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Jean Liedloff

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Jean Liedloff ist eine US-amerikanische Autorin und war von 1968 bis 1970 Herausgeberin der Zeitschrift The Ecologist.

Jean Liedloff stammt aus New York, hat das Drew Seminary for Young Women abgeschlossen und ging dann zur Cornell University, begann aber ihre Reisen, bevor sie einen Abschluss gemacht hatte. Nach fünf Expeditionen zu den Yequana-Indianern von Venezuela schrieb sie ihre Beobachtungen in dem Buch Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (Originaltitel: The Continuum Concept) auf.

Inhaltsverzeichnis

Erziehung und Aufwachsen bei den Yequana-Indianern

Bei den Yequana-Indianern werden Kindern praktisch das ganze erste Lebensjahr auf dem Arm oder am Körper getragen, gestillt und liebkost. Ermahnungen oder Tadel, wie sie Bestandteil der westlichen Erziehung sind, finden Liedloffs Beobachtungen zu Folge nicht statt. Die Kinder wachsen zu ungewöhnlich freundlichen, friedlichen und selbstbewussten Menschen heran.

Ihre ethnologischen Feldbeobachtungen und das darauf beruhende von ihr entwickelte "Continuum concept" wurde in Folge der 1968 Bewegung und der antiautoritären Erziehung aufgegriffen. Als sich zeigte, dass die Beobachtungen Liedloffs, insbesondere die der repressionsfreien Erziehung, nicht wie erhofft eintrafen, verwies sie darauf, dass die Yequana-Indianer eine positive Entwicklung erwarten und nicht den leisesten Zweifel daran hegen.

Das "Continuum-Concept" nach Liedloff

Liedloff zu Folge benötigen Menschen, insbesondere Säuglinge und kleine Kinder, wenn sie sich physisch, mental und emotional optimal entwickeln sollen, Erfahrungen, an die sich unsere Gattung im Laufe der viele Jahre andauernde Evolution angepasst hat. Für Kinder sind es ihr zufolge Erfahrungen wie:

  • konstanter körperlicher Kontakt mit der Mutter (oder anderen Familienmitgliedern) vom Zeitpunkt der Geburt an,
  • das Schlafen im Familienbett (das Mitschlafen im Elternbett), bis sie es freiwillig verlassen (oft im Alter von zwei Jahren),
  • Stillen "nach Bedarf",
  • das ständige Tragen auf dem Arm oder anderer Kontakt mit jemanden, üblicherweise der Mutter, und die Möglichkeit zu beobachten (auch: gestillt zu werden oder zu schlafen) während der Träger seinen Tätigkeiten nachgeht, bis das Kind zu krabbeln beginnt, üblicherweise im Alter zwischen 6 und 8 Monaten,
  • Betreuer, die unmittelbar auf die Signale der Kinder (wimmern, schreien) reagieren, sie sollten dabei ohne Missmut oder Abwertung der kindlichen Bedürfnisse reagieren, ohne das Kind zu ihrem ständigen Zentrum der Aufmerksamkeit zu machen
  • die Erwartungen der Eltern zu fühlen (und zu erfüllen), dass sie oder er von Haus aus sozial und kooperativ ist und einen starken Selbsterhaltungstrieb hat und dass sie oder er willkommen und wertvoll ist.


Unterstützt von Liedloffs Beobachtungen und ihrem "Continuum Concept" hat das körpernahe Tragen von Säuglingen und Kindern in Tragetüchern und das Stillen nach Bedarf - wie es in vielen, u.a. afrikanischen, Kulturen bis heute Sitte ist - dadurch auch (wieder) in Europa und Nordamerika an Bedeutung gewonnen.

Werke

  • Jean Liedloff (1977): Auf der Suche nach dem verlorenen Glück. ISBN 3-406-45724-X
  • Jean Liedloff (1975): The Continuum-Concept, In search of Lost Happiness Addison-Wesley Publishing Company.


Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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