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Jean-Léon Gérôme

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Hahnenkampf (1847)

Jean-Léon Gérôme (* 11. Mai 1824 in Vesoul, Haute-Saône; † 10. Januar 1904 in Paris) war ein französischer Historienmaler.

Leben

Gérôme kam mit 17 Jahren nach Paris und wurde dort Schüler von Paul Delaroche, den er von 1844 bis 1845 auf einer Italienreise begleitete. Bereits zwei Jahre nach seiner Rückkehr debütierte Gérôme auf der jährlichen Ausstellung des Pariser Salons mit seinem Gemälde Hahnenkampf, für das er auch ausgezeichnet wurde. Auch in den Folgejahren war er ein regelmäßiger Teilnehmer dieser wichtigsten französischen Kunstausstellung, sein bevorzugtes Sujet waren historische und mythische Themen. Wesentlichen Einfluss auf seine Malerei hatte eine Reise in die Türkei im Jahre 1854 und eine weitere, die ihn 1857 nach Ägypten führte.

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Pollice Verso (1872)

Ein für Gérôme typisches Gemälde ist Pollice verso aus dem Jahre 1872. Es gilt als eines der herausragendsten Werke, die Gladiatoren zum Thema haben, und als das Bild, das unsere heutige Vorstellung über Gladiatorenkämpfe entscheidend – und falsch – prägte. Gérôme hatte umfangreiche Recherchen betrieben und intensiv in Pompeji ausgegrabene Rüstungen studiert. Sein Gemälde beruht auf dem damaligen Forschungsstand, die Kombination der Ausrüstungsgegenstände ist nach heutigem Wissensstand jedoch nicht zutreffend. Pollice verso gibt die Atmosphäre des entscheidenden Moments vermutlich treffend wieder: Unter dem durch das Sonnensegel gefilterte Licht fällt eine aufgeregte Menge das Todesurteil über den unterlegenen Kämpfer. Selbst die weiß gekleideten Vestalinnen, die dem als Staatsakt geltenden Gladiatorenkampf stets beiwohnten, lassen sich zur tödlichen Geste hinreißen, die allerdings in römischer Zeit nicht als nach unten zeigender Daumen belegt ist. Sowohl das Sonnensegel als auch der privilegierte Sitzplatz der Vestalinnen sind jedoch historisch belegt. Der Regisseur Ridley Scott, der im Jahr 2000 den Film Gladiator drehte, ließ sich nach eigenem Eingeständnis von diesem Gemälde zu seinem Film inspirieren.

Weniger bekannt sind Gérômes Porträts von Personen der Zeitgeschichte, darunter Bilder Ludwigs XIV., Molières und Marschall Michel Neys. Gérôme arbeitete darüber hinaus auch als Bildhauer. Seine Bellona aus Elfenbein, Metall und Edelsteinen wurde in der Royal Academy of Arts in London ausgestellt und seine Figurengruppe Bacchus und Amor wurde vom Pariser Salon 1881 ein Goldmedaille prämiert. Gérôme war auch ein erbitterter Kämpfer gegen den Impressionismus. Im Alter von fast 80 Jahren starb er am 10. Januar 1904 in Paris.

Zu Gérômes Schülern zählen unter anderem Frank Boggs, Pascal Adolphe Dagnan-Bouveret, Frederick Arthur Bridgman, Dennis Miller Bunker, Kenyon Cox, William DeLeftwich Dodge, Thomas Eakins, Wyatt Eaton, Alexander Harrison, Robert Lee MacCameron, Henry Siddons Mowbray, Jean Jules Lecomte du Nouy, Lawton S. Parker, Harper Pennington, William Picknell, Julius Stewart, Abbott Handerson Thayer, Douglas Volk, Julian Alden Weir und Wassili Wassiljewitsch Wereschtschagin.

Literatur

Monographien

  • Gerald M. Ackerman: Jean-Léon Gérôme. Monographie révisée, catalogie raisonné mis a jour. ACR, Courbevoie 2000, ISBN 2-86770-137-6.
  • Gerald M. Ackerman: Jean-Léon Gérôme (1824–1902). Sa vie et son oeuvre. ACR, Courbevoie 1997, ISBN 2-86770-100-7.
  • Alexandra Hein: Zwischen Dokumentation und Illusion. Die Orientmotive im Werk von Jean-Léon Gérôme. 2 Bände, Frankfurt am Main 1996.
  • Helene B. Weinberg: The American pupils of Jean-Léon Gérôme. Amon-Carter-Museum, Fort Worth, Texas 1984, ISBN 0-88360-049-8.
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