Weblinks
Fußnoten
- ↑ Statistik Austria [1]
- . a b c Statistik Austria (Volkszählung 2001)[2] [3]
- ↑ MA 5 Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit und Bezirken 2001-2005 [4]
Literatur
- Christine Klusacek: Josefstadt. Beiseln, Bühnen, Beamte. Mohl, Wien 1991 ISBN 3-900272-40-9
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I. Innere Stadt | II. Leopoldstadt | III. Landstraße | IV. Wieden | V. Margareten | VI. Mariahilf | VII. Neubau | VIII. Josefstadt | IX. Alsergrund | X. Favoriten | XI. Simmering | XII. Meidling | XIII. Hietzing | XIV. Penzing | XV. Rudolfsheim-Fünfhaus | XVI. Ottakring | XVII. Hernals | XVIII. Währing | XIX. Döbling | XX. Brigittenau | XXI. Floridsdorf | XXII. Donaustadt | XXIII. Liesing
Koordinaten: 48° 12' 39" N, 16° 20' 53" O
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