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Johann Christian Poggendorff
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Johann Christian Poggendorff (* 29. Dezember 1796 in Hamburg; † 24. Januar 1877 in Berlin) war ein deutscher Physiker.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Er war der Sohn eines reichen Fabrikanten, der von der französischen Belagerung profitiert hatte. Mit 16 Jahren trat er eine Apotheker-Lehre in Hamburg an. Anschließend verdiente er seinen Lebensunterhalt als Apothekengehilfe in Itzehoe. Ehrgeiz und eine starke Neigung zur Wissenschaft brachten ihn dazu, diese Stellung aufzugeben und nach Berlin zu ziehen, wo er ab 1820 die Universität besuchte. Hier erkannte man schnell seine Fähigkeiten, und 1823 wurde er von der Akademie der Wissenschaften zum meteorologischen Beobachter ernannt.
Schon in dieser frühen Zeit dachte er darüber nach, ein wissenschaftliches Journal für Physik und Chemie zu begründen. Die Realisierung dieses Plans wurde beschleunigt durch den plötzlichen Tod von Ludwig Wilhelm Gilbert, dem Herausgeber von Gilbert's Annalen der Physik.
1824 nahm Poggendorff Kontakt zum Verleger Christian Gottlob Barth in Leipzig auf. Das Ergebnis war, dass er 1829 als Herausgeber eines wissenschaftlichen Journals, Annalen der Physik und Chemie, eingesetzt wurde. Es sollte eine erweiterte Fortsetzung von Gilberts Annalen sein. Für diesen Posten war Poggendorff hervorragend qualifiziert. Er hatte ein außergewöhnlich gutes Gedächtnis, welches mit modernen und historischen wissenschaftlichen Kenntnissen wohl gefüllt war, ein kühles und objektives Urteilsvermögen und er gab Fakten den Vorzug vor spekulativen Theorien. So war er in der Lage, sich voll dem Geist der modernen experimentellen Wissenschaft zu widmen. Bei der Einordnung von Wissen und im Geschäftsleben verfügte er in reichem Maße über die deutsche Tugend der Ordentlichkeit. Außerdem hatte er ein ungemein freundliches Wesen und ging mit Menschen sehr taktvoll um. Diese Eigenschaften machten Poggendorffs Annalen schon bald zum führenden Wissenschaftsjournal in Europa.
Im Lauf seiner 52-jährigen Tätigkeit als Herausgeber der Annalen lernte er zwangsläufig die Mühen der modernen Männer der Wissenschaft kennen. Diese Kenntnisse, zusammen mit jenen, die er bei seinen umfangreichen historischen Studien erworben hatte, übergab er der Welt in seinem Werk „Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften". Es enthielt Berichte über Leben und Werk von Mathematikern, Astronomen, Physikern und Chemikern aus allen Völkern und Zeitaltern. Das Werk enthielt eine erstaunliche Sammlung von Fakten, die für Wissenschafts-Biografen und -Historiker von unschätzbarem Wert sind. Die ersten beiden Bände wurden 1863 veröffentlicht. Ein dritter Band, der die Zeit von 1858 bis 1883 behandelte, erschien 1898. 1904 kam noch ein vierter Band heraus, der bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts reichte.
Poggendorff war ein Physiker von hohem, aber nicht höchstem Rang. Seine mathematischen Fähigkeiten ließen zu wünschen übrig, und er zeigte niemals jene Kraft zur wissenschaftlichen Verallgemeinerung, die das physikalische Genie ausmacht. Er war jedoch ein fähiger und gewissenhafter Experimentator und war sehr fruchtbar und erfindungsreich im Ersinnen physikalischer Geräte. Der größte und wichtigste Teil seiner Arbeiten bezog sich auf Elektrizität und Magnetismus.
Seine literarische und wissenschaftliche Reputation brachten ihm schnell Anerkennung. 1830 wurde er zum königlichen Professor ernannt, 1834 wurde er außerordentlicher Professor an der Berliner Universität und 1839 Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Er erhielt zahlreiche Angebote für ordentliche Professuren, aber er lehnte sie alle ab und widmete sich ganz seinen wissenschaftlichen Forschungen und seinen Pflichten als Herausgeber der Annalen.
Siehe auch
- Kompensationsmethode - Messen einer elektrischen Spannung (Poggendorfsche Kompensationsschaltung)
- Poggendorff-Täuschung
Literatur
- Gustav Karsten: Poggendorff, Johann Christian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd. 26, S. 364–366.
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Weblinks
- Literatur von und über Johann Christian Poggendorff im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Homepage des Digitalisierungsprojekts „Biographisch-literarisches Handwörterbuch der exakten Naturwissenschaften“ an der Universität Jena
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Poggendorff, Johann Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Physiker |
| GEBURTSDATUM | 29. Dezember 1796 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
| STERBEDATUM | 24. Januar 1877 |
| STERBEORT | Berlin |
