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Joan Didion

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Joan Didion (* 5. Dezember 1934) ist eine Journalistin und Buchautorin aus den USA. Didion schreibt regelmäßig für The New York Review of Books und The New Yorker. In Zusammenarbeit mit ihrem (im Jahr 2003 verstorbenen) Mann, dem Schriftsteller John Gregory Dunne, schrieb sie mehrere Drehbücher. Sie lebt in New York City.

Didion wurde in Sacramento (Kalifornien) geboren. 1956 erhielt sie ihren Abschluss an der University of California, Berkeley. Danach arbeitete sie in New York für das Modemagazin Vogue. In Didions Werken geht es oft um Kalifornien, speziell in den Sechzigern des 20. Jh. und den Wandel der Welt, in der sie aufwuchs. Ihre Schilderungen von Verschwörungstheorikern, Paranoikern und Soziopathen (dazu zählt auch Charles Manson) gelten heute als fester Bestandteil amerikanischer Literatur.

Didion ist Autorin von fünf Romanen und sieben nichtfiktionalen Büchern. Ihre Sammlung von Essays, Slouching Toward Bethlehem (1968) und The White Album (1979) -- ein Buch, dass in einer Rezension als Hilfsmittel zur Definition Kaliforniens als "weltweite Hauptstadt der Paranoia" beschrieben wurde - machte sie als Beobachterin der amerikanischen Politik und Kulturlandschaft bekannt. In ihrem ausgeprägten Reportage-Stil verband sie persönliche Erfahrungen mit sozialen Analysen. Dadurch wird sie oft mit Vertretern des Neuen Journalismus wie Tom Wolfe und Hunter S. Thompson in Verbindung gebracht, obwohl diese Verknüpfung von ihr selbst nie als besonders eng gewertet wurde.

Didions Buch Where I Was From (2003), wird als das Werk mit den stärksten biografischen Zügen bezeichnet. Es enthält sowohl gesammelte als auch neue Essays, Reflexionen und Mythen rund um Kalifornien. Auch geht es auf das schwierige Verhältnis der Autorin zu ihrem Geburtsort und ihrer Mutter ein. Indirekt wirkt es auch als Nachsinnen an den Mythos um die amerikanische Außengrenze, den wurzellosen, konsumorientierten Lifestyle, den Kalifornien mit vorangetrieben hat.

Für ihr neuestes Buch The Year of Magical Thinking erhielt sie 2005 den National Book Award (Nonfiction). Kurz vor Erscheinen des Buchs, in dem sie die Trauer um ihren verstorbenen Mann verarbeitet, starb Didions 39-jährige Tochter Quintana Roo Dunne an einer schweren Krankheit.

Inhaltsverzeichnis

Werke

Belletristik

  • Demokratie. Roman ("Democracy"). Rowohlt, Reinbek 1997, ISBN 3-499-13961-8.
  • Menschen am Fluß. Roman ("Run, river"). Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 3-499-13454-3.
  • Nach dem Sturm. Roman ("The Last Thing He Wanted"). Rowohlt, Reinbek 1998, ISBN 3-498-01311-4.
  • Spiel dein Spiel. Roman ("Play It As It Lays"). Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 3-499-13509-4.
  • Wie die Vögel unter dem Himmel. Roman ("A Book of Common Prayer"). Rowohlt, Reinbek 1997, ISBN 3-499-14961-8.

Sachbücher

  • Fixed Ideas. America Since 9.11. Review Books, New York 2003, ISBN 2-59017-073-3.
  • Im Land Gottes. Wie Amerika wurde, was es heute ist. Essays. Tropen-Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-932170-85-7.
  • Das Jahr des magischen Denkens ("The Year of Magical Thinking"). Claassen Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-546-00405-1.
  • Miami. Penguin Books, London 1989, ISBN 0-14-011563-3.
  • Nach Henry. Reportagen und Essays ("After Henry"). Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 3-498-01296-7.
  • Political Fictions. Vintage Books, New York 2002, ISBN 0-375-71890-7.
  • Stunde der Bestie. Essays ("Slouching Towards Bethlehem"). Rowohlt, Reinbek 1996, ISBN 3-499-13483-7.
  • Salvador ("Salvador"). Goldmann, München 1988, ISBN 3-442-08969-7.
  • Überfall im Central Park. Eine Reportage ("New York, sentimental journeys"). Hanser Verlag, München 1991, ISBN 3-446-16357-3.
  • We Tell Ourselves Stories in Order to Live. Collected Nonfiction. Knopf Books, New York 2006, ISBN 0-307-26487-4.
  • Das weiße Album. Eine kalifornische Geisterbeschwörung ("The White Album"). Rowohlt, Reinbek 1997, ISBN 3-499-13494-2.
  • Where I Was From. Knopf Books, New York 2003, ISBN 0-679-43332-5.

Drehbücher

Literatur

  • Sharon Felton (Hrsg.): The critical response to Joan Didion. Greenwood Press, Wesatport, Conn. 1994, ISBN 0-313-28434-9.
  • Ellen G. Friedman (Hrsg.): Joan Didion. Essays & conversations. Ontario Review Press, Princeton, N.J. 1984, ISBN 0-86538-035-X.
  • Michelle C. Loris: Innocence, loss and recovery in the art of Joan Didion. Lang, New York 1989, ISBN 0-8204-0661-9.
  • Antje Rávic Strubel: In den Endlosschleifen des Leides. „Das Jahr magischen Denkens“. Die große amerikanische Intellektuelle Joan Didion verarbeitet den Schock durch den Tod ihres Mannes. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17. September 2006, Nr. 37, S. 63

Weblinks

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