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Johann Friedrich von Brandt

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Johann Friedrich von Brandt

Johann Friedrich von Brandt (* 25. Mai 1802 in Jüterbog - † 15. Juli 1879 Merreküll in Estland) war ein deutscher Naturforscher und Zoologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Johann Friedrich stammte aus einer Arztfamilie. Er besuchte das Gymnasium in Wittenberg bis 1820 und studierte in Berlin an Medizinischen Fakultät, wo er 1831 promovierte. Besonderes Augenmerk legte er auf die Erforschung der Tierwelt und versuchte die dabei gewonnenen Erkenntnisse für die Arzneimittelherstellung zu verwenden. Alexander von Humboldt empfahl ihn nach Sankt Petersburg, wo er zum Direktor der zoologischen Abteilung an der Akademie der Wissenschaften in wurde. Hier veröffentlichte er seine Forschungsergebnisse in Russischer Sprache.

Er begann mit dem Aufbau einer Sammlung von Präparaten heimischer Tiere, von denen viele vorher nicht in Museen vorhanden waren. Viele dieser Exemplare wurden von Nikolai A. Sewertsow, Nikolai M. Prschewalski, Alexander Theodor von Middendorff, Leoold von Schrenck und Gustav Radde von Expeditionen mitgebracht.

Weiterhin beschrieb er etliche Vögel, die von russischen Forschern von der Pazifikküste Amerikas mitgebracht worden waren. Darunter waren verschiedene Möwen, Enten und Kormorane. Auch schrieb er Monographien des Klippdachses, über die in den Meeren von Kamtschatka vorkommende Seekuh, über die Verbreitung des Tigers, über Mammutfunde in Sibirien, über das Dinotherium, über die fossilen Elentiere und Wale. Über 318 wissenschaftliche Aufsätze sind von ihm bekannt und über ein Dutzend Tiere die er entdeckte erhielten seinen lateinischen Namensbestandteil.

Ehrungen

Durch seine einmaligen Forschungen gelangte er unter den damaligen Wissenschaftlern zu einer Berühmtheit. Er wurde Mitglied der Pariser Akademie und schlug bei der Aufnahme dazu, den nicht weniger berühmten Forscher Charles Darwin aus dem Feld. Von der zaristischen Regierung geadelt, gab es wohl keine wissenschaftliche Vereinigung, in der er in Europa nicht vertreten war. Von Ehrungen, Orden und Titeln überhäuft, feierte er im Januar 1876 sein 50jähriges Doktorjubiläum in St. Petersburg. Für ihn wurde seitens des Staates dazu eine besondere Medaille mit seinem Bildnis geprägt. Die deutsche Botschaft in Petersburg beglückwünschte ihn und es gab Ehrendiplome von vielen Seiten. Die Universitäten von Moskau und Dorpat (Tartu) ernannten ihn zum Ehrenmitglied und seine Vaterstadt Jüterbog überreichte ihm die Ehrenbürgerwürde in Moskau.

Gedenkstätten

In der Lutherstadt Wittenberg befindet sich eine Gedenktafel am Gebäude des einstigen Gymnasiums in der Jüdenstraße, am Kirchplatz der Stadtkirche.

Literatur

  • „Berühmte Persönlichkeiten und ihre Verbindung zu Wittenberg“ von Heinrich Kühne und Heinz Motel im Verlag Göttinger Tageblatt 1990 ISBN 3-924781-17-6
  • „Heinrich Kühne erzählt Wittenberger Geschichten“ Teil 3 herausgegeben in Druckerei Michelmann 1994
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