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Joe Zawinul

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Joe Zawinul (* 7. Juli 1932 in Wien; eigentlich Josef Zawinul) ist ein österreichischer Jazz-Pianist, Keyboarder, Komponist, Arrangeur und Bandleader. mit Zawinul wuchs im Viertel Erdberg im Wiener Gemeindebezirk Landstraße auf. Ein Jugendfreund Zawinuls, der ebenfalls in Erdberg wohnte, war der spätere Bundespräsident Thomas Klestil. Diese Freundschaft hielt bis zu Klestils Tod an.

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Zawinul erhielt als Kind wegen seiner offensichtlichen Hochbegabung kostenlosen Unterricht am Wiener Konservatorium und bereitete sich auf eine Karriere als klassischer Pianist vor (Studienfreund aus jenen Tagen war Friedrich Gulda). Als Siebzehnjähriger brach er die Vorbereitungen zu einem Klavierwettbewerb unvermittelt ab und wandte sich dem Jazz zu. Im Jahr 1959 übersiedelte Zawinul in die USA, nachdem er sich erfolgreich um ein Stipendium an der Berkley School beworben hatte. Bereits wenige Wochen nach seiner Ankunft wurde er als Liedbegleiter, wenig später als Pianist der Maynard Ferguson Band engagiert. Zawinul, der erstaunlich schnell von der schwarzen Musiker-Community als einer der Ihren akzeptiert wurde, heiratete bald das erste schwarze Playboy-Modell. Er wurde Pianist von Dinah Washington, die ihn ihrem Publikum als "Joe Vienna" vorstellte, dann von 1962-1970 Mitglied der Band von Cannonball Adderley, für dessen Band er seinen ersten großen Hit "Mercy, Mercy, Mercy" komponierte (entwickelt aus einer Begleitfigur für Dinah Washington). Im Jahr 1970 wurde dann zusammen mit dem Saxophonisten Wayne Shorter und dem Bassisten Miroslav Vitouš (später übernahm den Bass dann Jaco Pastorius) die legendäre Jazz-Rock-Formation Weather Report gegründet.

Zawinul ist der bislang einzige österreichische Jazzmusiker von historischer Bedeutung. In Fachkreisen gilt er als einer der Innovatoren im Bereich der Elektrifizierung des Keyboard-Spiels. Jazzhistoriker erwähnen neben seinem Einfluss bei Julian Cannonball Adderley vor allem jene entscheidende Phase bei der Entwicklung des Fusion-Stils, die er Ende der 1960er Jahre zusammen mit Miles Davis vorangetrieben hat (bahnbrechende LP "In a silent way", zu der er das Titelstück beisteuerte). Während der 1970er Jahre feierte er mit der Band Weather Report seine größten kommerziellen Erfolge, unter anderem 1977 den von ihm komponierten Welthit Birdland. Seit den 1990er Jahren entwickelte Zawinul mit seinem Ensemble, dem Zawinul Syndicate einen unverkennbaren Stil, der die Grenzen zwischen Jazz, Welt- und Tanzmusik auflöst. Laut eigener Aussage stammt der erste Hip-Hop-Beat von Joe Zawinul, er findet sich auf dem Weather-Report-Album Sweetnighter, im Stück 125th Street Congress.

Über Jahrzehnte erhielt Zawinul unzählige Auszeichnungen für sein Schaffen, darunter mehrere Grammys, unzählige Down-Beat-Readers'-Poll-Gewinne, Amadeus, Hans-Koller-Preis und Miles-Davis-Award.

Am 24. November 2003 wurde die Musikschule Gumpoldskirchen in Joe-Zawinul-Musikschule umbenannt.

Bild:Birdland in wien Panorama.jpg
Birdland in Wien im Hotel Hilton, 360° Panoramafoto

2004 eröffnete Zawinul in seinem Wiener Heimatbezirk einen neuen Jazz- und Musik-Club namens Birdland, benannt wie der berühmte New Yorker Jazzclub der 1940er und 1950er Jahre und die populärste Komposition Zawinuls (von 1977). 2005 gründete er sein eigenes Label BirdJAM (BHM Music).

2001 und 2003 gewann er jeweils den Amadeus Austrian Music Award für das "Beste Jazz/Blues/Folk-Album des Jahres".

2006 wird Zawinul mit der Ehrenurkunde des "Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V." ausgezeichnet.

Auskunft über sein Leben und seine märchenhafte Karriere gibt Zawinul, der auch ein großartiger Erzähler ist, in dem auf Interviews basierenden Band von Baumann (s.u.)


Diskografie (Auszug)

  • Zawinul (1971)
  • Dialects (1986)
  • Lost Tribes (1992)
  • My People (1996)
  • World Tour (1998)
  • Faces & Places (2002)
  • Vienna Nights I Live at Joe Zawinul's Birdland (2005)
  • Music For Two Pianos (mit Friedrich Gulda 2006)
  • Brown Street (2006)


mit Weather Report:

  • Weather Report (1971)
  • I Sing The Body Electric (1972)
  • Live In Tokyo (1972)
  • Sweetnighter (1973)
  • Mysterious Traveller (1974)
  • Tale Spinnin' (1975)
  • Black Market (1976)
  • Heavy Weather (1977)
  • Mr. Gone (1978)
  • 8:30 (1979)
  • Night Passage (1980)
  • Weather Report (1982)
  • Procession (1983)
  • Domino Theory (1984)
  • Sportin' Life (1985)
  • This Is This (1986)
  • Live and Unreleased (2002)
  • Forecast: Tomorrow (2006)

Literatur

  • Gunther Baumann: Zawinul. Ein Leben aus Jazz. Residenz Verlag, Salzburg 2002, ISBN 3701712913.
  • Joe Zawinul und Brian Glasser: Autobiographie von Joe Zawinul und Brian Glasser. Hannibal Verlag GmbH, Juli 2000

Weblinks

Wikipedia
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