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Johann Carion
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Johann(es) Carion, auch: Johannes Nägelin, Johannes Gewürznägelin, Johannes Caryophyllus (* 22. März 1499 in Bietigheim; † 1537 in Magdeburg) war ein deutscher Astrologe, Mathematiker und Historiker.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Carion besuchte die Lateinschule seiner Heimatstadt, immatrikulierte sich an der Universität Heidelberg wo er bei Johann Stössel studierte. 1519 ging er an die Universität Wittenberg und kam hier mit Martin Luther, Philipp Melanchthon und Georg Sabinus in Kontakt. 1522 wurde er als Hofmechanikus des Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg nach Berlin berufen. Dort war er am Hofe als Lehrer der Mathematik und Astrologie tätig. Er beschäftigte sich auch mit der Medizin und promovierte zum Doktor. Das Vertrauen seines Kurfürsten muss während dieser Zeit recht groß gewesen sein denn als Carion 1524 vor einer von ihm angekündigten Sintflut warnte, veranlasste er damit seinem Kurfürsten auf den Kreuzberg zu flüchten.
Vor allem trat er hervor mit seiner Chronik des Weltzeitalters, die 1532 in Wittenberg bei Georg Rhau erschien, die Melanchthon und Caspar Peucer weiter überarbeiteten. Darin strukturierte Carion das Weltzeitalter einerseits nach apokryphen Sprüchen, welche die Welt in 6000 Jahre teilte, je 2000 Jahre der Öde, des Gesetzes und des Messias, und andererseits nach der Vier Weltreiche Lehre entsprechend Daniel 2 und 7. Das überarbeitete Werk fand rege Interesse und erschien 1572 als "Chronicon Carionis". Lange Zeit war dieses Werk das beherrschende Kompendium für den universalgeschichtlichen Unterricht.
Schriften
- Bedeutnuss und Offenbarung warer himlischer Influxion 1527
- Prognosticatio und erklerung der grossen weserung
- Weltchronik, in: Corpus Reformatorum, hrsg. H. Ziegler, Bd. 12, 1898
Literatur
- Dietmar Fürst und Jürgen Hamel: Johann Carion (1499-1537), der erste Berliner Astronom, Berlin 1988
- Hermann F.W. Kuhlow: Johannes Carion (1499-1537). Ein Wittenberger am Hofe Joachims I., in: Jahrbuch für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte 54, 1983, Seite 53
- Barbara Mahlmann Bauer: Die "Chronica Carionis" von 1532, Melanchtons und Peucers Bearbeitung und ihre Wirkungsgeschichte, in: Himmelszeichen und Erdenwege. Johannes Carion ( 1499-1537 ) und Sebastian Hornmold ( 1500-1581 ) in ihrer Zeit, hg. vom Kultur-und Sportamt der Stadt Bietigheim-Bissingen. Stadtmuseum Hornmoldhaus, Ubstadt-Weiher 1999, S. 203 – 246
- Stadt Bietigheim (Hrsg.): 600 Jahre Stadt Bietigheim 1364-1964, Bietigheim 1964
- R. S. Freytag (Hrsg.): Halley's Comet. A Bibliography, Washington 1984, Seite 413
- Jürgen Hamel: Johann Carion - Entdecker der Kometen-Gegenschweife? [Johann Carion - discoverer of the secondary ?]
- Dieter B. Herrmann und Karl-Friedrich Hoffmann (Herausgeber): Die Geschichte der Astronomie in Berlin. ISBN 3-86021-018-1
- Almut Fricke Hilgers: "das der historiographus auch sei ein erfarner der gschicht des himels." Die Sintflutprognose des Johannes Carion für 1524 mit einer Vorhersage für das Jahr 1789, in: Pirckheimer Jahrbuch 5, 1989/90, S. 33
- Michael Wiemers: „Johannes Carion zu Gast bei Albrecht von Brandenburg 1533 in Halle“, in: Ein "höchst stattliches Bauwerk". Halle (Saale): mdv Mitteldt. Verlag 2004, S. 95-106
- J. Schultze, in: Neue Deutsche Biographie, Band 3 (1957), Seite 138
Weblinks
Alfred Stern:Johann Carion. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd. 3, S. 781.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Carion, Johann |
| ALTERNATIVNAMEN | Johannes Carion; Johannes Nägelin; Johannes Gewürznägelin; Johannes Caryophyllus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Astrologe, Mathematiker und Historiker |
| GEBURTSDATUM | 22. März 1499 |
| GEBURTSORT | Bietigheim-Bissingen |
| STERBEDATUM | 1537 |
| STERBEORT | Magdeburg |
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