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Johann Georg Gödelmann
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Johann Georg Gödelmann (* 12. Mai 1559 in Tuttlingen; † 20. März 1611 in Dresden) war Jurist und Hexentheoretiker.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Nach dem Studium der Philosophie in Tübingen widmete er sich in Stuttgart, Tübingen und Wittenberg ab 1576 der Ausbildung in Jura.
Er machte seinen Doktor in Rostock und hielt Vorlesungen u.a. über die kaiserliche Halsgerichtsordnung Carolina. 1592 wurde er kursächsischer Hofrat in Dresden und in der Pfalz.
Mit dem Titel „Tractatus de magis, veneficis et lamiis recte cognoscendis et puniendis: libri tres“ wurden seine Vorlesungen über die Carolina veröffentlicht. Seine Werke behandeln u.a. Magie.
Hexentheoretiker
Der mecklenburgische Jurist hielt den Hexenflug zum Hexensabbat für „lauter Teufelsgespinst, Trügerei und Phantasie. Dergleichen Phantasie ist auch, dass etliche glauben, dass die Hexen und Zauberer in Katzen, Hunde und Wölfe können verwandelt werden.“
Zum Wetterzauber schreibt er: „so doch Wettermachen Gottes und keines Menschen Werk ist. - Derentwegen kann kein Richter jemanden auf solche Punkte peinigen, viel weniger töten, weil derselbigen mit keinem Wort in der Peinlichen Halsgerichtsordnung (der Carolina) gedacht wird.“
Er sprach sich gegen Wasserprobe, Folter und Todesstrafe aus. Als Hexentheoretiker war er für eine milde Behandlung der Angeklagten. Er war Gegner der Hexenverfolgung.
Bibliografie
- Gödelmann, Johann Georg: Tractatus de magis, veneficis et lamiis. Deutsche Übersetzung: Von Zäuberern, Hexen und Unholden. Übersetzt von M. Georgium Nigrinum. Frankfurt/M. 1592.
- Gödelmann, Johann Georg: Von Zäuberern/ Hexen und Unholden/ Warhafftiger und Wolgegründter Bericht Herrn Georgii Gödelmanni/ beyder Rechten Doctorn und Professorn in der Hohen Schul zu Rostoch/ wie dieselbigen zuerkennen und zustraffen : Allen Beampten zu unsern zeiten/ von wegen vieler ungleicher und streitigen Meynung/ sehr nützlich unnd nothwendig zuwissen / Jetzund aber allen liebhabern/ mit vorwissen deß Authoris ... auffs fleissigste verteutschet/ mit einem sonderlichen Rathschlag und Bedencken gemehret/ alles durch M. Georgium Nigrinum [...]. Frankfurt/Main 1606.
Literatur
- Wächter, Beitrag zur deutschen Geschichte, S. 294 f
- Soldan/Heppe, Geschichte der Hexenprozesse, Reprint der Originalausgabe von G.Müller, München 1911, Bd. 1, S.468
- Art. Gödelmann, in: Deutsches biographisches Archiv, Neue Folge, Lfg. 1 1989.
Weblinks
- http://www.sfn.uni-muenchen.de/hexenverfolgung/frame_lexikon.html?beil66.htm
- http://www.dhm.de/ausstellungen/hexenwahn/aufsaetze/06.htm
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gödelmann, Johann Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Hexentheoretiker |
| GEBURTSDATUM | 12. Mai 1559 |
| GEBURTSORT | Tuttlingen |
| STERBEDATUM | 20. März 1611 |
| STERBEORT | Dresden |
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