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Jihlava
Aus Kefk.
| Jihlava | |||||||||||||
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| Basisdaten | |||||||||||||
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| Staat: | Tschechien | ||||||||||||
| Region: | Kraj Vysočina | ||||||||||||
| Bezirk: | Jihlava | ||||||||||||
| Fläche: | 7885 ha | ||||||||||||
| Geographische Lage: | Koordinaten: 49° 23' N, 15° 35' O49° 23' N, 15° 35' O | ||||||||||||
| Höhe: | 525 m n.m. | ||||||||||||
| Einwohner: | 50676 (2006) | ||||||||||||
| Postleitzahl: | 586 01 | ||||||||||||
| Kfz-Kennzeichen: | J
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| Struktur | |||||||||||||
| Gemeindeart: | Statutarstadt | ||||||||||||
| Ortsteile: | 16 | ||||||||||||
| Verwaltung (Stand: 2007) | |||||||||||||
| Oberbürgermeister: | Jaroslav Vymazal | ||||||||||||
| Adresse: | Masarykovo nám. 1 586 01 Jihlava | ||||||||||||
| Website: | www.jihlava.cz | ||||||||||||
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Jihlava (deutsch Iglau) ist eine Stadt mit 50.676 Einwohnern (Stand: 2006) in Tschechien. Sie ist ein Zentrum der Kraj Vysočina und liegt am Fluss Jihlava, der die alte Grenze zwischen Böhmen und Mähren bildet. Auch ist sie die älteste Bergbaustadt in den böhmischen Ländern.
Zu den wichtigsten Gebäuden gehören die Kirchen von St. Jakob, St. Ignatius von Loyola, Johannes dem Täufer und St. Paul, das Rathaus und die Katakomben, die die zweitgrößten in der Tschechischen Republik sind. Auf dem jüdischen Friedhof der Stadt finden sich einige bemerkenswerte Denkmäler, darunter der Grabstein der Eltern von Gustav Mahler. Gustav Mahler wuchs in Jihlava auf.
Den mit 36.653 m² bemerkenswert großen Marktplatz dominiert seit 1983 ein Neubau. Seit 1690 erinnert eine Pestsäule anstelle des mittelalterlichen Prangers an die Seuche.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Jihlava ist eine uralte Bergbaustadt, in der laut der Legende bereits im Jahre 799 Silber gefördert wurde. König Ottokar I. (1198-1230) richtete eine Bergbau-Kanzlei und ein Münzamt ein. Die Stadt genoss schon sehr früh weitgehende Privilegien, die 1250 von Wenzel I. bestätigt wurden. Im Rathaus existiert eine Sammlung alter Gemeinde- und Bergbaugesetze, die sich bis 1389 datieren lassen.
In den Hussitenkriegen war Iglau wie Pilsen und Brüx ein Zentrum der Katholiken, es blieb von Eroberung und Zerstörung verschont, obwohl die kaiserlich-katholischen Truppen im Januar 1422 unweit bei Deutschbrod eine schwere Niederlage erlitten. Die so genannten Iglauer Kompaktaten vom 5. Juli 1436, ein Vertrag mit dem gemäßigten Flügel der Hussiten, markiert das Ende der Hussitenkriege. Durch diesen Vertrag wurde Kaiser Sigismund als König von Böhmen anerkannt, er musste jedoch seinerseits weitreichende Zugeständnisse machen.
Eine Granitsäule in der Nähe der Stadt markiert die Stelle, an der Ferdinand I. 1527 den böhmischen Grundbesitzern die Treue schwor. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Jihlava zweimal von den Schweden erobert. 1742 fiel es in preußische Hände und im Dezember 1805 wurden die Bayern unter Wrede in der Nähe der Stadt geschlagen. Bis zum ersten Weltkrieg war Iglau Standort der k.u.k. Armee. 1914 garnisonierten hier Stab, I./II./III. Bataillon des Mährischen Infanterie Regiments Nr. 81 sowie das II. Bataillon des Landwehr Infanterie Regiments Nr. 14.
