Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Job von Witzleben
Aus Kefk.
(Ausschnitt einer Lithografie von Theodor Hosemann (1807-1875))
Karl Ernst Job-Wilhelm von Witzleben, Herr auf Liszkowo (, Herr zu Lietzensee), (* 20. Juli 1783 in Halberstadt; † 9. Juli 1837 in Berlin) war ein preußischer Generalleutnant, Generaladjutant der Königs sowie Staats- und Kriegsminister.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Job von Witzleben entstammt thüringischem Uradel und wurde als erstes von sieben Kindern des preußisches Generalmajors Karl Friedrich Heinrich Günther von Witzleben, Herr auf Angelroda und auf Elgersburg, und der Amalie Caroline Luise Wilhelmine Freiin von Wulff a. d. H. Füchteln 1783 zu Halberstadt geboren.
Er war seit 1812 mit Auguste Henriette von Splittgerber verheiratet.
Aus dieser Ehe stammen unter insgesamt acht Kindern:
- der preußische General Job-Wilhelm David Karl Heinrich von Witzleben;
- Sophie Davide Hertha, die spätere Frau des Generalfeldmarschalls Edwin Freihherr von Manteuffel;
- der Oberst und Kommandeur des Jägerbatallions Nr. 3. Friedrich Wilhelm Job Erik von Witzleben;
- Davide Ludowika Sophie Emilie, die spätere Frau des Generalmajors und Kommandanten von Neiße, Heinrich von Massow (1810-1896).
Bereits 1824 erkrankt und auf Kur geschickt, förderte die am 1832 als stellvertretender Kriegsminister aufgenommen Tätigkeit die schwere Krankheit, der er 1837 endgültig erlag.
Militärische Laufbahn
Witzleben, der 1793 Leibpage des Königs Friedrich Wilhelms II. wurde, wurde 1799 Fähnrich der Leibgarde. Schon hier trat ihm der befreundete spätere König Friedrich Wilhelm III. unterstützend bei: "In der zuversichtlichen Erwartung, das Ihr Euch nach Kräften auf den Dienst applicieren und Euch zu einem besonders brauchbaren Offiziere ausbilden werdet, will Ich Euch zur Anschaffung Eurer Equipage mit bekommenden 100 Thalern unterstützen."
1802 wurde Witzleben Sekondeleutnant. Während der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 geriet er in Kriegsgefangenschaft, wurde aber im August 1807 ausgewechselt. Die Abhandlung "Ideen zur Reorganisation der leichten Infanterie", die Witzleben über den leichten Dienst verfasst hatte, erregte die Aufmerksamkeit Scharnhorsts, so dass er im Dezember 1808 als Stabskapitän zum neu aufgestellten Gardejägerbataillon kam. Anfang 1812 wurde Witzleben zum Major befördert und kämpfte am 2. Mai 1813 in der Schlacht bei Großgörschen. Während der Kämpfe in Frankreich stieg er zum Oberstleutnant auf. Im Frühjahr 1815 wurde er zum Generalstab in der Armee des Feldmarschalls Blücher kommandiert und kam dann als Oberst und Chef des Generalstabs zum norddeutschen Bundeskorps.
Nach dem Friedensschluss wurde Witzleben zum Inspekteur der Jäger und Schützen ernannt, 1817 schließlich zum Direktor des dritten Departements im Kriegsministerium gemacht. 1818 rückte er zum Generalmajor auf und wurde gleichzeitig Generaladjutant des Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Chef des Militärkabinetts. In der Folgezeit wurde Witzleben einer der vertrauten Ratgeber und persönlichen Freunde des Königs.
1821 machte man Witzleben zum Generalleutnant. Nach dem Rücktritt des preußischen Kriegsministers Hake 1833 wurde er dessen Nachfolger. Hier arbeitete er vornehmlich an der Integration des stehenden Heeres mit der Landwehr. Ihm ist überdies die Forcierung der Einführung des Zündnadel- und Perkussionsgewehrs zuzuschreiben. Auch machte er sich um die Revision des Militärstrafgesetzbuches verdient.
Job von Witzleben trat nach schwerer Krankheit 1835 in den Ruhestand und starb am 9. Juli 1837 in Berlin, wo ihm der König ein noch heute bestehendes Ehrenmal auf dem Invalidenfriedhof dicht neben dem Scharnhorsts widmete.
Der König schreib an Witzlebens Frau: "Die Nachricht von dem Ableben Ihres Gemahls, ist Mir unerwartet und wahrhaft betrübend gewesen. Ich beklage seinen frühen Verlust ebenso aufrichtig als Ich seinen Wert als Staatsdiener und seine bewährte Anhänglichkeit an Meine Person zu schätzen Ursache hatte. Indem Ich Ihnen Meine ganze Theilnahme an Ihrem gerechten Schmerz zu erkennen gebe, behalte Ich Mir vor, das Andenken an die Verdienste des Verweigten durch Beweise Meines Wohlwollens und durch die Fürsroge für seine Familie zu ehren."
