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Joachim Herrmann (SED)

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Joachim Herrmann (* 29. Oktober 1928 in Berlin; † 30. Juli 1992) war Chefredakteur des Neuen Deutschlands und Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED.

Leben

Herrmann besuchte von 1939 bis 1945 die Oberrealschule Langhans in Berlin. Er war 1938–1945 Mitglied der Deutschen Jugend und wurde zu Kriegsende als Luftwaffenhelfer eingezogen.

Bis 1949 arbeitete er bei der Berliner Zeitung und dem Start. 1948 trat er der SED bei. 1949–1960 war er stellvertretender und dann Chefredakteur der Jungen Welt. Von 19521961 war er Mitglied des Zentralrates der FDJ. 1958–1960 und 19631989 war er Mitglied des Politbüros des ZK der SED, 1960–1972 als Mitglied der Westkommission und ab 1978 als Leiter der Agitationskommission.

1960 bis 1962 war er als stellvertretender Abteilungsleiter im ZK der SED, bis 1965 als Chefredakteur der Berliner Zeitung, bis 1971 als Staatssekretär für Westdeutsche Fragen und bis 1978 als Chefredakteur der wichtigsten Parteitageszeitung dem sogenannten Zentralorgan "Neuen Deutschland" tätig.

Er wurde 1967 Kandidat und 1971 Mitglied des ZK der SED, 1973 Kandidat und 1978 Mitglied des Politbüros des ZK der SED, dort seit 1979 für Medien, befreundete und Blockparteien und die Nationale Front (DDR) zuständig. 1976–1989 war Herrmann Sekretär des ZK der SED, verantwortlich für Agitation. Sein Apparat kontrollierte maßgeblich die Medien (Anleitung) und war maßgeblich für deren wirklichkeitsferne Darstellung verantwortlich.

Am 10. November 1989 wurde er aus dem Zentralkomitee der SED ausgeschlossen. ZK-Mitglied Wilfried Posner forderte damals: „Ich möchte hier mit Nachdruck und voller Verantwortung den Antrag stellen, Genossen Herrmann aus dem ZK auszuschließen. Wir können sonst nicht mehr bestehen. Ich möchte das in aller Deutlichkeit sagen.“ Als Egon Krenz ihn bat, hierzu Stellung zu nehmen, antwortete Herrmann: „Ich trage alle Konsequenzen aus den Fehlern, die hier zur Sprache gekommen sind im Zusammenhang mit der Lage, die dadurch entstanden ist.“ Dadurch wurde sein Ausschluss aus dem Zentralkomitee besiegelt.

Er erhielt 1970 den Vaterländischen Verdienstorden und 1978 und 1988 den Karl-Marx-Orden.

Weblinks


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