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Johann Friedrich Gleditsch

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Bild:Deutsche acta eruditorum 1712.jpg
Titelblatt der ersten Nummer der bei Johann Friedrich Gleditsch verlegten Deutschen Acta Eruditorum (1712)

Johann Friedrich Gleditsch, geboren am 15. August 1653 in Eschendorf bei Pirna, gestorben am 26. März 1716, älterer Bruder von Johann Ludwig Gleditsch, Stiefvater von Thomas Fritsch, Vater von Johann Gottlieb Gleditsch (Verleger) war ein bedeutender Verlagsbuchhändler des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts.

Leben

Johann Friedrich Gleditsch arbeitete in den späten 1670ern als "Verlagsdiener" im Geschäft von Johann Friedrich Fritsch. Nach dessen Tod 1680 heiratete er dessen Witwe und übernahm damit das Unternehmen, das er bis zur Übergabe an den Stiefsohn Thomas Fritsch im Jahre 1693 führte.

Im selben Jahr gründete er seine eigene Buchhandlung, die sich mit aufwendig gestalteten Publikationen hervortat: Das Hauptwerk der Geschichte der Reformation, Seckendorfs Commentarius de Lutheranismo erschien hier wie Zieglers Schauplatz und Labyrinth, Lohensteins Arminius, die großen biblisch-theologischen Werke von Tarnovius, Glassius, Carpzov, Dieterici, Pritius, Herberger.

Neben den großen Autoren errang Gleditsch Erfolge mit den beiden wichtigsten Wachtsumsbranchen des Buchmarkts des frühen 18. Jahrhunderts: Lexika und Journalen. Bei ihm erschien das von Johann Hübner betreute Reale Staats-und Zeitungs-Lexicon (1704), das wenig später den Titel "Conversations-Lexicon" durchsetzte und mit Folgeband 1712, die unverzichtbare Begleitlektüre zu den Zeitungen wurde - hier konnte man die Orte und Länder nachschlagen, die in Zeitungen erwähnt wurden - Zeitungen boten ihre Nachrichten im gegenwärtigen Stil weitgehend ohne alle Erklärungen und Kommentare an.

Zu den Lexika kam das von Gottlieb Siegmund Corvinus alias Amaranthes zusammengestellte Frauenzimmer-Lexicon (1715). Unter den Journalen wurden die in seinem Verlag erscheinenden Deutschen Acta Eruditorum (1712-1739) berühmt, die sich zum führenden deutschen wissenschaftlichen Rezensionsorgan entwickelten. Die Unternehmungen schufen ihre eigenen Synergie-Effekte: Titel, die bei Gledisch erschienen, fanden sich regelmäßig in den Journalen des Hauses besprochen und damit beworben.

Benjamin Wedels Menantes-Biographie überliefert, dass die Autoren des Zeitungs-LexiconsReichstaler für Druckbogen erhielten.

Literatur

  • Benjamin Wedel, Geheime Nachrichten und Briefe von Herrn Menantes Leben und Schriften. (Cöln: Oelscher, 1731), Nachdruck: (Leipzig: Zentralantiquariat der DDR, 1977), S. 172.
  • Johann Goldfriedrich: Geschichte des Deutschen Buchhandels, 2. Bd. (1648-1740), S. 2028f.
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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Johann_Friedrich_Gleditsch, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


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