In der Preuß. Staatszeitung hieß es: "Seine Exzellenz der Geheime Staats- und Kreigsminister, Generaladjutant Seiner Majestät des Königs, Generallieutenant von Witzleben ist heute früh (...) mit dem Tode abgegangen. In dem edlen Manne haben König und Staat einen großen und allgemein anerkannten Verlust erlitten."
Erinnerungen
Neben dem Ehrenmal auf dem Invalidenfriedhof in Berlin erinnern heute noch die "Witzlebenstraße", der "Witzlebenplatz" und der "Witzlebenpark" in Berlin an Job von Witzleben.
Früher - und heute noch im Munde der Anwohner, wie aus Geschäftsbezeichnungen ersichtlich - trug der gesamte Stadtteil Charlottenburg rund um den Lietzensee offiziell den Namen "Berlin-Witzleben", da diese Ländereien dem Kriegsminister von seinem König geschenkt wurden.
Das dem Kriegsminister vom König geschenkte, 2676 ha große Gut "Liszkowo" (später Witzleben) im heutigen Polen, das die Güter Witzleben, Augustenhof, Jobshöhe, Marienau und Erikfelde umfasste, ist seit Ende des 2. Weltkrieges nicht mehr im Eigentum der Familie, erinnert mit seinem Herrenhaus aber auch heute noch an den Kriegsminister Job von Witzleben.
Auszeichnungen
- Eisernes Kreuz II. (1813) und I. Klasse (1814)
- Roter-Adler-Orden III. Klasse (1817)
- Stanislaus-Orden I. Klasse (1818)
- Roter-Adler-Orden II. Klasse mit Eichenlaub (1820)
- Orden vom Zähringer Löwen (1822)
- Dienstkreuz (1825)
- Komtur im Militär-Wilhelms-Orden der Niederlande 1825
- Brillianten zum Stanislaus-Orden I. Klasse (1829)
- Stern zum Roter-Adler-Orden II. Klasse (1830)
- Roter-Adler-Orden I. Klasse mit Eichenlaub (1832)
- Alexander-Newski-Orden (1834)
- Diamanten zum russischen Alexander-Newski-Orden (1835)
- Ludwigsorden, Großkreuz (1835)
Quellen
- Bundeswehrbibliothek IV, München, Schillerstraße 2
- Wilhelm Dorow: Job von Witzleben, königl. Preuß. Kriegsminister. Mittheilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preuß. Zustände und wichtiger Zeitfragen. Tauchnitz, Leipzig 1842 (Digitalisat)
Siehe auch
Weblinks
- Job von Witzleben. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd. 43, S. 675.
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Job_von_Witzleben, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
Karl von Grolman | Hermann von Boyen | Ludwig von Thile | Job von Witzleben | Friedrich von Lindheim | Wilhelm von Neumann-Cosel | Friedrich von Schoeler | Freiherr von Manteuffel | Hermann von Tresckow | Emil von Albedyll | Wilhelm von Hahnke | Graf von Hülsen-Haeseler | Freiherr von Lyncker | Ulrich von Marschall
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Job_von_Witzleben, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/8/82/Flag_of_Preussen_1701-1918.jpg': No such file or directory. |
Gerhard von Scharnhorst | Karl Georg Albrecht Ernst von Hake | Hermann von Boyen | Karl Georg Albrecht Ernst von Hake | Job von Witzleben | Gustav von Rauch | Hermann von Boyen | Ferdinand von Rohr | Karl von Reyher | August Wilhelm von Kanitz | Ludwig Roth von Schreckenstein | Ernst von Pfuel | Karl von Strotha | August von Stockhausen | Eduard von Bonin | Friedrich von Waldersee | Eduard von Bonin | Albrecht von Roon | Georg von Kameke | Paul Bronsart von Schellendorff | Julius von Verdy du Vernois | Hans von Kaltenborn-Stachau | Walther Bronsart von Schellendorff | Heinrich von Goßler | Karl von Einem | Josias von Heeringen | Erich von Falkenhayn | Adolf Wild von Hohenborn | Hermann von Stein | Heinrich Scheuch | Walther Reinhardt
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Job_von_Witzleben, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Witzleben, Job von |
| ALTERNATIVNAMEN | Witzleben, Wilhelm von |
| KURZBESCHREIBUNG | preußischer Generalleutnant und Kriegsminister |
| GEBURTSDATUM | 20. Juli 1783 |
| GEBURTSORT | Halberstadt |
| STERBEDATUM | 9. Juli 1837 |
| STERBEORT | Berlin |
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Job_von_Witzleben, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