Iglau mit Umgebung bildete vor 1945 nach dem Schönhengstgau die zweitgrößte deutsche Sprachinsel im Königreich Böhmen bzw. in der Tschechoslowakei. Wenige Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die deutschen Bürger aufgrund der Beneš-Dekrete enteignet und in einem verlustreichen Fußmarsch in Richtung Süden nach Österreich vertrieben.
Ab 1951 war Jihlava Ort mehrerer kommunistischer Schauprozesse, die sich gegen den Einfluss der Kirche auf die Landbevölkerung richteten und zu deren Anlass der Mord an drei örtlichen kommunistischen Funktionären in Babice genommen wurde. In den Prozessen wurden elf Todesurteile gefällt und 111 langjährige Zuchthausstrafen verhängt. Wegen der Schnelle der Prozesse wird darüber spekuliert, ob der Überfall vom Staatssicherheitsdienst in Auftrag gegeben wurde. Sämtliche verurteilten Personen wurden nach der samtenen Revolution rehabilitiert.
1969 im Zusammenhang mit dem Prager Frühling verbrannte sich Vilém Plocek aus Protest gegen die sowjetische Besatzung auf dem Marktplatz. Heute erinnert eine Gedenktafel dort an ihn.
Städtepartnerschaften
- Heidenheim an der Brenz, Deutschland, seit 2002
- Purmerend, Niederlande, seit 1991
Wirtschaft
Seit den 1990er Jahren nimmt der Beschäftigungsanteil in der Landwirtschaft stetig ab. Im Industriesektor sind 65 % aller Erwerbstätigen beschäftigt. Damit spielt er die wichtigste Rolle.
Wichtige Unternehmen sind:
- Maschinenbau:
- BOSCH Diesel s.r.o., gegründet 1993, Fertigung von Teilen und Zubehör für Kraftwagen, 6200 Mitarbeiter
- Motorpal a.s, gegründet 1949, Fertigung von Kfz-Teilen und -zubehör einschl. Motorteilen, 2750 Mitarbeiter
- Moravské kovárny a.s., gegründet 1953, Verarbeitung von Roheisen u. Stahl, Pressen, Stanzen, Walzen, 577 Mitarbeiter
- Sixt Umformtechnik]s.r.o.,gegründet 1999, Fertigung von Stanz, Zieh und Pressteilen für die Automobilindustrie
- Sonstige Branchen:
Söhne und Töchter der Stadt
- Patrik Augusta (*1969), tschechischer Eishockeyspieler (Stürmer)
- Paul Ignaz Bayer (* 1656), böhmischer Architekt und Baumeister
- Vincenc František Faltis (* 1856), tschechischer Dirigent
- Gustav Mahler (*1860 in Kalischt bei Iglau), Komponist, Dirigent, Operndirektor
- Louis Fürnberg (* 1909), deutscher Schriftsteller, Dichter und Musiker
- Barbara Krafft (* 1764), österreichische Malerin
- Jára Pospíšil (*1905), tschechischer Tenorsänger
- Karl Hans Strobl (* 1877), österreichischer Schriftsteller
- Johann Adolf von Tomaschek (* 1822), österreichischer Jurist
- Julius Tandler (*1869), Arzt und Politiker
- Karl Tomaschek (* 1828), österreichischer Germanist
- Richard Maria Werner (* 1854), österreichischer Germanist
Literatur
- Peter von Chlumecký: Die Regesten oder die chronologischen Verzeichnisse der Urkunden in den Archiven zu Iglau [...]. Nitsch & Grossse, Brünn 1856 (Digitalisat)
- Martin Leupold von Löwenthal: Chronik der Königlichen Stadt Iglau (1402-1607). Hrsg. v. Christian d' Elvert. Brünn 1861 (Digitalisat)
- Alois Pokorny: Die Vegetationsverhältnisse von Iglau. Ein Beitrag zur Pflanzengeographie des böhmisch-mährischen Gebirges. Wien 1852 (Digitalisat)
- Andreas Sterly: Drangsale der Stadt Iglau unter der schwedischen Zwingherrschaft. Iglau 1828 (Digitalisat)
Weblinks
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