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Johann Friedrich Flattich

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Johann Friedrich Flattich (* 3. Oktober 1713 in Beihingen bei Ludwigsburg; † 1. Juli 1797 in Münchingen) war ein evangelischer Pfarrer und Erzieher.

Flattich arbeitete als Pfarrer unter anderem in Asperg (Hohenasperg, ab 1742), in Metterzimmern (ab 1747) und in Münchingen (ab 1760), er unterrichtete sowohl Schüler als auch Kostgänger und verfasste die Hausregeln, die lange zu den Grundlagen evangelischer Erziehungsarbeit gehört haben.

Flattich hatte eine Tochter, Beata Regina, die Philipp Matthäus Hahn heiratete.

Inhaltsverzeichnis

Persönlichkeit

Während seines Studiums war einer seiner Lehrer Johann Albrecht Bengel, der ihn die Weisheit Gottes lehrte und ihm den Pietismus nahebrachte, ohne dass Flattich nun selbst Pietist wurde. Die Gemeinden, in denen er als Pfarrer diente, waren allesamt verelendet, und Flattich förderte sie erfolgreich mit persönlichen Opfern, aber auch mit Mutterwitz und Schlagfertigkeit und mit einer sehr weltoffenen und praktischen Art. Flattich war für eine ganze Reihe von Anekdoten gut und gewann durch seine Art auch die Gunst des katholischen Herzogs Karl Eugen.

Flattich verfasste eine Reihe von Schriften, u. a. Unterschiedliche Anmerkungen über das Informationswerk sowie die weiter unten besprochene, in denen er größtenteils seine biblisch begründeten, pädagogischen Gedanken niederlegte, die alle praxiserprobt waren. Sein Motto, nachdem er sein Leben gestaltete, war: „Man muss mit dem Glauben anfangen und nicht bei den Missständen“.

Hausregeln

In den Hausregeln gibt Flattich einfache Ratschläge, die das Zusammenleben auf dem Hof mit Herrschaft und Gesinde regeln. Durch seine Erziehertätigkeit war er mit vielen Problemen beim Zusammenleben von Menschen mit Kindern und Untergebenen vertraut, seine Pfarrertätigkeit hatte ihn mit dem Grundsatz der Nächstenliebe vertraut gemacht. Die Hausregeln empfehlen daher, auf die Züchtigung der Kinder und des Gesindes zu verzichten, Untergebene ebenbürtig zu behandeln, keine Gewalt gegen Frauen auszuüben, sparsam zu haushalten und stets vorbildlich zu leben.

Flattich begründet seine Hausregeln auch teilweise sehr pragmatisch. Seinen Aufruf zu bescheidener Lebensführung auch in wohlhabenden Familien begründet er damit, dass der Ärger über ein zerbrochenes billiges Glas geringer sei, als über ein teures.

Auch auffällige, teure Kleidung wird von Flattich in den Hausregeln abgelehnt. Er selbst, der in jungen Jahren über ein außergewöhnlich attraktives Äußeres verfügt haben soll, lebte seine Regeln konsequent vor. Seine Attraktivität versuchte er durch bewusst nachlässige und einfache Kleidung auszugleichen und zahlreiche Anekdoten sind über seine Erscheinung überliefert; Zeitgenossen nannten ihn auch den „Salomo im Bauernrock“.

Literatur

  • Karl Friedrich Ledderhose: Johann Friedrich Flattich. Quell-Verlag, Stuttgart 1922 (Schwäbische Charakterbilder, 7)
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Johann_Friedrich_Flattich, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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  • Hermann Ehmer: Johann Friedrich Flattich: der schwäbische Salomo; eine Biographie. Calwer, Stuttgart 1997
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, ISBN 3-7668-3538-6.

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